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auf immer infam, und zu allen Würden unfähig fenn.' Außerdem soll auch der Entführer die Entführte noch auf jeden Fall standesmäßig nach richterlichem Ermessen aus: statten. Da jedoch das Tridentinische Concilium, eben .. fo: wie das canonische Recht, zur Form der Entführung er: fordert, daß die Wegführung wider. Willen der Entführten geschehen sen, To behaupten die heutigen Canonisten, daß die gesebliche Verordnung nicht Statt finde, wenn die Weg: führung mit Einwilligung der Weggeführten geschahe. Ja man will es auch dann nicht einmal für eine wirkliche Ents führung halten, wenn selbst die Einwilligung der Weg geführten durch list und Ueberredung wäre abgelockt wor: den, und die' Wegführung gegen den Willen der Eltern geschehen wäre 66).

Die Protestanten geht zwar das Tridentinische 'Concilium nichts an. Sie haben aber auch die Vor: · schriften des canonischen Rechts nicht unbedingt angenoms

men, sondern haben aus dem römischen und carolinischen Rechte benbehalten, daß die Wegführung, welche zwar mit Einwilligung der Weggeführten, aber ohne den Wils len ihrer Eltern geschehen ist, wenn sie auch der Ehe wes gen geschehen seyn sollte, für eine wahre Entführung zu

6) S. van Espen iur. eccles. univ. P. II. Sect. I. Tit. XIII.

Cap. XI. S. 12. (Oper. Tom. II. pag. '151.) 'Maur.
SCHENKL Institut. iuris eccles. P. II. S. 631. Not. *)
Paul. Ios. a Riegger Institut. iurisprud. eccles. P.IV.
S. 160. Doch sind nicht alle hierin einverstanden. S.
Card. 'de Luca Tom. III. de matrimonio. Disc. V.
n. 16. Ios. Valent. Eybel Introd. in ius eccles. Ca-
tholicor. Tom. IV. s. 365. und Böhmer iur. eccles.
Protest. Tom. V. Lib. V. Tit. 17. 9. 149.

halten ren 67). Die Ehe fann daher in diesem Falle nur dann für zuläßig gehalten werden, wenn die Eltern ein:'. willigen. Denn nach dem protestantischen Kirchenrecht ist die elterliche Einwilligung zur Schließung der Ehe durchaus nothwendig 68). Ist aber die Ehe zwischen dem Entfühs rer und der Entführten durch priesterliche Einwilligung einmal vollzogen, so pflegt sie auch selbst in den protestan: tischen Gerichten ohne sehr erhebliche Gründe nid)t leicht wieder getrennt zu werden 69). Wenn hingegen die Ents führung wider den Willen der Entführten gesdieben ist, so' haben die Protestanten dem canonischen Rechte insofern den Vorzug gegeben, daß die Ehe zwischen dem Entfüh. rer und der Entführten zugelassen wird, wenn die Ents führte ihre frene Einwilligung dazu giebt 70).

67) BÖHMER jur. eccl. Protest. Tom. V. Lib. V. Tit. 17.

$. 150. Henne Diss. cit. de raptu sponsae. §. 16. und Gebr. Overbek Meditationen über verschiedene Rechts...

materien. 3. B. Medit. 168. 68) Böhmer Tom. III. Lib. IV. Tit. 2. §.9. sqq. HENNE

cit. Diss. J. 14. und gemeinnüßige jurist. Beobachtungen und Rechtsfälle, von Gmelin und Elräßer 3. B.

Nr. 1. S. 4 et 5. 69) Man rehe hier vorzüglich Joh. Chrift, oon Quiftorp

rechtliche" Bemerkungen aus allen Theilen der Rechts, gelabrtheit. '2. Th. Bemerf. XXXIX. Henne cit. Diss. $. XV. Wiere Handbuch des gemeinen in Deutschland üblichen Kirchenredote. 3. B. 1. 26th. $.418. a. E. G. 388. und Eitt ma n n’Handbuch des peinl. Rechts. 2. Th.

0., 247, S. 170. 70) Mich. Havemann Gamologia synopt. S. Tr. de iure

connubior. Lib. II. Tit. VI. Probl. 13. pag. 512. sqq. Carpzor lurispr. for. P. IV. Const. XXX. Def. 7. nr. 10. MÜLLBR ad Struvium. Ex. XXIX. Th. 29. Not. e.

: S. 1216. d.
con, Religionsverlay iedenheit. :

Uus Besorgniß einer Verführung zum Abfall vom Christenthume verbieten ferner die Geseße

III. die Ehen zwischen Christen und Nicht christen. Das römische Recht verbietet jedoch nur namentlich die Ehe zwischen Christen und Juden; und sieht dieselbe wie ein adulterium an. Das Geseß, welches diese Ehe

untersagt, ist eine Verordnung vom K. Theodos dem . Großen, nämlich die L. 6. Cod. de Iudaeis 71), vom

F. 383. folgenden Inhalts: Ne quis Christianam mu: lierem in matrimonium Iudaeus accipiat: neque ludaeae Christianus coniugium sortiatur; nam si quis aliquid huiusmodi admiserit, adulterii vicem commissi huiusmodi crimen obtinebit. Schon frü: * ber im Jahr 370. hatte zwar der Kaiser Valentinian l. die Ehe zwischen Römern und Barbaren, oder Gentiles, als ein Rapitalverbrechen, verboten 74); allein dieses Ver:

-- LYNCKBR Consil. et Respons. Nr. CXLIII. Ge. Lud. · Boehmer Principia iuris canon. S. 385. und Car.

Christph. Hofacker Princip. iur. civ. Rom. German.

Tom. I. S. 370. nr. II. 71) Im Théodorianischen Có der kommt diese Verord.

nung an gwen Orten, L. 2. Lib. III. Tit. 7. de nuptiis und L. 5. Lib. IX. Tit: 7. ad Leg. Iuliam de

adulteriis vor. ! 72) L. un. Cod. Theod. Lib. III. Tit. 14. de nuptiis Gen- .

tilium. Nulli provincialium, cuiuscunque ordinis aut loci fuerit, cum barbara sit uxore coniugium: nec ulli Gentilium provincialis foemina copuletur. Quodsi quae inter provinciales atque Gentiles affinitates ex,'

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bot bezog sich nicht auf Religionøverschiedenheit. Denn der Name Gentiles oder Barbari soll bier keinesweges heidnische Völfer, wie die meisten glauben, sondern alle diejenigen bezeichnen, welche keine Unterthanen des römi: schen Reichs sind 7:). Man hielt dergleichen Ehen für vers dächtig, weil durch die' dadurch errichteten Schwägerschaften, und aus Veranlassung derselben, gar leicht gefährliche Anschläge gegen die Sicherheit des römischen Reichs ges macht werden konnten 74). Denn die Barbaren, von des nen das Gesetz spricht, waren insgemein Feinde der Rös mer. In dem justinianeischen Coder findet sid, zwar diese Verordnung nicht, und daraus hat Iacob Gothofres

- huiusmodi nuptiis extiterint, (quod in iis suspectum,

vel noxium detegitur) capitaliter expietur. 73) S. Ezech Spanhemii Orbis Rom. Exerc. II. Cap. 22.

Corn. Wilh. de Rhoer Dissertation. de' effectu reli-
gionis christian. in iurisprud. Rom. Fasc. I. Diss. VI.
S. 36. und Hofacker Princip. iur. civ. R. G. Tom. I.
$. 369. Not. a. Gans unrichtig hat Jac. GOTHOFREDUS
in Commentar. ad L. 'un. cit. Tom. I. Cod. Theod.
pag. 348edit. Ritter. den Ausdrud Gentiles oder Bar.
bari ertlärt, wenn er sagt: erant ii, qui Romanis mi- '
litabant, qùique ad Romanos transierunt, et in leges
Romanas recepti, seu suscepti fuerant deditione. Wie
konnte die Ehe mit diesen, als ein Sapiralderbrechen,
verboten werden? Uud noch anderen Gründen hat diere
Erklärung widerlegt Herm. CANNBGIBTBR Observation.
juris Rom. Lib. II. cap. 13.

74) S. GothofREDUS c. I. pag. 349 und HBINECCIUS Anti

quitat. Roman. iurispr. illustr. Syntagm. Append.

Libri I. Cap. I. S. 33. pag. 253. edit. noviss. Haubold. .: (Francof. ad Moen. 1828. 8.)

dus 75) schließen wollen, fie ren schon zu fuftinians Zeiten aufgehoben gewesen. , Eben so Briffon 76). Ålein diese Meinung widerlegt Justinian selbst, wenn er pr. J.' de nuptiis sagt: lustas autem nuptias inter se cives Romani contrahunt, und so hießen zu Justinians Zeiten allé Unterthanen des römischen Reich8 ??). Zuweis

len erlaubten zwar die Kaiser die Ehe einer Römerin mit .: einem Barbaren, und umgekehrt, durch ein Nescript, wos

. von Gothofredus 78) und Spanheim 79) Benspiele ans führen; allein dieß waren Ausnahmen, dergleichen doch nur selten waren, und nicht gebilliget wurden 80). Soviel ist

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75) Comm. cit. pag. 35o. in fin. Ihm stimmt auch Hor

''NECCIUS. Antiquitat. Rom. Lib. I. Tit. 10. S. 16. und
; Append. Libri I. Cap. I. S. 34. in fin. pag. 255. ber. ;
76) De iure connubior. p. 343. edit. Trekell..
77) S: Ev. Orro und Jan. a Costa Commentar. ad pr.

" J. de nupt.
78) Cit. Comment. p. 349.:
79) Cit. loc. pag. 368.
80) Darüber flagte unter Honor und U r cadius vorzüg.
lich CLAUDIANUS in bello Gildon. v. 9o – 94.

Mauris clarissima quaeque
Fastidita datur': media. Carthagine ductae :
Barbara Sidoniae subeunt connubia matres.

Aethiopem nobis generum, Nasumona maritum ,

Ingerit : exterret cunabula degener in fans.
. Wenn man dagegen aus PRUDENTIUS adv. Symmachum II.
v. 613. die Stelle anführt: ..

- nunc per genialia fulcra . .
i Esterni ad ius connubii : nam sanguine mixto

- Texitur alternis ex gentibus una propago;
ro lehrt der Zusammenhang dieser Verse mit den vorher.
gehenden, daß hier blos der Gedanke ausgeführt werden

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