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ligion, wird aus einer Religion der Anlage und Potenz nach zu einer wirklichen.

Das Bedürfniß der Selbsterkenntnis), welches der intelligenten, eersönlichen oder zur Intelligenz und Persönlichkeit bestimmten Ereatur als solcher beiwohnt, enthält die Nothwenbigkeit der Erleimtniß des absoluten Selbst, ohne welche die des relativen Selbst unmöglich ist; mit und in dem Imperativ: „erkenne dich selbst," »acht der andere höhere: „erkenne Gott," sich zugleich geltend. Zunächst liegt allerdings die Frage: „Wer bist du, was kannst du, was sollst du?" aber die höhere und in Bezug auf die Entscheid tnng die erste und nothwendigste ist: „woher bist du?" Denn von de» wir haben, daß wir sind, von dem haben wir auch, was wir sind, können, sollen, durch den allein können wir die Erkenntniß »nd Gewißheit von all dem haben'). Hat unser Urheber uns nicht in und zu der Wahrheit gemacht, und sind wir nicht vor Alle» hiervon überzeugt, so muffen wir das Schwert des Geistes in der Scheide lassen und auf die Eroberung der Weisheit auszu» Men — ist Thorheit.

Aus dem Gesagten erhellt, wie der Anfang der Weisheit, und danm — der Religion, als der höchsten oder vielmehr einzig wahren Form derselben, — im Selbstbewußtseyn') anzuerkennen ist, aber nicht in dem abstracten, sondern in dem, welches das Gottesbc»lltzt''evn in sich enthält, dadurch die hinreichende und nothwendige

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\) Amg. Qaamris, iaquam, illi subsunlia ineflabilis sit nec dici ulpossit Disi usurpatis quibusdain locorum ic sit ante omnia lempora et anle omnes locos. tameo prottinqutor aobis est, qui fecit. qoaaa mulla quae faeu sunt. In illo enim > et moTemur et sumus, istoruaa auteaa pleraqae remou sunt a mente sui gcoeris, quoniam corporalia sunt; nee

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■o^tra in ipsis rationibus, quibus facta sunt. ea vi•ete aamd deaan. nt per boc sciamus, quot et quanu qualiaque siot. eliirosi

Reroou quippe sunt et sensibus I interpositis aut oppositis aliis i Ei quo fit. ul major ad illa inveniendi ait labar. quam ad illum, a quo facu sunt, cum sit iocornparabili felicilate praesUDlius. illum et qiunlulacunque partirula pia mente senlire. quini ilU omiteTS* comprrbendere. 6en. ad liL V, 16. n. 34.

2j 'Air»x«>u-it; Rom. XVI. 25 cfr. L 17. 18. far.iuun; cfr. Rom. CoL I. 26. 27. 1 Tmv III, 16. I Joan. I, % I jPetr. I, 20.

barung, Gott, das Wesen der Wesen, sich und seinen Willen in bei Offenbarung im eminenten Sinne ans. Er spricht sich allgemein und fortwährend aus in all seinen Wellen, in der Außenwelt, in unserer Vernunft und dem Gewissen '), Alles ist eine laute und lautere Offenbarung Gottes. Aber er hat sich auch außerordentlich und in besonderer Weise ausgesprochen, Menschen in menschlich vernehmlicher und verständlicher Sprache, daß und was er ist und was er will, lund gethan (unmittelbare Offenbarung), und sie dieses ihrem Geschlechte kund thun lassen (mittelbare Offenbarung), — und diese außerordentliche Belehrung und Sendung und ihr Inhalt, diese außerordentliche besondere Offenbarung ist'S, wovon hier die Rede.

§. 2. Möglichkeit der Offenbarung.

1) Daß Gott der Ereatur nicht sollte offenbaren können, was er iß und will, und was sie ist und soll, wer möchte das im Ernste behaupten? Sollte die Unmöglichkeit der Offenbarung auf Seiten Gottes gesucht werden, so müßte man dessen Macht und Recht, dessen Weisheit und Güte läugnen; und wollte man eine Unmöglichkeit der Offenbarung von Seiten des Mensche» annehmen, so »ißle man ihn für einen Gott erklären, daß er wegen seiner Höhe, oder für ein Thier, daß er wegen seiner Niederkeit keiner Offenbarung fähig wäre, so müßte man ihn als relatives, perfeetibeles, ins Unendliche perfeetibeles Wesen verläugnen, was kein Vernünftiger thun lann. Ist von Seiten des unendlichen Subjects, von welchem, und des endlichen Subjects, welchem die Offenbarung »erden soll, leine Unmöglichkeit derselben ;u erkennen, so kann «uch wegen des Objects leine Schwierigkeit erhoben werden. Dieses Object ist eben nur was Gott ist und will, die Creatur ist und soll, nicht mehr und nicht weniger. Oder weiß die Creatur, was Gott ihr von sich offenbaren und für sie und von ihr wollen kann, welche Pflichten er ihr auferlegen will, welchen Cult er von ihr verlangt, an welche Bedingungen er die Ertbeilung und Erhaltung und Herstellung seiner Gnade, und die künftige Seligkeit

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lnüpfen wollte? Weiß sie so vollkommen, daß sie es nicht vollkommener , gewisser und lebendiger lernen kann, was und zu was sie ist? Und selbst die sogenannten natürlichen Gebote, sollten sie nicht ein ziemendes Object der Offenbarung seyn können, damit sie von dem Menschen mit größerer Bestimmtheit und Gewißheit erkannt werden? Was könnte mehr deren Beobachtung befördern, als wenn sie nun als der ewige, gerechte Wille des heiligsten Gesetzgebers bekundet und mit göttlicher Sanction besiegelt auftreten? Und sollte dasselbe und aus demselben Grunde nicht von den sogenannten natürlichen Dogmen gelten?

Noch ist in Beziehung auf die Offenbarung das in Erinnerung zu bringen, was oben schon hinsichtlich der Religion bemerkt worden, daß nämlich die Offenbarung dem Denken leinen Eintrag thut, da in dem Offenbarungsinhalt eben der erhabenste Stoff zum Denken gegeben wird; eben so der Freiheit kein Abbruch geschieht, da der Wille sein rechtes Ziel und die Mittel und Wege dazu kennen lernt, vor Irrwegen bewahrt und mit höherer Kraft ver» sehen wird.

2) Die Offenbarung ist Fortsetzung und Vollendung der Schöpfung des Menschen, Entwictelung desselben zu seinem vollen und reinen Begriffe, Ausgestaltung des göttlichen Gleichnisses an ihm. Gott, welcher den Menschen zur lebendigen Seele erschaffen, macht ihn durch Einwirkung und Mittheilung seines Geistes zum lebendigen Geiste. In der ersten Schöpfung ward des Menschen Substanz, in der Offenbarung wird nur eine höhere Form und Beziehung an derselben hervorgebracht. Ist die Schöpfung möglich, warum nicht deren Folge? ist die Hervorbringung der Substanz durch Gott möglich, warum nicht die des Accidens daran? Wirken doch täglich Menschen auf Menschen bildend, und dem Urheber des Menschen sollte dergleichen nicht möglich seyn?

3) Die Offenbarung ist nur Ausübung der göttlichen Herrschaft über, und Vorsehung für uns; wer die Möglichkeit der letz» lern zugibt, kann die der erstcrn nicht läugnen.

4) Mit der Möglichkeit der Religion, die wir vorhin betrachtet, steht die der Offenbarung; denn diese ist aus dem Grunde und zu dem Zwecke der Religion.

5) Für die Möglichkeit der Offenbarung ist der «onzus com»lllu«, das juljicium numZn^e ngwsge; denn alle Völker berufen sich auf Offenbarung, halten sie also für möglich.

6) Die Liebe ist ihrem Begriffe nach communicativ; nun ist Gott die Liebe, die Mittheilung seiner als Wahrheit aber Offen» barung.

7) Die Geschichle zeigt mit der Wirklichkeit der Offenbarung deren Möglichkeit. Daß er offenbaren kann, und wie er offenbaren kann, ist demnach kein Problem mehr.

Hinsichtlich der Möglichkeit der sogenannten mittelbaren Offenbarung kann keine besondere Schwierigkeit erhoben werden; denn tas leuchtet wohl von selbst ein, daß Gott, wenn er einem Menschen seine Offenbarung hat zu Theil werden lassen, er sich desselben bedienen kann, um sie Andern kund zu thun. Offenbar ist solches nicht außer der Macht, noch wider die Weisheit und die Güte Gottes.

z. 3. Nothwenbigleit bei Offenbarung.

Daß die Menschheit ihren Zweck hat, den sie erreichen soll, könnte nur da in Abrede gestellt werden, wo mit Läugnung eines persönlichen Gottes als freien und bewußten Urhebers aller Dinge alle Teleologie aus denselben weggeläugnet wird. Wo aber ein persönlicher Gott anerkannt wird, muß auch die Teleologie der Dinge, besonders der Intelligenzen, angenommen werden, wie umgekehrt mit der Teleologie auch nothwendig ein persönlicher Gott anerkannt wird. Damit aber die Menschheit ihren Zweck erreiche, dazu gehört eine gehörige, klare und gewisse Erkenntniß des Zwecks und der erforderlichen Mittel. Aus sich könnte die Menschheit im Allgemeinen weder diesen Zweck noch die Mittel mit der erforderlichen Klarheit und Gewißheit erkennen, denn hierzu gehörte ein von Natur kräftiger, durch eine gute Schule und fortwährende Uebung entwickelter Verstand, ein mit diesem entwickelten kräftigen Verstände muthig unternommenes, und mit reinem Gemüthszuftande, höchster Liebe, mit aller Begeisterung für das Eine, was Noth ist, für die Wahrheit und das Recht, unermüdet fortgesetztes Durchforschen des Selbst, der Geschichte, der Natur, und Gottes, kurz

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