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Mein Verfahren in Behandlung der lateinischen Synonymik und Etymologie ist im ganzen dạs nämliche geblieben , wie im ersten Theile;. nur findet diessmal ein engerer Zusammenhang der einzelnen Aufsätze unter einander Statt. Sie bilden nämlich zusammen drei grössere, von einander unabhängige, Capitel, in dem ersten (n. 31. bis 44.) werden die wichtigsten Derivata des Stammes luo : behandelt, fuere, luxuria, pluere u. a., zugleich mit dem Stamme lúceo, ohne dass ich entscheide, ob beide Wörter einen gemeinschaftlichen , oder nur einen homonymen Stamm haben.

In den zum zweiten Capitel gehörigen Auf sätzen (n. 45. bis' 53.) herrscht das zwar ungem bräuchliche, aber unläugbare Verbum cellere, aus welchen ich eine Reihe verkannter Wortbildungen zu erklären versuche; und endlich im dritten Capiz tel (n. 54. bis 60.) führe ich eine in der Vorrede zum ersten Theile S. XXI ausgesprochne Bemera kung aus. a

is - Aber daneben hat vielleicht meine Methode einer Verbindung der Synonymik mit der Etymo logie durch die 101 gesetzte Uebung auch an Bes' stimmtheit und Festigkeit gewonnen. Denn je in niger ich mich bei jedem Schritte überzeugte, dass tie Audlindung des Stammes oder wenigstens, der

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Familie der zu vergleichenden Synonymen die ne-
gative Bedingniss zur Bestimmung der Differenzen
zwischen den Synonymen sei, desto eifriger habe
ich auch mein Verfahren auszubilden mich bemüht.
Da jedoch gerade dieser Theil meiner Arbeit bisher
mehr Widerspruch gefunden hat, als der synonym
mische, so halte ich es für angemessen, über die
Grundsätze, welche mich bei meinen etymologi
schen Untersuchungen leiteten, zur Ergänzung deste
jenigen, was die Vorrede zum ersten Theile über
den nämlichen Gegenstand enthält, hier noch eini-
ges! beizufügen.

Die Etymologie hat in gewisser Hinsicht eine
auffallende Aehnlichkeit mit der Conjecturalkritik
in allen ihren Verrichtungen. ; Wer in diesem letze
tern Fache arbeitet, muss bekanntlich auf dreierlei
achten: erstens untersuchen, ob eine Schwierigkeit
vorhanden sei, welche eine Conjectur nöthig ma-
che; zweitens darauf Bedacht nehmen, dass die
Conjectur von der historisch überlieferten Lesart so
wenig als möglich abweiche; und drittens, dass die
Conjectur dem Zusammenhange, dem Geiste des
Schriftstellers und der Sprachel angemessen sei:
Eben so muss der Wortforscher vor allem fragen,
ob er ein Wort vor sich habe, welches einen wei-
tern Ableitung fähig sei. Darf er es als einen Ury

.
stamm ansehen, so ist für ihn zunächst, wenn er
nicht in das Gebiet der Sprachentergleichung hinu
überschweifen will, so wenig zu thun als für den
Conjecturalkritiker bei einer gesunden Stelle. Fer-

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ner hat der Kritiker hauptsächlich zwei Fehler zų vermeiden, die Kühnheit und Willkühr in Verände' rung der Buchstaben und die Geschmacklosigkeit und Fehlerhaftigkeit des neuproducirten Gedankens, Jene Kühnheit, welche die grössten Kritiker von jeher am wenigsten gescheut haben, ist häufig nug eine scheinbare, welche z. B. für den in der Paläos graphie bewanderten Philologen oft gänzlich verschwindet; allein eine Conjectur, . welche ihrem Sinn und Gedanken nạch nicht entweder gleich auf den ersten Blick einleuchtet, oder wenigstens so erläutert wird, dass nichts gezwungenes oder fehlerhaftes in der angeblich verbesserten Stelle übrig bleibt, ist ohne allen Werth, da sie weder die Wissenschaft fördert, noch selbst als ein geistrei, ches Spiel gelten kann. In dem nämlichen Falle ist der Etymolog: Der natürliche und nothwendige Gedankenzusammenhang zwischen dem Derivandum und dessen Stamme oder Stammverwandten muss sein Hauptaugenmerk sein, der Gleichklang und die Buchstabenähnlichkeit erst sein zweites; und durch nichts giebt er seine Oberflächlichkeit mehr kund, als wenn er durch die sinnliche Aehnlichkeit der Wörter sich verführen lässt, auch gleich eine geistige Verwandtschaft anzunehmen und dadurch erzwingen zu wollen, dass er beide Wörter unter irgend ein Merkmal, gleichviel ob wesentliches oder unwesentlichęs, subsumirt. Ich würde Beispiele von solchen Missgriffen anführen, wenn sie nicht in ganzen Büchern, aus alter und

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neuer Zeit vor uns lägen. Um diesem Fehler zu entgehen, habe ich mir selbst bei meinen Derivar tionsversuchen überall den historischen Beweis aufz erlegt, dass die von mir in étymologische Verbindung gebrachten Wörter wirklich für die Alten auch sinnverwandt waren, eine Aufgabe, welche sich nicht natürlicher lösen liess, als mittelsteiner Nachweisung ihrer Synonymie durch Beispiele aus den Classikern. Ich habe dabei der Anschaulich keit zu Gefallen auch den Schein oder Vorwurf der Weitläufigkeit und 'Trivialität nicht gescheut. 3 3.

Je vorsichtiger und ängstlicher ich in der Anz nahme der Ideenassociation verfahren bin, desto weniger liess ich mich durch die Verschiedenheit des Aeusseren hindern, Wörter für stammverwandt oder auch für identisch zu erklären, welche kaum einen einzigen Buchstaben gemein haben. Diese Freiheit muss hauptsächlich solchen Beurtheilern als blinde Willkühr vorkommen, welche in der Etymologie die in den Derivatis vorgehenden Vert änderungen zählen, anstatt sie zu wägen. Bei einer richtigen Ansicht, welche schon die Geschichte des alten Alphabets gewährt, oder sich bei einer methodischen Beschäftigung mit der i Etymologie bald von selbst bildet, erscheint der Uebergang z, B. von'b nicht blos in p, ph, F, 0, sondern auch in m, oder gar in mb, mp, eben so der vonc in g, h, qu, in'nc, ng, ngú, ferrier die Verwechsebung von l und r, von 'r und sy von s und ewa fast als blose orthographische Verschiedenheit z demnach

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