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der Jahnschen Jahrbücher für Philologie und Paedagogik

Neunzigster Band.

Leipzig
Druck und Verlag von B. G. Teubner.

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Zweite Abteilung: für Gymnasialpädagogik und die übrigen Lehrfächer,

mit Ausschlusz der classischen Philologie, herausgegeben von Professor Dr. Hermann Masiu s.

1.
Zur Gymnasialreform.

Wenn ich anders recht sehe, so kann man die verschiedenen Klagen über das Nachlassen unserer Gelehrtenschule in ihrer Wirksamkeit in den wenigen Worten zusammenzufassen: das Gymnasium erzieht nicht mehr. Es wird damit nicht gesagt werden, dasz aus keinem Gymnasium annoch wolerzogene Schüler auf die Universität übertreten, was der Augenschein widerlegt. Vielmehr wird der Sinn jener Klage der sein, dasz die Schule an der groszen Mehrzahl ihrer Zöglinge hinsichtlich der Erziehung nicht das leiste, was sie leisten könnte und sollte. Wenn z. B. über den Mangel an Wiszbegierde und über Gleichgültigkeit gegen die Wissenschaft an und für sich geklagt wird, so wird das nur so viel heiszen: die grosze Mehrzahl der Gymnasialschüler ist nicht so erzogen worden, dasz die natürliche Trägheit durch Unterricht, Uebung nnd vernünftige Zucht überwunden und die Vernunft bei den Schülern soweit entwickelt und gestärkt erschiene, als sie vor dem Uebertritt auf die Universität entwickelt und gestärkt werden könnte und sollte, und dasz der selbständige Wille zum Studieren, das Verlangen nach Wahrheit in der Wissenschaft und die Lust zu wissenschaftlichem Leben in ihnen belebt worden wäre. Nimmt man die Klage in dieser Gestalt als wolbegründet, und den Uebelstand als einen allgemeinen, allen unsern Gymnasien mehr oder weniger gemeinsamen an, so wird man beim Aufsuchen der Mittel, wodurch dem Uebelstand begegnet werden könnte, nur auf die allen Gymnasien gemeinsamen Ursachen des Vebelstandes zurückgehen müssen; denn alles Persönliche, alles Nachteilige, was in den Lehrern oder den Schülern inwohnt, entzieht sich ja überall jeder Berechnung, und es ist gleich vergeblich, die schwächere oder herabgekommene Generation wie das Ungeschick oder den unverständigen Eiser der Lehrer anzuklagen. Wenn auch Hunderten von Lehrern nachzuweisen wäre, dasz sie nicht Erzieher seien, so wäre damit für die Erklärung der Sache nichts gewonnen und keine Handhabe geboten, wodurch man des Uebels habhaft werden könnte. N. Jahrb. f. Phil. u. Päd. II. Abt. 1864. Hft. 1.

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