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ist nicht nur nirgende in den Gefeßen Mofis verboten, sondern wird vielmehr in andern Stellen des alten Testas ments für erlaubt erklärt. 2. Samuel. XII. 8. dergl. mit 1. Sam. XVIII. 27. 32).

6) Die Ehe des Schwiegervaters mit der Schwien gertochter.

3. B. Mos. XVIII. 15. Du sollst deiner. Schnur Schaam nicht blößen; denn sie ist deines Sohnes Weib, darum sollst du ihre Schaam nicht blößen. ,.

3. B. Mos. XX. 12. Wenn jemand bey seiner Schwiegertochter schläft, so sollen sie bende des Lodes sterben. Sie haben eine Unzucht begans gen, die an Raserey angränzt 33); ihr Blut sen auf ihnen.

Die Ehe mit der Stiefschwiegesto chter ist in den Geseßen Moris nicht verboten 34).

Auf alle die in der geraden Linie verbotenen Ehen ist also Lebensstrafe geseßt 3S), und von diesen Verboten spricht Moses sein Volk in keinem Falle los 36). .. 32) S: Michaelis Cheger. Mofis. 9. 108. S. 308. f. und

Soleg el's Darstellung. S.92..... 33) In dem hebräischen Text wird das Wort Thebel on)

gebraucht, welches bey den Arabern eine unsinnige Liebe oder Rareren bedeutet, wie Michaelis von den Eheger.

Mosis. §. 19. S. 65. näher gezeigt hat., 34) S. NIBMBIBR Diss. de coniugiis cum socru et nuru

divino iure prohibitis. §. 41. sqq. (in Dissertat. de conjugiis prohibit. iunctim edit. Diss. IV.) und M is

chaelis von den Eheger. Mosis. 8. 108. 3. 308. f. 35) 3. B. Mol. XX. 11. 12. 14. 36) Michaelis g. 32. S. 108. Nr. 6. Glücks Erläut. d. Þand. 24. Th.

'II. In der gleichen Seitenlinie

A. der Blutsfreundschaft, sind verboten,

1) die Ehe mit der vollbürtigen Schwester (sorori germana);

2) die Ehe mit der halbbürtigen Schwester von väterlicher Seite (soror consanguinea); und

3) die Ehe mit der halbbürtigen Schwester von müts : terlicher Seite, (soror uterina). .: Die hierher gehörigen Stellen sind. : 3. B. Mos. XVIII. 9. Du follft die Blöße

deiner Schwester, die deines Vaters,.oder deis Liner Mutter Tochter ist, sie mag in oder außer dem Hause gebohren seyn, nicht aufdecken...

Wenn gleich den Worten nach dieses Verbot auf die Ehe mit der halbbürtigen Schwester von väterlicher oder mütterlicher Seite geht; so ist es doch, feinem wah: ren Sinne nach, ohne Zweifel auch auf die Ehe mit der vollbürtigen Schwester zu beziehen, weil ja keine vollbürtige Schwester gedacht werden kann, die nicht die Zochter unsers Vaters ist, auch keine, die nicht die Tochs ter unserer Mutter ist 37). Hier ist also das beyderseitige Verhältniß vereinigt, was ben Halbgeschwistern getrennt

ist. Da nun nach dieser Ansicht das Verbot der Ehe . mit der vollbürtigen Schwester fast buchstäblich in

dem Geseß enthalten ist, so haben wir nicht nöthig, mit einigen Auslegern den Worten in oder außer dem Hause gebohren, oder, wie es Luther giebt, das

37) S. Michaelis Eheger. Moris. $. 97. 8. 274. und

Solege l’s Darftellung der verbotenen Grade. S. 81. f.

beim oder draußen gebohren, eine auf den Unters schied zwischen einer vollbürtigen und halb bürtigen Schwester sich beziehende Bedeutung beyzulegen. Nach der richtigern Erflärung deuten vielmehr die Uusdrüđe nya und unnt auf den Unterschied zwischen ehelicher und unehelicher Geburt hin. Denn was 'im Hause geboh. ren ist, gehört zur Familie des Vaters. Familienfinder, Hausfinder aber sind eine Wirkung rechtmäßiger "Ehe. Außer dem Hause gebohrne können also nur unehes liche Kinder feyn.“ Die Worte daheim oder draußen gebohren, können demnach wohl keinen andern Sinn has ben, als den, die Schwester rey ehelicher oder unehelicher Geburt 38).

3. B. Moj. XVIII. 11. Du sollst der Tochter deines Vaters Weibes, die deinem Vater gebohe 'i ren ist, Schaam nicht blößen, denn sie ist deine Schwester.

Diese schwierige Stelle, von welcher wir eine wenig i bekannte, allein sehr gelehrte Abhandlung von einem ges

wissen Gottfried Valand, ehemaligen Professor zu Frankfurt an der Oder 39), haben, wird sehr verschieden erklärt. Nach der gewöhnlichen Erklärung soll dieselbe von der Ehe mit der vollbürtigen Schwester reden, weil sie sonst eine überflüßige Wiederholung der einen Hälfte des neunten Verseg seyn würde, wenn man sie von

38) S. Michaelis Ehegereße Mofis s. 132. S. 346. bei

ronders aber Defrelben mosaisches Recht. 2. Th.:

8. 114. ff. .
39) Diss. Legis connubii, quae Levit. XVIII. v. 11. ex-

Gentium jure” refertur, genuinum sensum exquirens.
Lipsiae 1705. 4.:

der halbbürtigen Schwester, die einen Vater mit uns hat,

erklären wollte 40). Zur Unterstüßung dieser Erklärung ...führt man ferner an, daß das Wort nur eine allge:

meine Bedeutung habe, und jede Ehefrau bezeichne, sie sen die erste oder zweyte. Allein es ist dagegen mit Recht erinnert worden, daß der vorige Vers 9. ohne allen Zweifel auch von der pollbürtigen Schwester rede, mithin die Tautologie, welcher man durch diese Erklärung aus: weichen wollte, nicht vermieden werde. Wollte man aber auch annehmen, der neunte Vers rede nur von der Halbschwester, so wäre es wenigstens auffallend, warum der halbbürtigen Schwester früher, als der vollbürtigen gedacht worden ren. Daß das Wort nur eine allgemeine Bedeutung habe, ist nicht zu läugnen, allein unerweislich ist es, daß 72 nu8 nicht blos die Stiefmutter, son dern auch die rechte Mutter. bedeute. Die meisten erflä: ren daher diese Stelle von einer halb bürtigen Schwes ster von väterlicher Seite 4'). Dieß ist die Ehe, sagt man, in welcher Abraham mit der Sara lebte 4). Mores habe also nöthig gefunden, diese Ehe noch mit andern Worten zu besdreiben, und zum zweyten Male zu verbieten, damit nicht, mit Berufung auf Abrahams Beyfpiel, fein erstes Gefeß falsch erklärt würde 43). Aber auch dieser Erklärung, ob sie gleich mehr Gründe, wie jene erstere, für sich hat, steht entgegen, daß sich selbst gegen das Beyspiel Abrahams, wodurch man die hier _unauflösliche Taütologie zu rechtfertigen sucht, noch so Manches einwenden läßt 44). Wollte man aber auch ans nehmen, Abraham habe wirklich seine Halbschwester vom Vater her geheyrathet, wie Michaelis 4s) aus den eins leuchtendsten Gründen erwiesen hat; so bleibt es doch wenigstens räthselhaft, warum Mofes, den Vers 11. wos durch der Vers 9. erklärt werden sollte, durch Einrückung eines damit gar nicht in Verbindung stehenden Verbots

40) So die Rabbinen Ben SELDEN Uxor. Ebraic. Lib. I.

cap. 6. uns von den christlichen Auslegern Lucas OsiaN-, "DER, CHEMNITZ U. 2. welche VALAND cit. Diss. $. 13.

anführt. 41) VALAND führt' Diss. cit. 8. 14. eine Menge von Theolo,

gen und Jurijten an, die dieser Erklärung zugethan find. Diese Erklärung begünstigen auch die lateinische Vulgata, die Syrische, die Chaldäirde, die Arabische,

und die Samaritanische. Ueberreßung. 42) 1 B. Mor. XX. v. 12. .

43) S. Michaelis Mosaisches Recht. 2. Th. $. 114.
44) JOSEPHUS Antiquitat. iud. Lib. I. Cap. XII. S. 1.. ragt,

Die Sara ren die Tochter des Stiefbruders 2 bra
hams gewesen, und dieser Erklärung, welche besonders
die jüdischen Ausleger Raschi, Abarbanel u. a. annab,
men', hat besonders der Verfasser der näheren Entwicker
lung der vornehmsten Streitfragen, die Ehen naher
Blutsfreunde betreffend sap. I. 9. 15. Mot. *) S. 172. ff..
Qué führlich zu beweisen gesucht. Wenn nun gleich 26 ra.
ham i B. Mor. XX. v. 12. ragt: sie ist wahrhafo
tig meine Schwester, denn sie ist meines Ba.
ters Tochter, aber nicht meiner Mutter Toch
ter, und ift mein Weib geworden; so konnte doch
auch eine Bruders Tochter im Hebräischen reine. S oh wea
fter heißen, so wie das Wort Tochter im Hebräischen
auch für Enfelin genommen wird. Es würde denn aud
diere Henrath in der Familie 2 brahams nicht eben
befremdlich reyn", da auch rein Bruder Nach or reines
Bruders, des Sarand, Tochter, die Milka, geben,

rathet hat. 1 B. Mol. XI. v. 29.
45) 2bh. von den Ehegeregem Mofis. 9.35

bes

)

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