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Wortverstand hält. Das hebräische Wort 12V, Scheer, heißt nun aber ursprünglich ein Stück, besonders ein Stück Fleisch, daher die abgeleitete Bedeutung von Residuum überhaupt, wa's, übrig, ist??). Alsdann bes deutet es auch das Fleisch, oder den Körper selbst 28), wofür in der LXX. gewöhnlich oops und owula gesegt wird. Endlich heißt es aud) ein naber. Verwandter, welchen die Hebräer sonst Goel, den Bluträcher, nena nen. Daher sagte Laban zu seinem Schwestersohne, dem Facob, du bist mein Fleisch 29). Eben so sagte Juda von Joseph, seinem Bruder: er ist unser Bruder, unser Fleisch 30); und Abimelech sprach zu den Brüdern seis. ner Mutter, und dem ganzen Geschlechte des Vaters seiner Mutter: gedenket, daß ich euer Fleisch bin 3i). În dieser Bedeutung wird nun das Wort Scheer auch in den mosaischen, Ehegeseßen ?), genommen, wenn es allein steht, also für einen nahen Verwandten, er fer es durch Abstammung (consanguineus), oder durch ehe liche Verbindung (affinis) wo also das abstractum pro concreto steht 33). Das hebräische Wort Basar,

"37) Jeraia X. V. 20. XIV. 23.. 28) Pralm LXXIII. 26. LXXVIII. 20. Sprüde Sao

| I9 m. XI. 17. Ri 4 III. . 2 1. 5. 39) 1. B. mor. XXIX. v. 14.

30) 1.B. Mol. XXXVII. v. 27. Man rehe aud 2. Sas · muel. V.1. XIX. V. 12 4. 13.

31) Buch der Richter IX. v. 1. 2. 4. 3. 32) 3. B. Mor. XVIII. V. 12. 13 und 17. 33) S. NIBMBIER Diss. de coniugiis consanguineorum iure

divino prohibitis. S. 15. Michaelis Abh. von den Ehéo

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701. bedeutet nun zwar auch Fleisch. Daher die Uebers feßung von Scheer basar durch caro carnis. Alein in dieser Verbindung mit Basar hat Scheer die allgemeine Bedeutung von Stüd, particula; nur wo es allein steht, hat és die besondere Bedeutung: Stüd Fleisch, particula carnis. Die Uusdrücke: Scheer und Scheer basar, sind demnach völlig gleichbedeutend. Uus allen ers giebt sich nun, daß der Ausdruck: Scheer basar, jede nahe Verwandtschaft ohne Unterschied bedeuten soll,

fie rey durch natürliche Abstammung, oder durd, eheliche • Verbindung entstanden, denn beydes wird in den mosais

schen Ehegeseben darunter begriffen. Hierin kommen denn · auch aüe alte Ueberseger mit einander überein. Denn so haben die LXX. stávta pixkīa capròs åvrov, omnis propinquitas carnis suae. Eben so der chaldäische und fyrische Ueberseker, und eben so die lateinische Vulgata, wie Michaelis 34) schon bemerkt hat. Sehr richtig hat daher auch Luther das Scheer basar durch nächste Blutsfreundin überseßt. Denn darunter ist dann auch die nächste Schwiegerin begriffen, weil auch diejenige Verwandtschaft, welche aus der ehelichen Verbindung mit dem Blutsfreunde einer Person entsteht, nach der sinnlig chen Denkart des Morgenländers eine leibliche Vers wandtschaft genennt wird, da Mann und Frau ein Leib sind; so wie denn auch das griechische Wort óczế ca die Verschwägerung mit unter sich begreift 35). Da, nun aber doch der Ausdruck Scheer basar, . wie oben bemerkt worden, von Mose selbst, in einer so ausgedehn:

ger. Morie. s. 16. und Gabler angef. Gutachten im

Anhange 5.98 f. : ., 34) Ungef. Abh. S. 15. S. 44.

35) a. 2.2. .43.

ten Bedeutung genommen wird, daß sogar auch Nacha
geschwister Kinder darunter begriffen sind 36); deren
Ehen doch ohne allen Zweifel erlaubt waren; so geht bies
taus klar hervor, daß aus dem blosen Worte Scheer
basar nicht entschieden werden könne, wie weit die Eben
mit Verwandten unter den Hebräern verboten gewesen
feyn. Es können daher die Grenzen der mosaischen Ehes
verbote nur durch die nachstehenden Ehegeseße selbst bes
stimmt werden. Keinesweges aber läßt sich behaupten, daß
die einzelnen Eheverbote, als bloße Beyspiele zu betrache
ten wären, wodurch der Grad der Blutsfreundschaft und
Schwägerschaft angedeutet werden solle. Eine Erklärungs-
art, gegen welche schon Luther eiferte. „Gott rechnet
nicht nach den Gliedern, wie die Juristen thun, fagt er
in seinem Buche vom ebelichen Leben 37), sondern
zählet straks die Personen. Sonst weil Vaters Schwes
'iter und Bruders Tochter in gleichem Grade sind, müste."
ich sagen, daß ich entweder meines Bruders Tochter nicht
nehmen könnte, oder auch meines Vater3 Schwester nehs
men möchte. Nun hat Gott des Vaters Schwester verbos
ten, und des Bruders Tochter nicht verboten, die doch in
gleichem Gliede sind. Auch Bellarmin 38) verwarf die
Erklärung nad Graden, und so die meisten Theologen 39)
und Rechtsgelehrten 4°). Id will nicht einmal erwähnen,

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36) 3.B. Mor. XXV. V. 49.
37)! In Luthers Werfen. 2. Th. 5.165. der jenaischen Ausgabe.
38) De matrimonii sacramento. Cap. 37.
39) Niemeier de coniugiis prohibit. Diss. V. S. 27 - 29.

Spener Consil. theol. P. II. Cons. 4. pag. 105. Terug
ralem Beantwortung der Frage: ob die Ehe mit des
Bruders Wittme erlaubt reg? 5.43 — 82. besonders
Michaelis Åbh. von den Ehegereken Mor. Kap. VII.
0.81 – 107. u. Schlegel Darstellung der verbotenen

Grade. S. 103 f. 40) AYRBR Commentat. cit. Sect. III. S. 17. seqq. welcher

auch s. 32. die ältern Rechtsgelehrten anführt. Unter den neuern, außer Hellfeld. Ge. Lud. BOBHMER Princip. iur. can. $. 398./ Schott Eherecht s. 128. Not. **.' HOFACKBR Princ. iur. civ. R. G. Tom. I. 9. 360. Not. b. hibaut Syst. des Pand. Rechts. 1. Ih. 3. 400. und GAMB8JAEGER ius eccl. 9. 299.

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daß die Berechnung der Grade eine viel neuere Erfindung ist, als daß sie bey der Erklärung der mosaischen Eheges feße angewendet werden könne; zumahl da hierin selbst das Nömische und Canonische Recht von einander abweis chen. Allein ganz entscheidend - ist der Grund, den schon Luther brauchte, daß Moses in gleidem Grade Eben erlaubt, und Ehen verboten habe. Uber noch entscheiden: der ist der Beweis, daß ben den von Móse nicht auss drücklich verbotenen Ehen nicht immer ein gleicher Grund vorhanden ist, wie ben denen, welche er genannt hat, wenn audy Gleichheit des Grades vorhanden ist 4'). Es kann also von diesen auf jene kein Schluß gelten. Wozu wäre denn auch die öftere Wiederholung solcher Ehen nöthig gewesen, wo die Personen, unter denen sie verboten sind, in ganz gleichem Grade stehen, wenn Moses gewollt hätte, daß feine Ehegelege nach den Graden ausgelegt werden sollten? In der That mußte auch Moses schon aus Politik die Ehen in der Verwandtschaft möglichst begünstigen, damit das Erbtheil nicht in einen fremden Stamm gebracht wers den möchte 42). Dieser Umstand allein muß der einschräns kenden Erklärung seiner Ehegeseke schon den Vorzug ges währen, wenn man überdem erwägt, daß bey den Hebräs ern, nach deren. Sitten man das andre Geschledit nur verschleyert zu sehen bekam, der frene Zutritt zu einem unverhülten Frauenzimmer gerade eben so, wie, nach? Plutarch 8 Zeugniß, ben den Römern ehemals der Kuß, den man den nächsten Blutsfreundinnen geben durfte 43), die Grenze der Eheverbote in der Verwandtschaft bestimmte. Denn die Freyheit, gewisse Verwandtinnen unverschleyert zu reben, geht noch jest bey den Morgenländern gerade so weit, als Moses die Ehen verboten hat; und hört da auf, wo die Ehen nach seinem Gesek erlaubt sind, wie Michaelis 44) aus einer Stelle des Korang augens scheinlich dargethan hat.

41) S. Michaelis 5. 101. 102. 4. 103. in 12) 4. 8. C . XXXVI. 3. 6-12.. · 43) S. den 23. Th. dieres Commentars. S. 1213. 5. 291. · 44) 26h. von den Ehegereken Mosis. §. 69 4. 94.

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D. Christian Friedrich Glůď geheimen Hofrathe und ordentlichem Lehrer der Rechte ei auf der Friedrich Alexanders Universität

.... in Erlangen...

Vier und zwanzigsten Theils zweyte Abtheilung."

Erlangen in der Palm'schen Verlagsbuchhandlung. .

.. 18 2 3. . .

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