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. Ob nun gleich die zweyte Ehe an sich erlaubt ist, so hat sie dennoch so wenig das heidnische als christliche Alters thum gern gesehen, wenigstens war der Wittwenstand weit mehr geehrt 93). Nur sie, die Wittwen, wurden daher bey denti Römern mit dem Kranze der Reuschheit beehrt 94), nur sie waren fähig, zu Priesterinnen gewählt zu werden "s),, und man vergas nicht, zum Lobe einer verstorbenen Wittwe, äuf ihrer Grabschrift zu bemerken, daß sie uni nupta oder univira gewesen sen 96). Dahingegen mußten diejenigert Wittwen, welche zur andern Ehe schritten, ihre Hochzeit ims mer an Festtagen fenern, um sie bey dem 'an solchen Lagent gewöhnlichen Zusammenlaufe von Menschen desto mehr zu beschämen, wie Plutarch '7) erzählt. Zwar änderte sich diese Stimmung, nachdem Raiser Uugustus die Lex Iulia et Papia Poppaea, wiewohl nicht ohne geringen Widers spruch des Volks, durchgelegt hatte, welches die Bürger durch Belohnungen und Strafen zur Schließung per Ehen antrieb 98). Nun ward' es auch den Wittwen zur geseg: lichen Nothwendigkeit gemacht, sich wieder zu verhenrathen, und ihnen nur, aus Uchtung für die Schamhaftigkeit ihres

- 93) S. Ulr. HUBER Digression. Justinian. P. II. Lib. I.

Cap. 14. pag. 512-517. Jo. Gottl. HEINECCIUS ad

Leg. Jul. et Papiam Popp. Commentar. Lib. II. Cap. 16. ... §. 2. pag. 296:-- 302. Jos. BINGHAM Origin. 8. Anti

quitat. ecclesiast. Vol. II. Lib. IV. Cap.5. pag. 151 sqq. und J. H. BOHMBR iur. eccles. Protestant, Tom. IV.

Lib. IV. Tit. 21. §. 2. 899. pag. 494. sqq. 94) VALER. MAXIMUS Memorabil. Lib. II. cap. 1. i i

95) TREBELLIUS Pollio de trig. tyrann. cap. 32., . .-.96) PROPBRTIUS. Lib. IV. Eleg. 12. Thon. RBINE&IUS In

script. Clas. XIV. Nr. 73., . ... ;^, ..I 97) Quaestion. Rom. CV. T . ' in

Geschlechts, eine Frist von zwen Jahren, so wie ben von ihren Männern geschiedenen Weibern ein Zeitraum von einem Jahre und sechs Monaten, gestattet, binnen welchem sie eine Befreyung (vacatio) von den Strafen des Cälibats - zu genießen haben sollten ??). Den Wittwern kam freylich eine solche Vacation nicht zu statten, weil diesen kein Ges schlechtshinderniß im Wege stand, um sogleich wieder zur andern Ehe schreiten zu können '09). Man kannte daher auch vor den Zeiten der christlichen Kaiser noch, keine Vers fügung des römischen Rechts, welche, auch nur zum Besten der Kinder der ersten Ehe, der zweyten Ehe ungünstig gewesen wäre '). Das Gesetz erklärte vielmehr die einem Vermächtniß oder Erbeinsebung beygefügte Bedingung der Viduität, als eine in fraudem legis geschehene Private perfügung, für nicht, beygefügt °) Allein noch war die

". 98) S. HEINECCIUS cit. Commentar. ad Leg. Jul. et Pap.

Popp. Lib. I. cap. 3. 99) Ulpian. Fragm. Tit. XIV. S. 1. Feminis Lex. Julia ".. a morte viri anni tribuit vacationem, a divortio sex

mensium: Lex autem Papia a morte viri, bienni, ... a .repudio, anni et sex mensium. S: HBINECCIUS

Comment. cit. Lib. II. cap.5. . 3. pag. 184 899. 200) Heineccius c. I. pag. 185. ii) S. Corn. Wilh. de ROER Dissertat. de effectu reli

gionis christ. in iurisprud. Rom. Fasc. I. Diss. VI.

D. 18. pag. 239.. . 2) L. 22. L. 62. §. 2. L. 63. L. 64. L. 72. §. 5. L. 74.

L. 77. $. 2. L. 79. 9.4. D. de condit, et demonstrat.

S. HEINECCIUS Comm. cit. Lib. II. cap. 16. §. 2. I pag. 298 – 300. Franc. Ramos deL MANZANO Comm. christliche Religion in dem römischen Reiche zur herrschens den Religion des Staats nicht erhoben, als schon die heis ligen Väter anfiengen, ihre Stimme gegen die zweyte She zu erheben, und die alte Meinung von dem hohen Werthe des Wittwenstandes wieder geltend zu machen such ten. · Unläugbar hatte zwar der Apostel Paulus 3) auch selbst gegen die Wiederverheyrathung einer Wittwe nichts,

ad Leges Jul. et Pap. Lib. IV. Reliquạt. 27. (Thes. Meerm. Tom. V. p. 487.) Jo. Sal. BRUNQUELL Diss.

3 nur auf eine dem Herrn' wohlgefällige Weise aeg schieht; allein sie suchten den Christen ihres Zeitalters die zweyte Ehe dadurch gehäßig zu machen, daß sie lehrten, wenn auch der Apostel denen, welche in Wittwenstande leben, erlaubt hätte, sich wieder zu verheyrathen, so sen dieses doch blos um der Schwachen willen geschehen, denen nicht die Tugend der Enthaltsamkeit, die das Christenthum empfiehlt, beywohne, und für die es daher beßer sen, wieder zu heys rathen, als von unkeuschen Begierden herumgetrieben zu wers, den. Dahingegen habe der Apostel selbst seine Meinung deuts lich genug ausgesprochen, daß der unverheyrathete Stand besser und zur Gottseligkeit geeigneter fen, als der Ehes stand 4). Daher nennen die Kirchenväter die zweyte Ehe bald ein speciosum adulterium ), bald eine honesta

de conditione, si non nupserit, ultimis voluntatibus
adjecta. S. 9. 899. in Opuscul. pag. 177 sqq.) und
Greg MAJANSIUS Disputation. iuris civ. Tom. II.
Disp. XXXIX. Es ist jedoch schwer, die L. 14. pr. D.
de legat. III. damit zu vereinigen. S. Zach. HUBER
Dissertation. iurid. et philolog. P. II. Diss. VIII.
Çap. 1. pag. 298 — 315. und Ernst Christ. Westo

Phal von Bermächtnissen und Fideicommissen. $.493.
3) 1. Korinth. VII. v.39...
4) Ebenda l.. v. 8. v. 52. 4. 33. .... .
5) ATHENAGORAS Apolog. p..?

fornicatio 6). Tertullian 7), der ihr am meisten feind war, bot alle Gründe auf, dieselbe auf der gebäßigsten Seite darzustellen. Der überlebende" Gatte, so lehrte er, bleibe mit dem verstorbenen immer noch im Geiste vers bunden; eß widerstreite die zweyte Ehe der mystis: fchen Aehnlichkeit der Verbindung' Christi mit der Kirche, welche durch die Ehe vorgebildet werde; ihr hange ein dedecus voluptuosum an, sie sey daher eine quasi species stupri. Ja Origines 8) vergaß fich in seinem heiligen Eyfer po sehr, daß er zu behaupten kein Bedenken, trug, tale coniugium homines eiicere e regno Dei. Auch auf den Kirchenversammlungen sprachen die heiligen Väter

6) CLEMENS ALEXANDRIN. Stromat. Lib. III. Fornicatio

est ab uno matrimonio ad alterum prolapsio. - GRATIAN. can. 9. C. XXXI. Qu. 1. wo unter der Aufschrift JOANNES CHRYSOSTOMUS homilia 32. folgende Worte vors kommen: Hac ratione et Apostoli praeceperunt secun, das adire nuptias' propter incontinentiam hominum. Nam secundam quidem accipere secundum praeceptum Apostoli est, secundum veritatis autem rationem, vere fornicatio est. Sed dum, permittente Deo, publice et licenter committitur, fit honesta fornicatio. S. BERARDUS ad Grat. canones P. III. Cap. 16.

pag. 188. 7) S. TERTULLIAN. lib. de monogamia. Id. Exhortat. ,ad castitatem. Id. ad Uxorem Lib. I. Ulr. Hu

BER Digress. Justin. P. II. Lib. I. cap. 14. hat alle diere Stellen angeführt, und sie reiner Critic unters worfen. . .

. 8) Homilia in Lucam XVII. Noch mehrere Stellen aus

ten Kirchenvätern eines jeden christlichen Jahrhunderts führt Heineccius Comm. ad Leg. Jul. et Pap. Popp. Lib. II. cap. 16. pag. 302. an.

ihr Mißfallen gegen die zweite She laut und nachdrüdlich aus, wovon das Nicäische 9); | Laodicäische ''), Neucäsareifche .'!), und das vierte Karthaginens sische Concilium '?) zum Beyspiele dienen können '3). Daß das Ansehen dieser heiligen Väter auch auf die Ges feßgebung selbst nicht ohne Einfluß bleiben konnte, 'ift leicht zu erachten '4). Denn sie sprachen ja nur die Stims mung ihres Zeitalters gegen ein ihnen allen ohnehin ges. häßiges Geset, die Lex Papia Poppaea, aus "S). Vielleicht war die nächste Folge" davon, daß die in den lege tern Willensverordnungen beigefügte Bedingung der Viduität nun nicht mehr, wie nach dem angeführten Gesek, für ganz unwirksam gehalten wurde 16). Es wurde näm.

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9) S. Harduin Concil. Tom. I. pag. 511. ' ; 10) HARDUIN T.I. pag. 782. 11) HARDUIN T. I. pag.788. 12) HARDUIN Tom. I. pag. 985. 13) Man rehe, vorzüglich BARBEYRAC Mórale des Peres.

Cap. XIII. S. 8. 14) Don dem großen Einfluß des Clerus auf die damalige

Gerekgebung handelt ausführlich de RÆOBR Dissertat.

cit. de effectu religionis christ. in iurisprud. Rom. ***... Diss. III. . .

. . . . . .; - 25) S. BOEHMER iur. eccl. Protest. Lib. IV. Tit. 31. . 3. · MONTESQUIBU Esprit des Loix. Tom. II. Livr. XXIII.

Art. 20. pag. 418. macht daber die Bemerkung?. Les Peres ont censurés les Lois Papiennes sans doute avec un zele louable pour les choses de l'autre vie, mais avec tres peu de connoissance des affaires de

celle-ci. 16) S. Heineccius Commentar. cit. loc. pag. 302. in fin. 1. Anderer Meinung ist jedoch Georg. Lud. BOBHMER

Elector. iuris civ. Tom. II. pag. 556. sq.

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