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Ita manet inter viventes quiddam coniugale S), quod nec separatio , nec cum altero copulatio possit auferre; manet autem ad noxam criminis, non' ad vinculum foederis, sicut apo'stata anima velut de coniugio Christi recedens, etiam fide perdita Sacramentum fidei non amittit, quod lavacro regenerationis accepit. Aus diesem Zusammen: hange der Worte ergiebt sich, daß Augustin bier gar nicht von dem Falle spricht, da der Ehebrecher die Ehes brecherin beyrathet; denn zwischen diesen kann auch nach dem Tode des unschuldigen Ehegatten keine rechts mäßige Ehe bestehen, 'wie oben aus den römischen Gefeßen erwiesen worden ist, von denen Augustin keinesweges ab: weichen wollte. Es ist vielmehr von dem Falle die Rede, da eine Ehe beym Leben der Ehegatten durdy cin Divors tium ist aufgehoben worden, weldies zwar die weltlichen Gefeße für gültig erklären, aber das Gesetz Christi mißbilliget. Jene erlauben auch dem geschiedenen Ehegatten die zweyte Ehe; allein nach dem Gefes des Evangeliums i bleiben sie, der Scheidung ungeachtet, noch immer Ehes gatten; sie begehen also einen Ehebrud), wenn sie zur an: dern Ehe schreiten. Anders verhält sich'8, wenn der Mann todt ist, mit welchem die geschiedene Frau in rechtmäßiger che lebte. Hier kann sich die Frau wieder verheyrathen, und die Ehe, die früher (prius) d. h. beym Leben des Mannes ein Ehebruch war, ist jeßt eine rechtmäßige Ehe. So hat auch Berardi ) die Stelle des Augustinus

5) In dem angeführten can. 28. heißt es: quoddam vin

culum coniugale. 6) Gratiani canones genuini ab apocryphis discreti etc.

P. III. Cap. XIX. pag. 310. und BBRARDUS Com

ganz richtig erklärt, und anders' versteht sie auch Gratian nicht, wenn er bey diesem Canon bemerkt, Augustin

rede von einer, uxore repudiata, quam dum vivente : viro suo quicunque ducit in coniugium, committit adulterium.,

Gleiche Bewandniß hat e$ mit dem Concilium Mel. : dense, welches zur Zeit Car18 des Kahlen zu Meaur . im Jahre 845. gehalten worden ist. Dieses soul, cap. 69.

erlaubt haben, daß, nach beendigter öffentlicher Buße,
wenn Jugend und Unenthaltsamkeit es, foderte, Ehebrecher
und Ehebrecherin sich henrathen dürften, fals sie nur nicht
den unschuldigen Ehegatten ermordet hätten, oder zu nabe
Verwandtschaft, oder irgend eine actio criminalis im
Wege stünde. Gratian hat diesen Canon unrichtig dem
Concilium zu Tribur vom F, 895. zugeeignet ?). Es ist
can. 5. Caus. XXXI. Qu. 1. deßen Worte bey Gratian
folgendermaßen lauten: : : :
. Si quis, vivente marito, coniugem illius ad- .
ulterasse accusatur, et eo in proximo 'defuncto, -
eandem sumsisse dignoscitur, omnimodis publi.
cae poenitentiae subiiciatur. De quo etiam post

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mentar. in ius eccles. univ. Tom. III. Diss. IV. Cap. V.

$. Naturalibus. pag. 132. sq. 7) Burchard und Joo, denen ronít Gratian zu folgen

pflegt, citiren zwar beyde diesen Canon richtig ex Concilio Meldensi, wie auch die römischen Correctoren beo merft haben. Allein in Joo's Decrete P. VIII. Cap. 201. find auf dem Rande die Worte beygefügt:

Ex Concilio Triburiensi Cap. 51. Gratian hielt i dieses für eine verbesserte Researt, was nur als Paral... ·lelstelle angemerkt war; uno räuschte fich.

poenitentiam praefata, si expedierit, servabitur regula : nisi forte vir, (oder wie es in dem Concilium richtiger heißt, idem) aut mulier virum, qui mortuus fuerit, occidisse potentur, aut propinquitas, vel alia quaelibet actio criminalis impediat. Quod si probatum fuerit, sine ulla spe coniugii maneant perpen tuo cum poenitentia. , .: Sopiel der Worte bey Gratian. Weggelassen, und nothwendig zu ergänzen sind folgende: : : :: Si autem negaverit, se eandem foeminam,

vivente marito, nequaquam adulterasse, et prae- fati homicidii nemo eorum reus extiterit, et probatis. 'testibus neuter eorum convinci potuerit, purgent legaliter famam suae opinionis, et sumto. utantur coniugio, si alia, ut diximus, non praepedit ratio 8).

Die oben durch die verschiedene Schrift ausgezeichnes ten Worte: nisi forte vir - occidisse notentur, find ·es, welche die Meinung veranlaßt haben, als ob das Conscilium zu Meaur die Ehe zwischen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin nur in dem Falle verboten habe, wenn sie den unschuldigen Ehegatten ermordet hätten. Allein daß es den Vätern dieses Conciliums nicht eingefallen ist, die Ehé zivischen dem Ehebrecher und der Ehebrecherin in irgend einem Falle zu erlauben, wird sofort einleuchten, wenn dieser Canon im Zusammenhange mit den vorher: gebenden betrachtet wird, welches hier um so 'nothwendiger

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8) SIRMOND Concil. Galliae Tom. III. pag. 19. sq. HAR

DUIN Concil. Tom. IV. pag. 1478, MANsI Concil,
Tom. XIV. pag. 855.

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ist, da sich ja der Canon auf eine praefata regula bea zieht, welche hier angewendet werden soll. In dem Cap. 65. dieses Conciliums ist von dem Ehehinderniß der Entfüh: rung die Rede. Es wird darin die Ehe zwisden dem Entführer und der Entführten schlechterdings verboten. Bende sollen von einander getrennt, und der öffentlichen Buße unterworfen, die Entführte aber ihren Eltern zurücks gegeben werden. Nach gethaner öffentlichen Buße, wenn Fugend und Unenthaltsamkeit es forderte, follen beyde nad) ihrem Belieben heyrathen dürfen, aber, wie sich aus dem Vorhergehenden von selbst ergiebt, nidyt einander, sons dern sie könnnen mit dritten Personen sich verheyrathen. Gratian führt diesen Canon selbst an, can. 10. Caus. XXXVI. Qu. 2. und bemerkt dabey ausdrücklich, daß daraus auf keine Weise bewiesen werden könne, als ob der Entführer die Entführte beyrathen dürfe. Er führt dabey noch einen sehr einleuchtenden Grund an. In dems

selben can. 65. wird nämlich noch die Frage entschieden, - wenn einer von den Verheyratheten stirbt, und der über: lebende gerade derjenige ist, der öffentlid Buße ges than bat, ob demselben eine anderweite. Verheyrathung

zu gestatten fery? Wie konnte eine solche Frage 'entstehen, .. wenn der verstorbene Ehegatte der Mitverbrecher gewesen

wäre ? Dieß ist nun die praefata regula, welche auch bey den Ehebrechern, si expedierit, beobachtet werden sou. Dieser Regel gemäß, soll also auch dem Ehebrecher, so wie der Ehebrecherin, nach vollbrad)ter öffentlichen Buße, erlaubt renn zu heyrathen, aber nicht einander, sondern mit andern Personen soll ihnen die Ehe gestattet seyn; und nun wird die Ausnahme hinzugefügt: nisi forte idem,

aut mulier, virum, qui mortuus fuerat, occidisse i notentur. In diesem Fall sollen sie ohne alle Hoffnung,

jemals beyrathen zu dürfen, zur ewigen Buße verdammt fenn '). Erwiesen wäre also, daß die Väter des Concis liums zu Meaur eben so wenig, als der ehrwürdige Vater Augustin, die Ehe zwischen dem Ehebrecher und der Ehes.' brecherin in irgend einem Falle, weder' beym Leben, noch nach dem Tode des unsdhuldigen Ehegatten, gebilliget has ben. Eben so unbedingt wird sie von dem zu Tribür im F. 895. unter dem König Arnulph gehaltenen Nationals Concilium der Deutschen verboten. Es kommen hier bes sonders zwen Canonen dieses Conciliums in Betrachtung, can. 40. und can.51. Der erste lautet folgendermaßen:

Audivimus rem execrabilem, et Catholicis omnibus detestandam, quendam nefario fornicationis opere alicuius uxorem, vivente eo, commaculasse, et in argumentum iniquitatis iuramento confirmasse, si eius legitimum supervixissent ambo, maritum, ut ille fornicator illam adulteram adul.

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9) Man vergleiche hier vorzüglich Berardus ' ad Gratiani

canones. P. I. Cap. LIX. ad can. 5. C. XXXI. Qu. 1. pag. 428 — 430. Zwar wendet man gegen diere Er. klärung ein, es stehe ihr der Umstand entgegen, daß nahe Bermanordaft, also mit dem Ehebruche verbundene Blutsdande, mit völliger Ehelosigkeit zu beftrafen, geo gen alle Znalogie renn würde. 2Uein wie wenig dieser Umstand unserer Erklärung entgegen ren, beweist can. 67. wo von denen, welche Nonnen entführen, ebenfalls ges ragt wird: Uterque autem sine ulla spe ucoriae copulationis perenniter maneant. Für ein enig dauern, des Ehehinderniß wird ja rogar quaelibet actio criminalis gegen den Ehebrether erklärt. Wie gewöhnlich die Strafe des Cölibats im canon. Redre ren, beweist Quch can. 2. C. XXX. Qu. 1.

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