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$. 5. Erkennbarkeit der Offenbarung. Da die Offenbarung nothwendig ist, so muß fie eben darum auch von Allen, welde ernstlich wollen, leicht und mit Gewißheit erfannt werden. So erfennbar wird und ist sie aber durch ihre äußere, in die Sinne fallende Verfündung und Bezeugung. Der Mensd ist nun einmal sehr sinnlich und äußerlich, wie aus der Ers fahrung evident ist, und wie er es bis zu diesem hohen Grade geworden ist, wissen die, welche den Fall glauben und wissen. Eine rein innerlich und geistig Statt findende Offenbarung würde für den so Sinnlichen nicht die Bestimmtheit, Gewißheit und Festigkeit haben, wie die vor seinen Sinnen auftretende, mit allen zu fassende; dann wäre eine rein innerlidhe eben darum eine rein indivi: duelle, subjective, wie umgefehrt eine äußerliche objectiv und alls gemein, von allen Gegenwärtigen, mit allen Sinnen zu ergreifen und festzuhalten ist, eine Vergleidung und Bewährung der Wahrs nehmung aller dadurch möglid wird. Eine rein innerliche und geistige Offenbarung wäre nicht ohne Gefahr der Täuschung und Verfälsdung von Seite des Menschen, dem sie zu Theil geworden, und so für die Uebrigen jenes Charakters beraubt, welder den Verstand und den Willen und alles Leben unter fich zu beugen im Stande ift. Denn wie manches göttlich Eingegebene könnte nur für ein dem Boden der mensdlichen Subjectivität Entsprungenes, und wie manches Subjective für ein göttlich Mitgetheiltes genoms men und ausgegeben werden? Wie leicht fönnte etwas von der innern Eingebung wegräsonnirt, und wiederum etwas dazu phantasirt werden? wohingegen die derbe, fefte Wirklichkeit der äußern

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das Wunder an und für sich als feines zu erklären, sondern objectiv zu bestimmen als eine in der Natursphäre durch höhere Causalität bewirfte außerordentliche Erscheinung oder Begebenheit '). Die Ausdrüde, das Wunder sey gegen, neben oder außer der Ratur, die man hin und wieder gebraucht findet, laufen der Intention nach auf eines hinaus. Das Wunder (miraculum) an sich ift für uns auch ein Wunderbares (mirabile), aber das für uns Wunderbare darum nod fein Wunder. Die Unterschiede miraculom 1) quoad substantiam facti, 2) quoad subjectum in quo fit, 3) quoad modum faciendi ?) geben fich durch die Bezeichnung hon binreidend zu erfennen, sind rein äußerlich, berühren die Ersdeinung, aber nicht das Wesen des Wunders, und haben nur in Beziehung auf unsere Erfenntniß eine Bedeutung. Das miraculum quoad substantiam ist z. B. schneller, leichter zu erfennen, als eines quoad modum. Von den Wundern der Gnade baben wir hier nicht zu reden, von dem Wunder der Wissens daft (Prophetie) nadher,

1) Aug. Contra naturam non incongrue dicimus aliquid deum facere, quod facit contra id, quod novimus in natura. Hanc enim etiam appellamus naturam cognitum nobis cursum solitumque naturae, contra quem deus cum aliquid facit, magaalia vel mirabilia nominantur. c. Faust. XXVI, 3 Quae quidem contra naturam plerumque appellantur, non quod naturae adversentur, sed quod naturae modum, qui nobis est usitatus, excedant. adv. Faust. XXIX, 2. Arnob. faßt das Wunder als ein exuperare der constituta fatorum. Sole ipso est clarius, potentiorem illum fuisse quam fata sunt, cum ea solvit et vicit, quae perpetuis nexibus et immobili fuerant necessitate devincta. I, 17. Als eine Ueberwältigung der Natur faßt es auc Sedul. Carm. Pasch. 1, 70. 204. III, 185. Theod. Heracl. Δόξα θεού δείκνυται εκ της θαυματουργίας των υπέρ την φύσιν και ελπίδα (cfr. Rom. IV, 18.) ÚTOTENOULévwr. In Joan. XI, 40. (ap. Corder. Cat.) Cfr. Chrys, in Gen. Hom. XXXIX. n. 1. Nach Thomas ift ein Wunder, quod fit praeter ordinem totius naturae creatae. P. I. qu. 110. art. IV. (ähnlich Albert. Summ. II, 8. 31.) oder : quae divinitus fiunt praeter ordipem communiter servatum in rebus. adv. Gent. III, 101.

2) Thom. P. I. qu. CV. art. VIII. Cl. Aug. Trin. II, 4. n. 11, Ammon. Theophyl. in Joan. IV, 48.

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1) Prud. «Dubitaspe verti posse naturae statum ? »

Cui facta forma est, qualis esset primitus
Hanc nempe factor vertere, ut libet potest,

Positasque leges texere ac retexere. Trepi OTEV. Hymn. X. Rousseau. Dieu peut-il faire des miracles, c'est à dire, peut-il déroger aux loix, qu'il a établies ? Cette question serieusement traitée serait impie, si elle n'était absurde. Ce serait faire trop d'honneur à celui, qui la resoudrait negativement, que de le punir ; il suffirait de l'enfermer. Mais aussi, quel homme a jamais nié, que dieu pût faire des miracles ? Lettres écrites de la montagne. Lettre III.

2) Aug. Deus autem creator et conditor omnium naturarum nihil contra naturam facit, id enim erit rei cuique naturale, quod ille fecerit, a quo est omnis modus, numerus et ordo naturae. c. Faust. XXVI, 3.

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