Obrázky na stránke
PDF
ePub
[ocr errors]

terio pollutam sibi associaret thoro, et legitimo matrimonio, si hoc iure dici matrimonium potest, per quod oriuntur, quae Apostolus enumerat, mala, quae sunt fornicatio, immunditia, luxuria, etc. ad ultimum vero veneficia, et homicidia. – Tale igitur connubium anathematizamus, et Christianis omnibus obseramus. ' Non licet ergo, nec christianue religioni oportet, ut ullus ea utatur, in matrimonio, cum qua prius pollutus est adulterio '9).

Im Au&juge hat Gratian diesen Canon in seinem Decret can 4. C. XXXI. Qu. 1. Hier wird nun zwar der besondere Fall eines ben Lebzeiten des unschuldigen Ehes gatten erfolgten Eheversprechens zwischen den Ehebrechern entschieden, aber doch das Eheverbot auf diesen Fall feiness weges beschränkt; es wird vielmehr die allgemeine Verords nung hinzugefügt, daß es Niemand erlaubt sexy, diejenige Person zu heyrathen, mit welcher er, vorher Ehebruch vers übt hat "). '

" '

! Der Can. 51. Concilii Triburiensis, woraus ben 'Gratian der can. 1. Caus. XXXI. Qu. 1. ercerpirt ist, welcher aber unrid)tig dem P. Leo dem Großen ist zu geeignet worden, bestätigt das Nämliche mit ausdrücklicheë Beziehung auf die bestehenden Canones. Er lautet also:

Illud vero communi decreto secundum Canonum instituta definimus et praeiudicamus, ut si quis

[ocr errors]
[ocr errors]

10) HARDUIN Concil. Tom. VI. P. I. pag. 452. Mansi Con

cil. Tom. XVIII. pag. 152. .
11) S. van Espen Commentar. brey. in secund. Partem

Gratiani ad Caus. XXXI. (Oper. a GIBERT editor.
Tom. VIII. pag. 101.),

[ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]

cum uxore alterius, vivente eo, fornicatus fuerit, moriente marito, synodali iudicio aditus ei claudatur illicitus, nec ulterius, ei coniungatur matrimonio, quam prius polluit adulterio. Nolumus enim, nec Christianae religioni oportet , ut ullus ducat in coniugium, quam prius polluit per adulterium ').

Nur die leßten Worte hat Gratian in sein Decret aufgenommen, und diese vielleicht darum dem Pabst Leo zugeeignet, weil desselben in den vorhergehenden Canonen dieses Conciliums mehrmals, als can. 12. 29. und 38. Erwähnung geschieht'3). Es beweist aber auch dieser Sa , non des Concilii Triburiensis die uneingeschränkte ud. gemeinheit des Eheverbots wegen verübten Ehebruchs. Diese Allgemeinheit bestätiget ferner das erste zu Altheim unter dem R. Conrad im Jahr 916. gehaltene Concis lium 14), welches mit denselben Worten wiederholt, was der can. 51. des Conciliums zu Tribur bereits bestimmt hatte, wie aus can. 3. Caus. XXXI. Qu. 1. erhellet. Noch im elften Jahrhundert giebt die Kirchenversammlung zu Rouen vom F. 1072. can. 16.") und die zu Nies mes vom F. 1069. can. 10.'9) den vollgältigsten Beweis

.

. 12) Mans Tom. XVIII. pag. 155.
13) S. BERARDUS ad Gratiani canones. P. II. Tom. I.

Cap. XLII. pag. 300. in fin. et sq. . .
14) Man lere von diesem Concilio Altheimensi die Note
' Böhmers ad Can. 3. Caus. XXXI. Qu. 1. pag. 953.

reiner Ausgabe des corp. iur. can. - 15) HARDUIN Concil. Tom. VI. P. I. pag. 1188. MANSI

Collect. Concilior, Tom. XX. pag. 39. 16) HARDUIN. Tom. VI. P. II. pag. 1743. Mans Tom. XX.

pag. 936.

von dem allgemeinen und uneingeschränkten Verbote der

Ehe zwischen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin. Zwar wird in dem angeführten can. 6. Consilii Rothomagensis: Ne quis uxorem ducat, quacum adulterii perpetrati, priore uxore superstite, infamia flagravit, der Grund beygefügt: nam plurimi hac de causa suas (sc. uxores) interfecerunt. Daß aber auf diesen Fall, der blos die Veranlassung gab, ein schon von mehreren Kirchenver: sammlungen sanctionirtes allgemeines Eheverbot zu er: neuern, das Eheverbot selbst nicht habe eingeschränkt werden sollen, lehrt die allgemeine Fassung der Worte desselben.

So stand also bis auf Gratian das canonische Recht mit dem römischen Rechte im Betreff des Ehebruche, als eines schlechterdings vernichtenden Ebehindernisses zwis schen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin, in dem volls kommensten Einflange. Erst durch die neuern Verorð: nungen der Päbste. ward dieses Eheverbot eingeschränkt, wozu Gratians irrige Erklärung der angeführten Canos nen, und das große Ansehen seines Decrets die Veranlass sung gab. Gratian hatte nämlich die oben angeführten Schlüsse der Concilien zu Meaux, Tribur und Alts beim so verstanden, als ob darin die Ehe zivischen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin nur in zwey Fällen wäre untersagt worden, nämlich wenn sie auf das Leben des unschuldigen Ehegatten Unschläge gemacht, oder schon ben Lebzeiten desselben einander die Ehe versprochen hätten, wie aus der dem Can. 3. C. XXXI. Qu. 1. beygefügten Note Gratian's ersichtlich ist, wo er sagt: Hic sub. audiendum est, nisi prius peracta poenitentia, ét si

nihil in mortem viri machinatus fuerit: vel si vi. vente viro fidem adulterae non dedit, se sumptu. ..

rum eam
viveret.

sibi in coniugem, si viro eius super

Daß schon vor ihm der Bischof juo von Chartres durch sein Decret diese Einschränkung befördert habe, ist : unerweislich. In dem 9. Theile, welcher von der Ehe

handelt, ist freylich cap. 199. der daselbst angeführte can, g. Concilii Eliberitani durch eine falsche Leseart entstellt. Es heißt nämlich daselbst: lțem foemina fi

delis, quae adulterum maritum reliquerit fidelem, · et adulterum ducit, prohibeatur, ne ducat. Si

autem duxerit, non prius accipiat communionem,

quam is, quem reliquit, de saeculo exierit, nisi ?; forte necessitas infirmitatis dare compulerit. Nicht

die Ehefrau ist es, sondern der Ehemann, welcher hier als der ehebrecherische Theil genannt wird, den die Frau deswegen verlassen hatte. Dieselbe roll nun den Ehebres dher, oder einen Ehebrecher geheyrathet haben! Welcher Unsinn! In dem 9. Canon des Conciliums zu Elvira heißt es audy gar nidit, et adulterum ducit; sondern et alterum ducit. So liest auch Gratian, der doch gewöhnlich dem Ivo und Burdard folgte, aber diesen Canon an einem ganz andern Orte, nämlich Causa XXXII. Qu. 7. can. 8. anführt, wo er die Frage abhandelt, ob es dem Ehegatten, der sich von dem andern Ehegatten der Hureren wegen getrennt hat, bey dessen Leben zur an: dern Ehe zu schreiten erlaubt sey? Offenbar kann dieses nur von dem unschuldigen Ehegatten zu verstehen seyn; und dieser ist in unserm Canon die Ehefrau. Hielt man nun gleich in einem solchen Falle die Ehescheidung

selbst nach dem Geseß des Evangeliums für erlaubt, so - waren doch die Väter der orientalischen und occidentalischen

Kirche in Ansehung der Wiederverheyrathung verschiedener Meinung, indem jene dem geschiedenen Ehegatten, näms lich dem unschuldigen, sogleich zur andern Ehe zu schreiten erlaubten, legtere aber erst nach dem Tode des schuldigen Theils , 'und nahmen nur den Fall'aus, wenn Unenthalts famkeit des geschiedenen Ehegatten, eine Erlaubniß zur Wiederverheyrathung bey Lebzeiten des andern Ehegatten · nothwendig 'mache 17). Wie kann also hier als Regel sanctionirt seyn, daß der Ehebrecher die Ehebrecherin hers rathen könne? oder wie konnte Joo durch Verfälschung des Canons diesen Saß aufstellen, da er nicht nur gleich nachher Cap. 200. einen Canon' aus einen Afrikanis fchen Concilium des Inhalts anführt, daß die geschies denen Ehegatten nach der Lehre Christi und seiner Apos stel nicht wieder henrathen, sondern entweder ledig bleis ben, oder sich wieder aussöhnen sollten; sondern auch nachher alle die oben angeführten Concilienschlüsse, und noch mehrere andere der Reihe nach auf einander folgen läßt, welche die Ehe zwischen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin schlechterdings verbieten? Was wir aber bey Ivo finden, finden wir auch wörtlich bey Regino '8) und Burchard '%), so daß also auch Ivo deshalb eben so wenig eine Auszeichnung' verdient,' als den übrigen Sammlern vor Gratian zum Vorwurf gemacht werden kann, sie hätten sich wenig auf dieses Shehinderniß eins gelassen. :

17) S. BBRARDUS ad Gratiani canones. P. I. Cap. II. ad

can. 8. Caus. XXXII. Qu. 7. pag. 26. 18) De ecclesiast, disciplinis. Lib. II. cap. 103. 19) Decretum. Lib. IX. Cap. 63–74.

[ocr errors]
« PredošláPokračovať »