Obrázky na stránke
PDF
ePub

was besonders um Neujahr geschah. Horaz nun beehrt seinen Freund Censorinus, einen ausgezeichneten, allgemein verehrten und sicher auch bei Augustus hochgehaltenen Römer, der im J. 8 Consul wurde, mit dieser Ode, worin er einerseits sein Unvermögen zu reichen Geschenken, anderseits aber den hohen Werth dichterischer Verherrlichung hervorhebt, wodurch er denn in Wabrheit dem Censorinus das Beste dargebracht hat, was in seiner Macht stand, und was Censorinus seinem Charakter nach nur wünschen konnte. Es ist dieses die einzige Ode, wobei die Anzahl der Verse nicht durch 4 theilbar ist, also keine vierzeilige Strophe sich herstellen lässt; daher hat man Auslassungen vornehmen wollen, wofür namentlich v. 17. in Anspruch genommen, sachlich (wegen incendia) und metrisch (wegen der Cäsur); daneben v. 28.

v. 1. commodus, nach Sinn und Wunsch. - 6. Parrhasius, nebst Zeuxis grösster griech. Maler um 400 v. Chr. Scopas, fast gleichzeitig, grosser Bildhauer aus Paros. 16. egens, zu res und animus , „du bedarfst nicht, und verlangst nicht“. 12. dicere, wie im Folgenden geschieht, während das bei Kunstliebhabereien nicht angeht. 18. ejus, der ältere Scipio Africanus, wie auch durch „Calabrae Pieridesangezeigt wird; Ennius nämlich, aus Rudiae in Calabrien, besang den 2. Pun. Krieg; daher die Schwierigkeit mit incendia Carthaginis. 23. ,,obgleich eines Mars Sohn, würde Romulus doch in Vergessenheit sein“. 25. Aeakus, der Gottesfürchtige, auf den Inseln der Seligen, zugleich Richter in der Unterwelt. 29. sic, per Musam. 31. Tyndaridae, Castor und Pollux, öfter als Heroen mit Herkules zusammengestellt, cf. Od. IV, 5, 35; hinsichtlich der Schiffahrt s. Od. I, 3, 2. 34. auch Bacchus stammte von sterblicher Mutter (Semele); hier als Schluss bedeutsam wegen des Bacchus Beziehung zu den Dichtern.

Od. IV, 9. Ne forte credas. Versmass Alcäisch. - Diese Ode hat Verwandtschaft mit der vorhergehenden, indem sie gleichfalls die Macht des Gesanges schildert, um vor Vergessenheit zu bewahren, und daran das Lob des Lollius knüpft als eines des Gesanges würdigen und von Horaz gern besungenen Mannes. Lollius war im J. 21 Consul, erlitt im J. 16 eine schwere Niederlage durch die Germanen, blieb aber bei Augustus in Achtung und Vertrauen. Daran knüpft sich vielleicht die Abfassung der Ode, indem dieselbe, gleichsam zum Trost für das Unglück im Kriege, sich wesentlich an den edlen Charakter des Lollius hält und treffend durch die Ausdrücke „consul non unius anni(v. 39) und „explicuit sua victor arma" (44), sowie durch die zwei gipfelnden Schlussverse (51-52) hervor

18

Latein Dichter. III.

hebt, wie die Tugend auch ausserhalb kriegerischer That sich consularisch und heldenmüthig bewähren könne. Uebrigens blieb Lollius später seinem Charakter nicht treu; im Orient soll er sich viel Habsucht und Ungerechtigkeit, selbst verrätherische Pläne, haben zu Schulden kommen lassen.

v. 2. zu Venusia am Aufidus in Apulien. 3. „Romanae fidicen lyrae“ Od. IV, 3, 23. 7. Ceae, Simonides von der Insel Cea, Näniendichter, zur Zeit des Themistokles in Athen. minaces, gegen die Tyrannen. 8. Stesichorus, aus Himera in Sicilien, um 600 v. Chr., zeichnete sich aus durch das Erhabene in Gehalt und Form. 9. Anacreon, aus Teos in Kleinasien, um 550, leichter geselliger Liederdichter. 12. Aeoliae, Sappho aus Lesbos (gleichzeitig mit Alcäus, um 600), leidenschaftlich. 13-30; „nur was besungen worden, ist der Vergessenheit entgangen, während sicher viel Aehnliches geschehen, aber nun so viel als nichtgeschehen ist“. — 34. animus, bleibt Subject bis v. 44, weil, wie oben gesagt, hier gerade von den kriegerischen Erfolgen abgesehen und die Charaktertugend gezeichnet werden soll. 42. nocentes, die Schuldigen, Bestechung versuchenden. 43. obstantes, SC. seiner gerechten Handlungsweise. 45. „Brav so! denn _“.

Od. IV, 12. Jam veris comites. Versmass Asclep. HII. Diese Ode gehört zu den in's 4. Buch mit aufgenommenen Jugendgedichten (s. oben S. 26S), stammt vielleicht aus der Zeit der ersten innigen Bekanntschaft mit Virgil, wo dieser schon durch seine Eklogen (worauf die 3. Strophe fast hinzudeuten scheint) glänzte und bei Mäcenas und Augustus u. a. eingeführt war (juvenum nobilium cliens). Gerade als ein scherzend genialer Erguss an einen innig Vertrauten hat das Gedicht Leben und Unmittelbarkeit. Dem Dichter quillt aus dem Anblick der Natur Frühlingswonne zu; sein geliebter Virgil (Dichter und Naturfreund) schwebt ihm dabei vor; er ladet ihn ein zu durstlöschendem Weine, ja eventuel zu einem feinen Etikettenkrug, den er noch nicht einmal hat (Sulpiciis accubat horreis); „aber,“ sagt er herzig und scherzig, auch du musst etwas dabei thun; du musst die feine Salbe bringen“, d. h. doch in Wahrheit „du musst dasjenige bringen, was unserm Zusammensein den festlichen Anstrich gibt“, und gerade darin liegt das Innige und Bedeutungsvolle. Die Frühlingslust und die Innigkeit steigert sich bis zu drängender Eile, gleich als wenn ein etwaiges Säumen des Virgil nur ein Geizen wäre mit der verlangten Salbe. Wie hätte da, bei solch liebevollem Drängen, ein Dichter dem Dichter, ein Virgil dem Horaz widerstehen können? man sieht im voraus ihr dulce desipere. Und dennoch hat man hinter dem Virgil die

men.

ser Ode einen Salbenhändler, sehr vielfach einen Leibarzt der beiden Neronen finden wollen! v. 1. Wiederbeginn der Schiffahrt nach den Winterstür

6. avis, die in eine Schwalbe verwandelte Prokne, welche ihren Sohn Itys aus Rache dem Vater Tereus als Speise vorgesetzt hatte; flebiliter, das unmelodisch winselnde Gezwitscher.

7. male, nur auf die Art, nicht auf den Gegenstand der Rache, der aufs rachwürdigste gezeichnet wird. 11. deum , d. i. Pan; colles, Mänalus , Lycäus. 14. Calener Wein; Cales in Campanien. 18. Firma eines vorzüglichen Weinlagers; soll noch lange nachher in Rom bestanden haben.

Od. IV, 14. Quae cura Patrum. Versmass Alcäisch.

Diese Ode steht der vierten des Buches zur Seite, knüpft sich an die Siege der beiden Neronen in Rhätien, und wie dort Drusus, so tritt hier das Bild des kämpfenden Tiberius in den Vordergrund. Was aber dort nur angedeutet war, der mitwirkende Geist des Augustus, das wird hier zum Hauptmotiv, gleich als wenn durch den Preis, der in jener Ode für Roms Heil und Grösse den Claudiern gezollt wurde, Augustus selbst zu sehr verdunkelt worden, namentlich hinsichtlich seiner kriegerischen Erfolge; daher wird auch bei diesen vorzugsweise verweilt und gerade mit dem letzten Siege über die gefährlichen Sygambern abgeschlossen.

v. 1. „Senat und Volk kann kaum noch Ehrenbezeugungen erfinden, die deinen Verdiensten entsprächen“. 13. „mit mehr als einfacher,“ also mit verdoppelter und überreicher Vergeltung, revanche. 18. „die lieber sterben als sich unterwerfen wollten“. 19. quantis etc., von spectandus abhängig.

21. Aufgang des Siebengestirns im April, wo der Himmel wieder heiter wird, und die Wogen gepeitscht, aber auch zur Ruhe gebracht werden. 30. ferrata, mit Eisen bedeckt; vielleicht besonders auf die Amazonischen Beile Od. IV, 4, 20.

35. nach der Schlacht bei Actium. 40. imperia , besonders die Feldzüge. 40-52. bei dieser Aufzählung der überwundenen Völker sowohl die springende Art der Reihenfolge, als die Manchfaltigkeit in der Bezeichnung zu beachten, recht mit Dichteraugen und Dichterempfindungen die Welt durchschweifend.

Od. IV, 15. Phoebus volentem. Versmass Alcäisch.

Diese Ode schliesst sich der vorhergehenden so enge an, dass man die beiden in Eine hat zusammenziehen wollen. Die vorige schliesst mit einer fast athemlosen Aufzählung der Siege des Augustus, und die vorliegende beginnt mit dem Gefühle der dichterischen Ohnmacht, solche Siege und Schlachten würdig besingen zu können. Und so wendet sich der Dichter lieber zu den Folgen und Früchten der Siege, zu dem Friedensfürsten, der Land und Volk beglückt, Segen und Sicherheit verbreitet, und es darum verdient, tagtäglich von Jung und Alt gepriesen und wie ein Gott verehrt zu werden. Damit rundet sich die ganze Sammlung der vier Odenbücher, die gleich an der Spitze (od. I, 2) diejenige Erwartung von Augustus aussprechen, die hier als erfüllt besungen wird.

v. 1. loqui, ironisirend gegen sich selbst. 2. increpuit, fuhr mich an, mit Mahnung und Warnung durch den Ton seiner Leier. 3. „mein Lied wie ein Kahn auf wogender See.“ 7. Parthorum; Phraates hatte die dem Crassus abgenommenen Feldzeichen zurückgeschickt. 9. das Verschliessen des Janustempels als Zeichen allgemeinen Friedens.

12. artes, Maximen, Grundsätze der Handlungsweise. 19. procudit enses vgl. Od. I, 2, 21 (cives acuisse ferrum). 21. Vindeliker, Thrazier, Orientalen, Scythen. - 29. in die alte Römerzeit zurückkehrend. 32. zunächst Aeneas, und dann weiter das Julische Geschlecht bis auf Augustus. Ein bis in die ferne Zukunft nachhallender Schluss.

Carmen saeculare. Phoebe silvarumque. Versmass Sapphisch. Ueber die Säcularfeier waren die näheren Vorschriften in den Sibyllinischen Büchern enthalten, deren Obhut ein Collegium von 15 Männern führte (Quindecimviri Sibyllini). Das Säculum wurde dabei nach altetruscischer Weise zu 110 Jahren gerechnet. Für den Doppelchor durften nur solche sittenreine Knaben und Mädchen gewählt werden, deren Eltern vornehmen Standes waren, beide noch lebten und durch die eigentlich religiöse Ehe (confarreatio) verbunden waren. Das Fest dauerte 3 Tage und Nächte; die Anzahl der Knaben und Mädchen beim Chorgesang war je 3 X 3 X 3 (27). Augustus veranstaltete die Feier im J. 17 und beauftragte mit der Abfassung des Chorgesanges den Horaz, der sich dabei dem von Augustus stets geförderten Apolloculte anschloss und den Apollo und die Diana als Roms Schutzgottheiten verherrlicht (vgl. od. IV, 6). Die Anordnung des Wechsels beim Vortrage des Chorgesanges hat man verschiedentlich versucht, so verschieden, dass wir jedem Schüler das Recht einräumen, sich gleichfalls darin zu versuchen, Es fehlt uns eben die genauere Kenntniss der damaligen Musik und Choreutik; jedenfalls gab es dabei grössere Manchfaltigkeit in Wechsel und Verbindung, als gewöhnlich augenommen wird; und es bleibt selbst die Frage offen, ob nicht auch die Quindecimviri, namentlich am Anfang und gegen Ende, betheiligt gewesen. Was nun den poetischen Werth des ganzen Gedichtes betrifft, so ist derselbe vielfach herab

gewürdigt worden, weil man zu sehr den Massstab subjectiver Odenstimmung anlegte; es ist aber vielmehr eine Art von Kirchenlied, indem es im Namen einer Gesammtheit Gebete darbringt für die Gesammtheit; und von diesem Standpunkte aus kann man der Kritik gegenüber wohl fragen 1. wird nicht das Wohl des römischen Staates nach allen und den würdigsten Seiten hin vom Himmel erfleht ? und 2. wird nicht das Ganze getragen von einer zuversichtlichen, ja heiligen Innigkeit? 3. ist nicht der Ausdruck bis ins Einzelne eben so lebhaft, als würdig und angemessen ? welche beide letzteren Eigenschaften allerdings ein hinströmendes Pathos weniger zulassen und in der Wahl der Bilder beschränkend einwirken. Diejenigen Stellen, welche vorzugsweise verschiedene Auffassung oder auch Lesart veranlasst haben (besonders v. 27. 49. u. 68) bleiben dem mündlichen Unterrichte überlassen.

v. 6. lectas etc. s. oben in der Vorbemerkung. 7. placuere, wie jetzt auch dem Apollo und der Diana, als Schutzgottheiten. 10. promis, die Leichtigkeit bezeichnend. 13. rite aperire, „in rechter Weise, glücklich an's Licht bringen“; der Infinitiv zu lenis. 14. Ilithyia, Geburtsgöttin; hier Diana. 15. sive etc. die Götter lieben die Vielnamigkeit. 16. etc. die verschiedenen Ehegesetze zur Veredlung des Familienlebens; darunter „de maritandis ordinibus“. 25. die Parzen wahrhaft in ihren Aussprüchen. 27. servet, sc. ne quid eontra fatum (unépuopor) agatur. Zu quod als nom. und acc. vgl. Sat. II, 6, 72. 31. fetus, die Erzeugnisse sc. telluris. 33. telum, der Bogen mit den todbringenden Geschossen (Pest etc.). — 37. si; bei Gebeten „50 gewiss als". 39. pars, im Folgenden erklärt „cuiv. 41. sine fraude, sine damno. 42. castus, pius. 49. veneratur, orat; die Lesart: quique ... imperet ist minder verbürgt. 50. clarus etc. sc. Augustus durch das Julische Geschlecht. 55. responsa petunt, sc. per legatos. 60. copia, die Segnungen des Friedens, Gedeihen und Wohlfahrt.

62. novem; die ausdrückliche Zahlangabe könnte wohl in Beziehung stehen zu der dreimaligen Neunzahl der Jungfrauen. 63. salutari arte, die Heilkunst des Apollo. 65. Palatinas, wo Augustus dem Apollo einen Tempel geweihet und zugleich sein eigenes Haus hatte. 68. der Indicativ prorogat als zuversichtliche Erwartung; eben so v. 71 curat und applicat 69. Algidus, Berg zwischen Tusculum und Präneste; auf die Verehrung der Diana daselbst auch Od. I, 21, 6 hingewiesen. 70. quindecim S. oben.

73. Jovem, als höchster Gott; sentire, approbare, annuere; nur dadurch ist volle und sichere Erfüllung zu erwarten.

[ocr errors]
[ocr errors]
« PredošláPokračovať »