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5) Für die Möglichkeit der Offenbarung ist der sensus communis, das judicium bumanae naturae; denn alle Völfer berufen sich auf Offenbarung, balten sie also für möglich.

6) Die Liebe ist ihrem Begriffe nad communicativ; nun ist Gott die liebe, die Mittheilung seiner als Wahrheit aber Offenbarung.

7) Die Geschichte zeigt mit der Wirflichkeit der Dffenbarung deren Möglichfeit. Daß er offenbaren kann, und wie er offenbaren fann, ist demnach fein Problem mehr.

Hinsichtlich der Möglichkeit der sogenannten mittelbaren Offenbarung kann feine besondere Sowierigkeit erhoben werden; denn bas leuchtet wohl von selbst ein, daß Gott, wenn er einem Mens iden seine Offenbarung bat zu Theil werden lassen, er sich dess selben bedienen fann, um sie Andern fund zu thun. Offenbar ist solches nicht außer der Macht, noch wider die Weisheit und die Güte Gottes.

9. 3. Nothwendigkeit der Offenbarung. Daß die Mensdheit ihren Zwed hat, den sie erreichen soll, fönnte nur da in Abrede gestellt werden, wo mit läugnung eines persönlichen Gottes als freien und bewußten Urhebers aller Dinge alle Teleologie aus denselben weggeläugnet wird. Wo aber ein persönlider Gott anerkannt wird, muß auch die Teleologie der Dinge, besonders der Intelligenzen, angenommen werden, wie umgekehrt mit der Teleologie auch nothwendig ein persönlicher Gott anerfannt wird. Damit aber die Menschheit ihren Zwed erreiche, bazu gebört eine gehörige, flare und gewisse Erkenntniß des Zwecks und der erforderlichen Mittel. Aus fich fönnte die Menschheit im Allgemeinen weder diesen Zwed noch die Mittel mit der erforderlichen Klarheit und Gewißheit erfennen, denn hierzu gehörte ein von Natur fräftiger, durch eine gute Schule und fortwährende Uebung entwidelter Verstand, ein mit diesem entwidelten fräftigen Berstande muthig unternommenes, und mit reinem Gemütbszustande, bödster liebe, mit aller Begeisterung für das Eine, was Noth ist, für die Wahrheit und das Recht, unermüdet fortgeseptes Durchforschen des Selbft, der Geschichte, der Natur, und Gottes, kurz alles Bigbaren, um so den vollen Begriff und die ganze Stellung des Meniden, seine Dronung in ihm, und gegen Alles, was ift, gan; und rein zu ermitteln. Nun haben aber iebr wenige Mensden selben von Natur fräftigen Bertiand und selde gute Entwices lungsídule und iclde Uebung, und die zu icloen anhaltenden Sdit, Geidiót- und Narurftudien erforderlide, ridtige und reine Geiftes- und Gemütheftimmung, solde bebe Liebe und Begeifterung für die Babrbeit, Benige die Bebantlidfeit und die Mittel und die Zeit, welde zur Pöiung dieser Aufgabe erforderlió find').

Belde leideni aften treiben den Jüngling, welde Sorgen umgeben den Mann, welde Borurteile den Greis, von dessen Träge beit, Beitläufigkeit und Ungeidid nichts zu lagen! Bann wäre man von dem, was die reine Babrbeitserfenntniß verbindert, befreit, und wann tüste man gemię, naß man davon befreit ift? Bann fönnte der Arme, Dienende, wann der Reide, Herridende an die gründlide Erforidung geben? Bie und mann fönnten sie wobl fertig werden? Bürden niót alle den Rand ibres Lebens berübrt baben, bevor fie ned reót an den Anfang der Erfenntniß gefommen, von einem volftändigen, gründliven, ztreifellosen Wissen niót zu reden? Und würden sie ibr Peben miót zugebracht baben, dasjenige zu sugen, nad welbem fie dasselbe bätten eins ridten jellen?

Wenn wir einen Blid in die Geldiote des Menidengeidledts werfen, so finden wir, wie die Bósfer, welde die reine Quelle der Offenbarung verlassen batten, damit aud mit ibrem Denfen und leben sich auf das Gräßlicofte verirrten; wie sie den Geftirnen, Elementen, Tbieren und Meniden, den Sdöpfungen ibrer Phantafie und den Werfen ihre Hände göttlide Berebrung erwiesen; wie sie ihren Göttern ihre Leidenschaften und Papier zulegten, und die Bollbringung der gráulioften Dinge zum Cultus reoneten. Wenn fic idon bieraus ein bodi ungünstiges Ulrtbeil binfiddich der

1) Lact. An exspectabimus donee Socrates aliquid sciat ? aut Apasagoras in tenebris lumee ipreniat? aut Democritus reritatem de puteo estrabat! sut Empedocles dilatet animi sai ries? aut Arcesilas et CarReades videant, sentiant, percipiant ? Ecce roi de coelo veritatem docens, et nobis sole ipso clarius lumen estendens. Dir. inst. III, 29.

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1) Rom. I. Clem. cob. Tbolud in Neander's Denkwürdigkeiten. Ib. I. Stolberg dreifacher Charakter des Gößendienstes in der Ges idiote der Religion 3. Ch.

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1) Cic. Nihil tam absurde dici potest, quod non dicatur ab aliquo philosophorum. De divin. II, 58.

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