Obrázky na stránke
PDF
ePub

SEMINARIO

d16efitf-CO
Ausführliche Erläuterung
8.4 der
P a n d é o t e nt

IV-1

nach
1
Hellfelt

62
ein Commentar

D. Christian Friedrid Glück
Hofrath und sffentlichem ordentlichen Lehrer der Rechte auf der
Königl. Preußischen Friedrich - Alexanders

in Erlangen.

bon

[ocr errors]

ROMANO

Dritten Theils erste Abtheilung.

Zweyte durchaus verbesserte Auflage.

Erlangen
verlegt ben gohann Jacob Parin

I 8 o 6.

[ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors]
[blocks in formation]

184. Begriff der Gerid tsbarkeit im Sinn des römischen

Rechte.

D

a die Gefeße, ihrer eigentlichen Natur und Abficht

nad, nichts weiter als von dem, was in den man. nigfaltigen Verhältnissen des gesellschaftlichen Lebens Recht und Unrecht ist, die allge'in einen Regeln enthalten; so ift in einzelnen Fällen , da über das Mein und Dein ein Streit entsteht, rechtliche Bestimmung durch richterli. des Urtheil um so mehr erforderlich, je weniger ausserdem der Zweck der bürgerlichen Gesellschaft, Sicherung und Souß der bürgerlichen Redte, zu erreichen wäre. Zu dem Ende ist nun im Staat eine öffentliche Gewalt angeordnet, deren Wirksamkeit darin bestehet, die Gesetze auf die einzelnen Fåde mit Bestand anzuwenden, und nach Maasgabe derselben nicht nur über das Mein und Dein einzelner Partheyen vermittelst eines Urtheils das, was Diecht oder Unrecht ist, zu bestimmen, sondern auch dasselbe vermittelst äusserlichen Zwanges zu handhaben. Eine solche Glucks Erlåut. d. Pand. 3. Th.

a

im

im Staat festgesekte bürgerliche Gewalt wird Gerichte barkeit, Iurisdictio im allgemeinen Sinne, genennt ').

Diese Gerichtsbarkeit kann aus einem zweyfaden Ges sichtspuncte betrachtet werden. Erftens als ein Recht, welches der höchsten Gewalt im Staate wesentlich zukommt. Zweytens als eine von der höcften Gewalt im Staate verliehene Befugniß. In jener Rücksicht macht die Ge. richisbarkeit einen Theil der oberrichterlichen Staatsgewalt aus, und besteht in dem Rechte, gegebene Handlungen der Unterthanen, in sofern daben von der Bestimmung des Rechts selbst die Frage ist, nach den Gereken des Staats rechtsgültig zu beurtheilen 3). Diese Gerichtsbarkeit wird

die

!

1) Die Lehre von der Jurisdiction überhaupt haben vorzüglich

abgebandelt: Io. Andr. HANNESEN in Diff. de iurisdictione. Goettingae 1750. 4. Friedr. Georg Aug. lobetban Versuch einer systematischen Entridelung der ganzen Lebre von der Gerichtsbarkeit der weltlichen sowohl als der firch. lichen. Halle 1775. 8. und besonders Iul. Frid. MALBLANC Conspectus rei iudiciariae Romano germanicae. Norimbergae et Altdorfii 1797. 8. Unter den altern Schriftstellern verdient auch noch Mattb. STEPHANI Tract. de iurisdictione, qualemcunque habeant omnes iudices, tam seculares, quam ecclesiae stici. Francofurti 1623. 4. angeführt zu werden. Die Schrif. ten von der rømischen und teutschen Jurisdiction wer.

den am gehörtgen Orte bemerkt werden. 2) S. Joh. Jac. Morer von der Landeshoheit in Justizsachen.

frankfurt und feipzig 1773. 4. Sieber von der Nacht der Reichsstände, felbft Recht zu sprechen. Gottino gen 1784. Vorzüglich G8nner von der landesherrlichen Gewalt in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und ihren Einschräns fungen, in Derselben Sandbud deß teutschen gemeinen Prozesses. 1. Band. (Erlangen 1801. 8.) Nr. I.

[ocr errors]

die hó do ste oder oberherrliche Geridisbarteit, iurisdictio eminens, sublimis, f. territorialis genannt, und stebet in Deutschland dem Kaiser, und den Reichestånden in ihrent Sande zu. Von dieser ist im teutiden Staatsrechte umståndlicher zu handeln 3) Hier betrachten wir die Ge. ridtsbarkeit als ein von der höchsten Gewalt im Staa. te verliehenes Recht.

So wenig ich nun mit Titius 4) dafür halte, daß das römische Recht in der Lehre von der Gerichtsbarkeit feu. tiges Tages feinen Gebrauch mehr habe, indemn die rågliche Praris das Gegentheil vor Augen legt'), so wichtig ist doch wegen der großen Verschiedenheit der römischen und teutschen Staatsverfassung der Unterschied zwischen der ró, mirden und teutschen Gerichtsbarkeit, ohne dessen gee naue Kenntniß Verwirrung in dieser wichtigen Lehre under,

212

meida

3) S. Håberling Handbuch des teutschen Staatsrechts.

2. Band. S. 261. ff. So na ubert & Anfangsgründe des Territortalstaatsrechts 5.317. ff. Die davon handelnden Schrif. ten sind in der Pütternden litteratur des StaatsN. 3. Sh. S. 1158 - 1160. U. 1228. und Arn. Sofr. Klüber 8 neuen Litteratur des teutschen Staatsrechts 6.323. ff. anges führt.

4) in Iure privato Lib. VIII. Cap. X. S. 14. Man rebe dagegen

COCCEji lus civ. controv. h. t. Qu. 29. und die gelehrte Ans merkung des Hrn. Prof. Emmingbaus in der neuen Aus. gabe des cocceji Tom. I. Liphae 1791. pag. 188. not. u.

5) S. Schnauberts Beyträge zum teutschen Staate , und

Kirchenrecht. 2. Th. Nr. II. §. 6. S. 112..ff.

« PredošláPokračovať »