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VORWORT.

Das Bemühen, in Gedankengang und Compositionsweise der horazischen Briefe und des vielgeprüften Buches über die Dichtkunst einzudringen, hat mich zu eigenthümlichen Resultaten geführt, welche ich Lesern von gleichem Bedürfniss hiermit vorlege, ohne mir zu verhehlen, dass die mit Worten und Sätzen zufriedene Menge sowie die Hohenpriester der ars nesciendi sich auch von diesem Wagestück „subjectiver Willkühr“ unbesehen abwenden werden. Mir scheint die Wissenschaft des classischen Alterthums nicht gefährdet zu sein, wenn neben den die diplomatische Grundlage feststellenden Ausgaben auch Texte geformt werden, welche der zwingenden Gewalt innerer Evidenz mehr gehorchen als äusserlichen Zeugnissen von unsicherer Auctorität. Warum soll mir verwehrt sein, die nach meiner Ueberzeugung einzig geniessbare und vernünftige Gestalt poetischer Kunstwerke im Druck darzustellen und Kennern zur Prüfung zu empfehlen? Mag dieselbe nun Beifall finden, oder schärfer Blickende anregen die Aufgabe besser zu lösen, oder wenigstens die Einsicht noch ungehobener Schwierigkeiten verstärken, in jedem Falle werde ich der Wissenschaft einen Dienst geleistet haben. Ist es Vermessenheit, wenn ich hoffe einen und den anderen Gleichgesinnten zu finden, der meine Gedanken z. B. über die sechste Epistel des ersten Buches, über die beiden Abschnitte der Poetik (73 - 85 und 391 - 407) theilen wird?

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