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mit ihm nieder auf den bunten Schauplatz des Lebens, auf die manchfaltigen Bestrebungen, Liebhabereien und Eigenthümlichkeiten der menschlichen Charaktere, nicht ohne leise Ironie in der Zeichnung, und eröffnet zuletzt als Gegensatz, oder auch als Glied in der Reihe, sein eigenes höchstes und einziges Verlangen bei seinem den Musen geweiheten Stillleben, das Verlangen, ein wahrer lyrischer Dichter zu sein und als solcher von Mäcenas anerkannt zu werden.

v. 1. Mäcenas leitete sein Geschlecht von den etruscischen königlichen Lucumonen her. 3. Olympicum, nach der bei Horaz beliebten Hypallage der Attribute, ironisirend zu pulverem statt zu curriculo gezogen. 5. evitata, d. i. ohne anzustossen. 8. tergeminis, dreidoppelt, hier besonders das Dreipaar der höchsten curulischen Würden, der Aedilität, der Prätur und des Consulats. 10. Libycis; Libyen eine Kornkammer für die Römer. 12. Attalicis cond. die glänzendsten Versprechungen. Der reiche König Attalus

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Pergamus vermachte seinen Reichthum den Römern. 13 Cypria, mit Rücksicht auf den grossen Handelsbetrieb der Insel Cypern. – 14. Myrtoum, der westliche Theil des ägäischen

. Meeres, von der Insel Myrtos bei Euboea bis gen Creta. 15. Icariis, von der Insel Icaria; der östliche Theil des ägäi. ischen Meeres. Africum der Südwestwind, welcher also aus dem myrtoischen Meere zwischen den gefährlichen Cycladen hin gegen das ikarische drängte. 16-17. das ruhige Leben auf seinem Landgut. 18. indocilis pati, griechische Verbindung des Infinitivs; bei Horaz beliebt. 19. Massici, Wein am Berge Massicus in Campanien. 20. partem solido etc. Stunden des „dolce far niente" kürzen die volle Tagesfrist. 22. aquae caput, die Quelle. 28. Marsus; die Marser ein Gebirgsvolk östlich von Latium. 29. hederae; der Epheu dem begeisternden Bacchus geweiht, und darum als Kranz für Dichterstirnen. 31. Nympharum; in einsamer Waldgegend schaut solches die Dichterphantasie, vielleicht bei blossem Blättergeräusch. 33. Flöte und Leier (Blas - und Saiteninstrument), je nach dem verschiedenen Charakter des Liedes cf. Od. I, 12, 1. 34. Lesboum; die Lesbier Alcäus und Sappho waren die Vorbilder des Horaz. 35. Quodsi, „und darum wenn du etc.“

Od. I, 2. Jam satis. Sapphisches Versmass. Nach der Zueignungsode an Mäcenas folgt nun die eigentlich erste Ode, die als solche dem Augustus gebührt und gerade zu diesem Zwecke gemacht scheint, um an der Spitze der ganzen Sammlung zu stehen. Denn sie knüpft sich nicht an einen bestimmten Zeitmoment'der Gegenwart, sondern versetzt künst

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Jich in die trostlosen Zeiten der Bürgerkriege, lässt die Schreckenszeichen nach Cäsars Ermordung, und das erwartungsvolle Auftreten des jugendlichen Octavian vorüberziehen, um dann zuletzt die für Vergötterung reife Glorie des Augustus, in welchem der Dichter gleichsam einen himmlischen Gesandten, ja den Merkur selbst (nuntium Jovis et deorum Od. I, 10.) erblickt, desto heller in's Licht zu stellen.

v. 1-2; das vorwaltende s wohl absichtlich. 3. rubente, in schauerlichem Wiederschein; arces, besonders das Capitol. 5. die Zeit der Deukalionischen Flut.

7. pecus, Robben und anderes Seegethier. 13. flavum; der Tiber hat gelbliches Wasser. -. 15. Numa's Königsburg nebst dem Vestatempel am Palatinus. 17. Ilia (Rhea Silvia) in den Tiber gestürzt, ward Gattin des Stromgottes, hier klagend über Cäsars Ermordung. 19. Uebermässige Strafe bis zur Vernichtung Roms war nicht der Wille Juppiters und des Schicksals. 21. cives d. i. als cives contra cives, nicht als milites contra hostes. 22. Persae, die Parther als hartnäckigste Feinde der Römer. 23. pugnas, sc. civiles.

26. rebus, für das Wohl und den Bestand. 27. virgines, die Vestalipnen. 28. carmina, die liturgischen Lieder und Gebetsformeln. 32. man erwartete damals das zehnte und letzte Weltalter, das unter Apollo's Schutze stehen sollte ; sein Cultus wurde durch Augustus besonders gefördert. Vergl. carm.

34. scheint auf ein besonderes Bild der Venus Erycina (vom Berg Eryx in Sicilien) zu deuten; die Beziehung auf Augustus durch das Julische Geschlecht. 35. Mars, als Vater des Romulus. 37. ludo sc. pugnarum civilium. 38. leves, blank. – 39. peditis, hier „vom Pferde geworfen“.

. cruentum blutbespritzt. 41. Merkur, der himmlische Vermittler, in der Gestalt des jugendlichen Octavian. 47. iniquum, unwillig über etc. 50. dici, Object zu ames, wie triumphos. 51. Medos, die Parther. 52. Caesar, als Schlusswort gleichsam der „neue Cäsar“.

Od. I, 3. Sic te Diva. Versmass Asclep. II. Nach Mäcenas und Augustus tritt nun Virgil in die Reihe, des Dichters ebenbürtiger Musengenosse, dem er zugleich die Bekanntschaft mit Mäcenas, und durch diesen mit Augustus zu danken hatte. Eine würdige Stellung, aber auch eine ebenso würdige Ode für das Dichterpaar. Nicht in directer Anrede bewegt sich die Ode (was hätten sich da solche Geistesgrössen alles zu sagen!), sondern ein Moment wird gewählt, wo das Gefühl der Unzertrennlichkeit sich gleichsam gewaltsam hervordrängt (animae dimidium meae). Virgil fährt nach Griechenland, nach Athen; der persönliche Abschied ist bereits genom

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men; das Schiff ist schon so weit, dass nach heutiger Weise das Zuwinken mit dem Taschentuche aufhören würde, und Personen nicht mehr erkennbar sind; da blickt der Dichter dem Fahrzeuge nach in die weite gefahrvolle See, worauf es nun bald wie ein Punkt verschwinden wird; noch einen fernen Gruss an das Schiff mit nacheilendem Zuruf für Bewahrung des Geliebten, und dann ergiesst sich der Schmerz der Trennung in Unmuth über die Verwegenheit des Menschengeschlechts. Solch hochgetragene Reflexionen sind des Dichterpaares würdiger, als zärtliche Zuschriften. Welche Reise Virgils gemeint sei, bleibt unsicher; von seiner letzten Reise kehrte er im September 19 zurück, starb aber schon in Brundisium.

v. 1. Sic, bei nachfolgenden Wünschen und Betheuerungen, cf. Virg. Eclog. 9, 30. — diva, Venus als Meergöttin. — 2. die Zwillinge Castor und Pollux. 4. Wind vom Calabrischen Vorgebirge Japyx aus nach Griechenland. 7. reddas, als

„debitum“. – 14. das trübe, regnerische Hyadengestirn (im Kopfe des Stiers). – 17. mortis gradum cf. v. 33. – 18. siccis, trocknen ruhigen Blicks (nicht als Gegensatz zu Thränen). 20. Acroceraunia, an der Küste von Epirus. 22. dissociabili , erklärt sich durch den Au druck bei Livius: „flumen ponte, rate (Schiffbrücke) jungere," was beim Ocean unmöglich. 26. vetitum, daher strafwürdig; zugleich aber auch der Reiz des Verbotes. 27. Prometheus, Sohn des Japetus. 31. incubuit, schlug gleichsam ihr Lager auf. 32. die Ne. cessitas war immer da, aber sie hat ihren Todesschritt beschleunigt. 35. non datis, daher frevelhaft. 36. perrupit, die kurze Endung it in der Arsis. Herculeus, stärker als Herculis. 38. nach Art der Giganten, daher zur Strafe herausfordernd.

Od. I, 4. Solvitur acris. Das Versmass Archiloch. IV, bei Horaz mit feiner Gleichmässigkeit; erster Vers (logaödischer Art) 4 Daktylen (bei den 3 ersten auch Spondeus, der 4. immer rein und ein Wort schliessend) mit einem Ithyphallicus (3 Trochäen); dieser Ithyphallicus bildet auch den Schluss des 2. Verses, der mit langer Anacrusis und schwerer troch. Dipodie beginnt. Die letzte Silbe des Ithyphallicus durchgehends lang. Die kurze Anacrusis in v. 2 (trăhunt) abweichend, daher wohl die Lesart „ducunt entstand. Sestius stand nach Cäsars Ermordung auf der Seite des Brutus, hielt auch sein Andenken fortwährend in Ehren, war aber dennoch bei Augustus so beliebt, dass er im Jahre 23 sein Consul suffectus ward. Diese Consularstellung konnte vielleicht die Veranlassung sein, der vorliegenden Ode bei der damaligen (?) Herausgabe der Sammlung diese ehrenvolle Stelle einzuräumen.

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Latein-Dichter. III.

V.

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Das Motiv der Ode ist das freudige Lebensgefühl beim Beginne des Frühlings, in Verbindung mit dem Gedanken an die Vergänglichkeit und den immer nahen Tod. Dieser Gegensatz ist im Wiederaufleben des Frühlings nach der todten Winterzeit sehr natürlich und bei Dichtern oft wiederkehrend, während der Herbst mit seinem lediglichen Verwelken keinen positiven Haltpunkt für den Gegensatz darbietet. Selbst die Jugend melancholisirt oft mehr, als das Alter.

1. acris, die Schärfe der Luft, nicht die gefrorene Erde. 2. die ausgebesserten Schiffe wurden mit Rollmaschinen ins Meer gelassen. 3. igni, Herdfeuer; die Zeichnung des Frühlings vortrefflich. 5-8. vielleicht mythologische Bilder für ländliche Frühlingscenen, für abendliche Mädchentänze und glühende Schmieden. 11. Die Faunalien, um die Mitte Februars. 12. agna, zu immolare, opfern mit etwas. 13. Ueber den plötzlichen Uebergang s. oben.

16. fabulae, von denen man nur Sagen, keine Erfahrungen hat. 17. simul, simul ac. 18. tali, vier längliche Würfel (nicht cubisch wie die tesserae), mit den 4 Seitenziffern ), 3, À, 6; 4 verschiedene Ziffern der Venuswurf, 4 gleiche der Hundswurf (canis). 19. Lycidas, ein frischer Knabe; gewöhnlich die Lieblinge der erwachseneren Jünglinge, und später ebenso der Mädchen. Alles ein Bild des eilenden Wechsels.

Od. I, 6. Scriberis Vario. Versmass Asclep. III. Die Ode ist gerichtet an den bekannten Kriegsführer Agrippa, gilt aber zugleich dem grossen Epiker (zugleich Tragiker) Varius; Agrippa dem Mäcenas, und Varius dem Virgil zur Seite; also würdige Stellung in der Sammlung der Oden. Gewiss, Agrippa, bist du würdig, besungen zu werden; aber deine Thaten sind Stoff für ein Homerisches Epos, wie allenfalls ein Varius liefern könnte; meine Muse ist dafür zu ohnmächtig ; sie spricht nur meine subjectiven, geselligen Empfindungen aus.“ Aber welch eine Erhebung des Agrippa in seinen Homerischen Gegenbildern, und welch eine Erhebung des Varius als ebenbürtig einem Homer! Die Selbstcharakterisirung des Dichters ist nicht das Motiv der Ode.

v. 1. scribēris, cf. Epist. I, 2. „Trojani belli scriptorem."

Vario alite, Vario canente, Varii carmine. fortis et victor , nicht jeder „fortis“ ist zugleich „victor“. 2. Maeonien mit der Stadt Smyrna, als Vaterland Homers. 5. neque nec, ebenso wenig als; vergleichend. 6. μήνιν Πηληιάδεω.

7. die Odyssee. 8. Pelopis, mit Rücksicht auf Varius, der eine Tragödie Thyestes geschrieben. 10. ae zu potens. 13. herrliche Strophe, sowohl als Preis des Agrippa,

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wie durch die Anordnung: glänzende Rüstung vor der Schlacht, Staubgetümmel im Kampfe, siegreicher Erfolg. 12. proelia virginum bei conviviis, Gegensatz zu den blutigen Heldenkämpfen; noch andere feine Gegensätze; sectis und acrium bildet ein oxymoron.

19. vacui sc. amore. Solcher leichten Scherz- und Liebesgedichte mag Horaz nach Gelegenheit wohl sehr viele gemacht haben, ohne dass es ihm einfiel, sie in die öffentliche Sammlung aufzunehmen. So gehts ja bei jedem Dichter.

Od. I, 7. Lauda bunt alii. Versmass Alcmanisch (vom Dichter Alcman um 650), Hexameter mit daktyl. Tetrameter katalect. Der Ode (vielleicht aus früherer Zeit stammend, wie I, 28. von gleichem Versmass) gebricht es an völliger Durchsichtigkeit der Situation und der individuellen Verhältnisse; daher die verschiedenartigsten Erklärungen derselben, so sehr, dass man sogar mit v. 15 eine neue Ode hat anfangen wollen. Der bekannte Munatius Plancus, welcher 42 Consul war, hatte seine politische Stellung oft gewechselt, hatte zu Cäsar, zu Cicero, zu Antonius, zu Octavian gehalten, war nach dem Perusinischen Kriege (40) nach Athen und weiter nach Asien zu Antonius geflohen, und zuletzt ganz zu Octavian übergegangen. Einem solch unruhigen Geiste liegt auch der Trübsinn nahe, dem der Dichter hier entgegentritt. Es deutet aber die ganze Anlage der Ode und besonders die Person des Teucer wohl unzweifelhaft auf ein besonderes Vorhaben des Plancus, etwa irgendwo einen neuen Wohnsitz aufzusuchen. In einer Inschrift findet sich über ihn: „Colonias deduxit Lugdunum et Rauricum“; vielleicht ging er eben damit um, eine solche Colonie zu gründen; und da sagt denn der Dichter: „An deiner Stelle würde ich mich vom schönen Tibur nicht trennen; willst du aber unabänderlich ins Weite, so wirf wenigstens allen Unmuth und Trübsinn fort.“ Der Munatius in Epist. I, 3, 31 ist wahrscheinlich sein Sohn; man hat aber auch an ihn bei dieser Ode gedacht.

v. 1. claram, herrlich, besonders auch durch den immer heiteren Himmel; ähnlich Mitylene und Ephesus. Sodann Korinth mit seinen ragenden Bauwerken, Theben und Delphi mit seinen religiösen Festgeprängen, das einsam anmuthige Thal Tempe im Gegensatze zu den leuchtenden asiatischen Gegenden u. 8. W. 7. olivam sc. Palladis, also gleichsam nicht „laurum Apollinis“, oder „hederam Bacchi“. – 9. aptum

equis, ιππόβοτον. Larissa in Thessalien. 12. Albunea, Nymphe der gleichnamigen Quelle, in den Anio abfliessend.

13. Tiburnus, mit seinen Brüdern Catilus und Cora Erbauer von Tibur. — 16. Notus, regnerischer Wind (s. Ovid M. I, 264),

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