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noch in diesem Jahrhundert (1803.) das Gesuch eines . Schweitzer Cantons um die Erlaubniß, daß Ratholiken und Reformirte sich ehelichen dürfen, aus dem Grunde abgeschlagen hat, weil das zu Rathe gezogene Cardinals: Collegium dergleichen Ehen nach den Canonen der Rirche für verboten, erklärt hätte. Was sind denn sieß für Kirchen Canonen? Es wird sich auf den oben anges geführten can, 16. C. XXVIII. Qu. 1. berufen, welcher von haereticis spricht ? Ållein mit diesem Namen können doch gewiß die Protestanten auch selbst nach dem canoni: schen Recht nicht belegt werden, wie neuerlich selbst von einem fatholischen Geistlichen gezeigt worden ist 9). Das canonische Recht erklärt die haeresis für eine der fdwersten Verbrechen. Wię kann die Uebung einer Reis gion dafür gehalten werden, welche in dem Westphälis schen Frieden Art. V. 8.2. mit der katholischen völlig gleiche Rechte erhalten hat? Man vergleiche den Begrifi, den das canonische Recht vom haereticus giebt 96,, mit dem Urt. V. S: 35. vermöge welchen den Protestanten, wegen ihrer Religions, Verschiedenheit in feinem Falle ein Nachtheil zugefügt, noch diejenigen Rechte entzogen werden sollen, von welchen Reper nach dem gemeinen Redit ause geschlossen sind. Ja erklärte nicht selbst Rr. Ferdi: nano Ill. in der Instruction an seine Gesandten berm

95) Rechtfertigung der gemischten Ehen zwischen Katholilin

und Protestanten in statistisch • kirchlich und iro alisder ... Hinsicht, von einem katholischen Geifilidhen;

mit einer Vorrede von Dr. Peander van EB, Prof. . .. und Pfarrer zu Marburg: 01 n 1821. gr. 8. . ." .. 96). Can. 28. · Caus. XXIV. Qu. 3. Man rebe vorzüglich

van Espen iur. eccles. univ. P. III. Tit. IV. Cap. 2. (Oper. a Gibert editor. Tom. IV. pag. 38 '

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Friedendcongresse vom 11. Jan, 1646. daß die Lutherischen

und Reformirten sub titulo et' nomine Augustanae : Confessionis a crimine haereseos in effectu et quoad

usum temporalium et jurium absolvirt feyen ??)? Die neuern aufgeklärten katholischen Rechtsgelehrten, unter denen ich die Namen eines Zeiller's 98), Michl'8 99), Rechberger's 100) und Gambsjäger'8'') mit Ehre furcht nenne, geben dieses auch einstimmig zu. Nur in einem der neuesten Systeme des Kirchenrechts *) liest man noch: „die Ehen zwischen Katholiken und ukatholiken ' find zwar gültig, werden aber von der Kirche aus Grüne den, die in der Natur der Sache selbst liegen, und welche die Protestanten der That nach ebenfalls anerkennen, sehr mißbilliget. Hier werden denn zum Beleg alle die Texte des canonischen Rechtsangeführt, die von haereticis handeln. Doch noch nicht genug. „Um so weniger, fährt der deutsche Kirchenrechtslehrer fort, ist der Pfarrer zu tadeln, der nach der Vor: rohrift des Pabstes Benedict XIV. ben solchen Eben die Einsegnung, und andere ausserwesents

.

97) S. Gärtners Westphär. Friedens, Canglen. Ib. VII.

8.445. u. Pütter's Geist des Westphäl. Friedens. . 6. 563. ff. 98) Commentar über das allgem. bűrg. Gereßbuch für die

gesammten deutschen Erbl. der Desterreichischen Mo.

narchie. 1. B. 1. Th. 2. Hauptst. 9.64. S. 212. f. 99) Circhenrecht für Katholiken 4. Protestanten 8. 73. 100) Enchiridion iuris eccles. Austriaci. Tom. II. §. 178.

1) Ius ecclesiastic. S. 228. pag. 472. s

a) Ferd. Walter's Lehrbuch des Kirchenrechts. (Bonn - 1822.) $. 193.

liche Fenerlichkeiten, in denen die Freudige Zwe

stinimung der Kirche sich ausspricht, nicht anwens i den will.“ Eine solche Neußerung verdient nicht das

Lob einer åcht philosophisch unbefangenen Ansicht der Reli: gion. Wie ungleich aufgeklärter und richtiger urtheilt das gegen der freymüthige Michl? „Können Katholiken und Protestanten, sagt er, andere gerichtliche oder bürgerliche Geschäfte mit einander abmachen, warum sollen sie nicht auch einen Ehevertrag, der an sich besonders nach ächt protestantischen Grundsäßen, nur ein bürgerliches Geschäft ist, mit einander abschließen können? – Deftere ebes liche Verbindungen würden gewiß auch die Hers zen bender Religionstheile in nähere Verbins' dung bringen!!. Wie lieblich spricht sich hier der Geist des unbefangenen Ratholiken nach der' reinen Lehre Jesu aus ? Noch eine Bemerkung von der aufgeklärten Denks“ ungsart dieses Rechtsgelehrten verdient hier einen rühms lichen Plaß. Uus den jeßt allgemein angenommenen Grundfäßen von Gewissensfrenheit und Toleranze sagt er, fließt, daß nid)t allein Ehen zwischen Katholiken und Protestanten gelten, sondern auch zwischen Christen und Nicht christen bestehen können. Es kommt daber. auf die weltlichen Regenten an, ob sie dieses ohnehin zus erst von den römischen Kaisern aufgestellte Shehinderniß von der Religion verschiedenheit noch länger beybehalten, .. oder abschaffen wollen ?)." Noch weiter geht Carl Rüsts

3) Dem großen Sanhedrim in Frankreich legte Napoleon

die Frage vor, ob nach dem jüdischen Geren eine Jüdin mit einem Christen, oder eine Christin mit einem Juden fich berehlichen tönne? Die in der Versammlung geo

genwärtigen Rabbiner antworteten, fie reyen zwar eben ... ro wenig geneigt, eine rolde Ehe zu regnen, als es

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ner 4): Quum libertas religiosa, sagt er, omnibus fidei cuiuscunque asseclis communis, 'novissima. rum civitatis formularum fundamentum sit atque esse debeat, atque cunctis inde civibus, qualemcunque religionem sequentibus, eadem iura civilia legibus scribenda sint: inter varios diversarum religionum sectatores, neque iuris omnino discrimeň satuere, neque ob hoc discrimen prohibere matrimonium legislatori licet. i

S. 1216. d. Bormundry aftliches Verhältniß, ein Ehehinderniß..

Nicht sowohl um Mißbrauch der Gewalt, welche eini Vormund über seine Mündel hat, als vielmehr um Untreue und Vervortheilung bey Vormundschaften zu verhüten, die unter cem Schleier der Ehe gar leicht durch Hinderung abzulegender Rechnung verborgen werden könnte, verbietet . das römische Recht ferner

III. die Ehe zwischen dem Vormund und seiner Pflegbefohlnen, so wie zwischen dieser, und dem Sohne,

die katholischen Seelsorger sind; indefien beschloß den,

noch der Sanhedrim, daß die zwischen Juden und , Ohriften, den Verordnungen des bürgerlichen

Geres buch gemäß, gerahlo prenen Ehen bű ro gerlich verbindlich und gültig regen, und daß fie, obgleich unfähig mit den religiören Formen bekleis det zu werden, doch auch nach dem jüdischen Gerebe

feinen Fluch nach sich zögen. 4) Diss. de matrimonio atque ratione, quae ei cum ci

vitate atque ecclesia intercedit. Lipsiae 1810. 4.

P.I. Cap. I. pag. 18. Man rehe auch Leyser Meditat. * ad Pand. Vol. VII. Spec. CCCCLXII. Corol. 5.

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Enkel, Vater und Bruder des Vormundes, welcher mit demsels ben noch in derselben väterlichen Gewalt ist; nicht minder zwis schen der Mündel, und dem heres extraneus des Vormun' des, weil auch dieser aus der Vormundschaft in Anspruch genommen werden fann; nämlich so lang noch keine Rechs nung abgelegt worden, und diejenige Zeit noch nicht vers strichen ist, wo die Pflegbefohlne, nach erlangter Groß jährigkeit, die Wiedereinseßung in den vorigen Stand noch sudjen kann; auch wenn der Vormund nicht mehr Vormund

ist, aber doch noch die Gefahr der Tutel trägt). Dieses ' Verbot ist durch ein auf den Antrag des Raisers. Marcus

Antoninus gemachtes Senatusconsult eingeführt worden, sind wird daher von den römischen Rechtsgelehrten bald dem Senatusconsult, bald der Oratio Divi Marci zugeschrieben. Die vorzüglichsten Stellen sind. ' ; .: L. 59. D. h. t. Paulus lib. sing. de adsignatione libertoruin. Senatusconsulto, quo cautum est, ne tutor pupillam vel filio suo, vel sibi nuptum collo: cets, etiam nepos significatur. .

.' L. 60. Idem libro singul, ad Orationern Digi Antonini et Commodi. Si quis' tutor quidem non sit, periculum tamen tutelae ad eum pertineat, an sententia Orationis contineatur: veluti si pupilla ab

3) S. Brouwer de iure connubior. Lib. II. cap. 20. Jo.

Ortw. WestBNBERG Divus Marcus. Diss. XLV. Jo.
D'AVEZAN Tr. de matrimoniis. Cap. 28. (Th. Meerm..
T. IV. pag. 343.) Ge. D'Arnaud Variar. Conjecturar."
Lib. II. cap. 17. BBRARDUS Commentar. in ius eccles.
univ. Tom. III. Diss. IV. Cap. 7. pag. 139. und Frida

Es. PUFENDORF Observation. iuris univ. Tom. II. i Obs. 94..

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