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tage des Erblaßers an zu warten nöthig, habe, sondern das ihr unter der gedachten Bedingung Hinterlaßene so: gleich gegen Caution erhalten könne. Allein dieser Meis nung scheinen die aus dem S. 8. des Kap. XLIV. oben angeführten Worte des Gerekes entgegen zu stehen, nach i welchen ganz das Nämliche beobachtet werden soll, wenn auch nicht ein Ehegatte dem andern, sondern ein Dritter einem Wittwer oder einer Wittwe unter dieser Bedingung Etwas hintotassen hätte. Nach der Analogie der Lex Julia Miscella muß also auch hier der Honorirte ein Jahr warten, ehe er das Hinterlassene fordern kann, wenn nicht Gründe der Unmöglichkeit einer zweyten Ehe schon vorhanden sind, oder noch vor Ablauf des Jahres .. eintreten. Nun hatte zibar Justinian jenes Geset insos fern aufgehoben, als dasselbe , der Bedingung ungeachtet, die Wiederverheyrathung erlaubte, wenn der Honorirte binnen einem Jahre einen Eid schmur, daß er blos, um Kinder zu zeugen, zur andern Ehe schreite; weil er den Willen des Erblassers durchaus erfüllt wissen wollte, wenn der Honorirte das ihm unter der Bedingung der Viduität Hinterlassene erhalten will. Es blieb nun aber auch dem Kaiser, da er die gedachte Lex Julia in sofern bestätigte, als vermöge derselben das Vermächtniß nach einem Jahre anders nicht, als gegen Leistung, der ; Mucianischen Caution erhalten werden sollte, kein anders Resultat übrig, als dieses, daß unter einem Jahre gar kein Forderungsrecht Statt finde , wenn nicht etwa schon vor Ablauf desselben folche Umstände eingetreten wäs ren, unter welchen die Bedingung für erfüllt gehalten wers den könne. .. fst nun aber seit dem Tode des Erblassers ein Jabr verstrichen, so kann nun zwar der Honorirte das

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ihm hinterlassene Bermächtniß fordern; allein er erhält es

nicht eher, als wenn er Caution leistet, daß er das, was .er bekommen hat, und zwar mit allen und jeden Nußuns gen, zurückliefern wolle, wenn er der Bedingung zuwiders handeln würde. Dieß ist diejenige Caution, welche von ihrem Urheber, dem Quintus Mucius Scävola 35), die mucianische Caution genennt wird, und deren Wirkung darin besteht, daß die Bedingung einstweilen für erfüllt zu halten ist 36). Die Natur der Bedingung macht also diese Caution nothwendig, die vor dem Tode des Honorirten darum nicht eristirt, weil eher keine Gewißheit entstehen kann, daß dawider nicht gehandelt werde. Dem Honorirten würde also das Vermächtniß nichts nüßen, wenn man diese Caution nicht zuließe 37), Die Caution felbst ist nun auf verschiedene Art bestimmt. 1) Ist die Sache eine unbewegliche, so soll der Honorirte eidlich caviren, und auch noch sein ganzes Vermögen verpfänden, ja es soll, wenn auch lekteres unterblieben wäre, eine stills schweigende Hypothek Statt finden. Die Caution geht hier dahin, daß wenn der Honorirte zur andern She schreiten würde, er die Sache, so wie er' fie empfangen bat, mit allen in der Zwischenzeit gezogenen Früchten; zurückgeben

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35) Nov. XXII. cap. 43. S. REUVEN8 Diss. cit. Intro

duct.. et. Cap. 1. Ge. D'ARNAUD variar. Conjecturar. Lib. II. cap. 14. und Greg. MAJANSIU8 Disputat. iuris

civ. Tom. II. N. XL.
36) L. 4. $. 1. D. de condit. instit. L.7. L. 67. L. 73.

L. 79. $. 3. L. 106. D. de condit. et demonstrat. S
Reuvons Diss. cit. Cap. III. g. 18

.
37) RBUVBNS Diss. cit. Cap. II. §. 6. und Ge. D'ARNAUD

Vitae Scaevolarum. (Traj. ad Rhen. 1767. 8.) 9.39. Glüds Erläut. d. Pand. 24. Ch.

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wolle 38). 2) Ist die Sache eine bewegliche, und der Hongrirte ist vermögend; so soll die nämliche : Caution Statt finden, welche denn aber nur auf Zurücklieferung der Sache, und im Falle sie etwa deteriorirt worden wäre, auf Schadensersaß geht. 3) Ift Geld vermacht, und der Honorirte hat es ausgeliehen, so soll er solches mit den Zinsen restituiren, welche er davon erheben konnte, (xa? μετά τόκων αποδιδόναι ών εκέιθεν λαβειν ισχύ-OELEV) 39), wobey er seine Angabe beschwören soll. Hat

er aber das Geld selbst gebraucht, so soll er die Zinsen mit vier Procent vergüten.. 4) Ist der Honorirte nicht sehr vermögend, so soll er noch außerdem einen Bürgen stellen, wenn er einen finden kann; fann er dieses nicht, To roll juratorische und hypothekarische Caution zwar hin: länglich seyn,' aber schreitet er zur zweyten Ehe, so foul derjenige, der ihm die vermachte Sache gab, solche sofort : von jedem vindiciren können, és mag sie besigen, wer da

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38) L. 76. Si 7. D. de legat. II. L. 79. S. 2. D. de condit. et demonstr. ..... . ! .

: 39) Der griechische Scholiast. Theodorus in den Bafilie

ten Tom. IV. pag.493. Sch.y. hat, åvadidoto xai ous thaßɛv årtóð tóxovs Saveioas. i. e. reddat etiam usuras pecuniarum foeneratarum. Der Honorirte rol allo caviren, daß er auch die Zinsen vergüten wolle, welche er zu erheben vernachlässiget hat. RBUVENS Diss. cit. Cap. III. S. 13. rchließt hieraus, dåß auch die vernach. Täßigten Früchte vergüret werden müßten, wenn das Vermächtniß in einer unbeweglichen Sache besteht. 21. lein diese Schlußfolge streitet gegen die klaren Worte des S. 2. wo es ausdrücklich heißt: ánodidoúc xai oos ša a Bey Łv ułoq xaproús; i. e. fructus, quos medio tempore percepit. Die erfolgte andere Ehe macht ihn ja aud nicht zu einem m. f. possessor. - ;

will, nicht anders, als ob ihm 'die Sache nie gegeben worden wäre; und dieses fou Statt finden, die Sache Ten eine bewegliche oder unbewegliche. Wäre hingegen 5) blós Geld vermacht worden, und der Honorirte könnte keinen Bürgen stellen, und hätte auch kein hinlängliches Vers mögen, so soll das Geld bey dem, der es auszuzahlen hat, zurückbleiben, und der Honorirte einstweilen blos die Zing fen, und zwar zu vier Procent, davon erhalten, welche ihm so lange ausgezahlt werden sollen, bis er entweder eine zweyte Ehe schließt, in welchem Falle dann aber die

bezahlten Zinsen wieder zurückgezahlt werden müssen, oder · nun gewiß ist, daß keine zweyte Ehe erfolgen werde, wo

ihm dann das Vermächtniß selbst ausgezahlt werden soll. Zulegt bestimmt das Geseß noch, wem die Sicherheit zu leisten sey ? Zwar giebt schon Gajus L. 18. D. de condit. et demonstrat. die allgemeine Regel : Is, cui sub conditione non faciendi aliquid relictum est, ei scilicet cavere debet Muciana cautione, (ad quem iure civili, deficiente conditione, hoc legatum, eave hereditas ' pertinere potest. Allein da es zuweilen uns gewiß seyn kann, an wen das Vermächtniß kommt, wenn der Bedingung entgegengehandelt wird, so 'fand Just is nian für nöthig, auch diesen Punct genauer zu bestimmen. Es sind demnach folgende Regeln zu bemerken. 1) Fft von einem Legat oder Fideicommiß die Rede, so muß die Caus tion dem geleistet werden, welcher damit beauflagt ist. Dieß ist gewöhnlich der Erbe, es kann aber auch ein Uns derer senn. Denn wer dasselbe zu prästiren hatte, an den fält es auch in der Regel zurück; aber auch dann, wenn das Vermächtniß einem Dritten zugedacht seyn sollte, muß doch dem cavirt werden, der dasselbe zu prästiren hat, weil es an diesen zurückfällt, wenn z. B. jener Dritte stürbe,

ii.

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che die Condition deficirt 40). Die Caution nüßt also hier benden. Denn lebt der Dritte zu der Zeit noch, da die Condition deficirt, und das Legat kommt nun an ihn, so kann er dasselbe mit der actio ex testamento von dem Erben fordern, oder von ihm verlangen, daß er ihm die Klage ex cautione Muciana cedire 4'). Auf jeden Fall gehören ja auch die in der Zwischenzeit gezogenen Nugune gen dem Erben; oder der das Legat zu prästirt hat. . 2) Ist es eine Schenkung von Todes wegen, welche unter jener Bedingung errichtet worden ist, so wird blos dem Erben cavirt. 3) Ist der Honorirte selbst zum Erben eingeseßt, aber nur ex parte, (εi uèy ¢voT-OeQs einuépos) und ihm ,in casum deficientis conditionis ein Underer substis tuirt, so muß diesem die Caution geleistet werden. 4) Fft ihm Niemand substituirt, so cavirt er demjenigen Miterben, welchem sein Antheil, im Fall die Bedingung deficirt, zus fallen würde 42). Endlich 5) wer ex asse instituirt ist, cavirt seinem Substituten, oder wenn er keinen Substitus ten bat, den Intestaterben 43). Hat nun der Honorirte

40) L.4. pr. L. 5. §. 3. D. Quando dies legator: vel fic

deic. 'ced. L. un. S. 7. Cod. de caducis tollend. 41) L. 67. L 75. D. de condit. et demonstrat. S. RBU

VEN8 Diss. cit. Cap. III. $. 3. We ftp hal's hermeneut.

fyftemat. Darstellung der Rechte von Vermächtnissen und 11. fideicommissen. 3.469 4. 470. . 2.42) L. 7. S. 1. D. de condit. et demonst., i

43) Da hier der Inteftaterben ausdrücklich gedacht wird,

* (ή πάντως γουν τοϊς εξ αδιαθέτου προς τον κλήρον I. . xahovuévois) ro miderlegt sich dadurch die Meinung des i DONBLLUS Commentar. iuris civ. Lib. V. cap. 53. wel.

ther glaubt, daß den Inteftaterben niemals von einem heres ex asse cavirt werde; obgleich auch Jo. Lud. Con

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