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MARGINALIEN UND MATERIALIEN.

M AR G I N A L I EN

UND

MATERIALIEN

VON

EBERHARD NESTLE.

TÜBINGEN,
J. J. HECKENHAUE R’SCHE BUCHHANDLUNG.

1893.

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Ueber die Entstehung und Veröffentlichung der auf den folgenden Blättern gesammelten Arbeiten glaube ich nachstehendes vorauszuschicken das Recht wie die Pflicht zu haben.

Als ich im September 1890 unter Beurlaubung von meiner Ulmer Gymnasial-Lehrstelle auf 1 bis 2 Jahre an der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen einen Lehrauftrag für semitische Sprachen erhielt, wurde mir bei meinem Eintritt in Tübingen von massgebendster Seite gesagt, dass ich insbesondere auch dasjenige zu vertreten hätte, was man früher die philologia sacra genannt habe.

So habe ich in Erfüllung dieses Auftrags vom Winter 90/1 bis 92/3 einerseits Psalmen, Genesis, Samuelisbücher, Aramäische Stücke des Alten Testaments erklärt, andererseits neben dreimaliger Einführung in die arabische, zweimaliger in die syrische Grammatik mit meinen Zuhörern Koran (2/2 Semester) Mo'allaqa des Imru-l-qais, Mufaşşal (unter Vergleichung von Sibawaihi), die schwersten Stücke von Nöldeke-Müller's delectus veterum carminum arabicorum , Teile der syrischen Bibel, Josua Stylites, Hoffmann's Julian, Titus von Bostra gelesen, Uebungen in semitischer Paläographie und Epigraphik geleitet, zuletzt noch eine religionsgeschichtliche Vorlesung über Christentum und Islam gehalten. Nur für das Aethiopische, das ich einmal ankündigte, haben sich keine Zuhörer gefunden ').

Dass meine Arbeit in Tübingen nicht zu einer bleibenden führen würde, erfuhr ich am 2. August 1892 durch nachstehenden Brief :

Hochverehrter, sehr geschätzter Herr Professor! Eben bringt mir das „Neue Tagblatt“ vom 2. August die mir vollständig unbegreifliche Nachricht, dass Sie der Universität Tübingen nicht erhalten bleiben sollen. Ich werde das, sollte sich die Nachricht bestätigen, von innerstem Herzen bedauern und wie ich

1) Anmerkungsweise erlaube ich mir hier in dem aus amtlichen Quellen gearbeiteten „Personal-Verzeichnis der Königl. Württembergischen Universität Tübingen in dem Winter-Semester 1892/93“ die Zahl der „Nichtimmatrikulierten zum Besuche von Vorlesungen ermächtigten Personen“ nachträglich um 19°/ zu erhöhen. In den von mir eingereichten Zuhörer-Listen des laufenden Semesters finden sich die Namen von 4 Repetenten des evangelisch-theologischen Seminars und des K. Wilhelmsstifts, welche in dem genannten Verzeichnis fehlen. Von den im Sommer 91 aufgeführten Zuhörern gleicher Kategorie kamen 26% in meine Vorlesungen.

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