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Vorwort
zur ersten Auflage.

Hiermit übergebe ich dem Publicum den ersten Theil meiner neuen Bearbeitung der Dogmatik, enthaltend das, ivas man früber demonstratio christiana und catholica, dann ,,Generaldogmatik“ und in der neuesten Zeit Apologetik und Polemik genannt hat. Daß ich durch Wiederaufnahme der eben antiquirten Benennung „Generaldogmatik“ mir den Vorwurf regressiver Tendenzen zuziehen werde, glaube id nidt befürchten zu müssen. Denn wer kann im Ernste dafür halten, der Fort- und Rüdsdritt einer Disciplin fey von einer alten oder neuen Uebersdrift bedingt? Wenigstens denkt so Keiner von den Verständigen, um deren Urtheil es mir allein zu thun seyn kann. Einen hinreis denden Grund, den Namen „Generaldogmatik“ zu rehabilitiren, glaubte ich eben in deren Inhalte zu finden, welder nicht mehr und nicht weniger als die Erörterung der Frage seyn kann: was ist Dogma, was ist im Augemeinen das Materiale und Formale, wodurch ein Dogma als dieses constituirt wird ? wie der sogenannten Specials dogmatik im Gegensatz zu ihr diese Bezeichnung gegeben worden und zu vindiziren ist, weil hierin die Frage zu be

antworten steht: welche sind die Dogmen, welche sind die
Doctrinen, welchen die dogmatische Qualität zukömmt, und
welches ist ihr innerer Zusammenbang und das Verhält-
niß unsers Geistes zu denselben? Gegen Apologetik,
wie man in neuerer Zeit die Vertheidigung des Christen-
thums (die demonstratio christiana), und Polemik, womit
man die Vertheidigung der Kirche (demonstratio catholica)
bezeichnet hat, kann, scheint mir, füglid, erinnert werden,
daß diese Benennungen den Inhalt, zu welchem sie gebören,
gar nicht anzeigen, wie offenbar ist, nur eine gewisse
Function und Tendenz ausdrücken, welche in jedem Gebiet
vorkommen und auf jedes Object ohne Unterschied sich be-
ziehen kann, welche die Dogmatik von Anfang bis zum
Ende begleitet und bewegt, durd, die ganze Theologie und
Philosophie hindurchgeht, und nur durd einen Act der
Willkür und Laune auf die jest damit betitelten Disciplinen
besdränkt werden könnte. Der Name Einleitung, welchen
man aud vorgeschlagen und versucht hat, leidet allerdings
ebenfalls an einer gewissen Unbestimmtheit; nichtsdestowe-
niger glaube ich, daß er Mandem nicht wissensdaftlich
genug klang, weil er nicht ins Griechische umgesetzt worden,
wie dieselben das verdeutschte Apologetik und Polemik sofort
als unwissensdaftlid; verurtheilen würden. Daß in der
Generaldogmatik mit einer Betrachtung über den Egoismus
und Skepticismus angefangen worden ist, kann Niemanden
wohl zu weit ausgeholt scheinen, wenn man bedenkt, daß
alle mehr oder minder negative Erscheinungen auf dem
religiösen Gebiete auf diesem Princip beruhen und dessen
mehr oder minder consequent entwickelte Folgen sind, und
daß mit Anerkennung der Nidtigkeit dieses Princips alle
dessen Ersơeinungen und Folgen, die Opposition gegen
der Kirche grade so zu ordnen, sie vor allen übrigen Doctrinen und als deren Erkenntnißfundament zu betrachten und zu behandeln sey, und nicht anderswo , und wenn man will, selbst am Ende des Ganzen ihre Stelle finden könne; dieses zu behaupten, kann Niemand in den Sinn kominen.

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Daß die Lehre von der Hierarchie wesentlich zu der von der Kirde gehört, kann wiederum nicht in Frage gestellt werden, und welcher da meinte, sie geböre aussdließlich dem Kirchenrechte an, dürfe demnach in der Dogmatik keine Stelle finden; der bätte sich ein unbegreifliches, keiner ernsten Widerlegung fähiges Verseben, zu Schulden kommen lassen. Allerdings hat auch das Kirchenrecht die Hierarchie zu besprechen, aber in anderer Beziehung und auf eine andere Weise, wie denn das Nämliche aud von der Kirche gilt; darum ist aber die Hierarchie so wenig als die Kirche nur ein kanonistisches Object. Die Generaldogmatik bat an der Kirche die von Anfang gesepte organische Gliederung und Besonderung in Gemeinde und Vorsteberschaft, die Lebrauctorität und potestas veridictionis der legtern nadzuweisen, wie die Specialdogmatik ihre sakramentalische Eigenschaft und Function zu besprechen, das Kirchenredyt die äußerlichen Rechtsverhältnisse, jurisdictionellen Pflichten und Befugnisse zu behandeln hat.

Die Lehre von dem Primat habe ich verhältnißmäßig um so weitläufiger behandeln zu müssen geglaubt, als bierüber immer noch die ungründlichsten Ansichten und voreingenommene Meinungen aller Art von so Manchen, die wissen, was sie thun, und Andern, die es nicht wissen, als ausgemachte Wahrheit, als non plus ultra von bistorischer und kanonistischer Weisheit, mit hochweiser vor

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