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schliessende engere und freundschaftliche Verhältniss zu demselben erweckte dem Dichter frische Beneider, und manche mochten sich kaum anders denken können, als dass Horaz Ehrenstellen suche und erlangen werde. Darauf antwortet diese Satire, deren Grundgedanke ist, dass nicht Abstammung und Ehrenstellen, sondern Ehrenhaftigkeit und Adel der Gesinnung wahren Werth verleihen; nach diesem Grundsatze verfahre Mäcenas in der Wahl seiner Freunde, und ihm selbst, dem Dichter, falle es nicht ein, sein genügsames Stillleben mit vornehmen Aemtern zu vertauschen. Die berühmte Glanzstelle der Satire ist das Bild, das der Dichter von seinem geliebten Vater und dessen Erziehungsweise vorführt.

v. 1. Non, zu suspendis v. 5. Ueber des Mäcenas vornehme Abstammung s. Od. I, 1. 5. das verächtliche Naserümpfen. – 9. ignobile, übertragen vom Tullius ignobilis. — 10. nullis majoribus, ohne Ahnenreihe. 12. Laevinus, aus dem hohen Geschlechte des Valerius Publicola, konnte wegen seiner schlechten Sitten nicht zu Ehrenstellen gelangen; selbst bei dem sonst blinden Volke galt er nichts trotz seiner Herkunft.

18. longe longeque; Horaz weder durch Adel noch durch persönlichen Verkehr dem „vulgusbekannt. 20. Decius als ein homo novus, Appius als ein strenger und aristokratischer Censor. moveret, ausschliessen von Ehrenämtern.

22. pelle, ordine. 24. Tillius, wurde von Cäsar aus dem Senate entfernt, gewann aber später den breiten Purpurstreifen (clavus) wieder und wurde Volkstribun. 27. die hohe Fussbekleidung der Senatoren. 30. morbo, hier also Gefallsucht, wie sie der übel berüchtigte Barrus hatte. meine Sklavennamen. audes, als Volkstribun. 39. Cadmo, ein Saharfrichter. 40. Novius , noch ein Grad tiefer von Stande, wohl selbst ein libertinus. 41. Aemilius Paulus (?) und Messala Corvinus (Od. III, 21) wahrhaft nobele Männer.

42. at etc. „aber seine mächtige Stimme bei Reden auf dem Forum gefällt uns“! 48. vor und in der Schlacht bei Philippi.

58. non ego, wie es Andere machen. 59. Saturejano, von einer Stadt oder Gegend bei Tarent. 65. Atqui etc. „Wenn ich vor Schlechtem bewahrt" geblieben, so verdanke ich es meinem Vater". 68. mala lustra , gemeine Kneipen und Lasterhöhlen. 72. Flavius, also ein Schulhalter in Venusia; die Leistungen waren dem Vater des Horaz zu gering, trotz der hohen Offizierssöhne (Venusia eine Militärcolonie).

75. aera, das monatliche Schulgeld während der acht Schulmonate; die heissen Sommermonate fielen aus.

84. opprobrio, „nicht bloss vor schlechter Handlung, sondern selbst vor Verdacht bewahrte er mich“. 90. dolo, culpa.

38. ge

99. onus, wird im Folgenden erklärt. 105. vielleicht auf die Brundisische Reise (Sat. I, 5) anspielend. — 107. sordes, Knauserei. Tillius war also um diese Zeit Prätor. 109. „mit Kochgeschirr und Weinkorb“; übrigens diese wie manche der folgenden Specialwörter mit theils verschiedener, theils unsicherer Erklärung. 111. „Wo und wohin mirs beliebt“. 113. fallacem, durch Gauner und Weissager (divinis). 116. ein steinerner (ge öhnlicher) Tisch. 117. duo, wie gewöhnlich; vielleicht für Wasser und Wein, oder Mischung. 120. Marsya, eine Statue auf dem Forum, wo Gerichts- und Geldgeschäfte getrieben wurden; der jüngere Novius ein arger Wucherer. 122. bis 10 Uhr nicht schlafend im Bette sondern auf dem Sopha, geistig thätig unter Beihülfe seines Schreibers und Vorlesers, gegenüber dem folgenden tacitum.

123. ungor für Uebungen auf dem Campus, im Gegensatze zu vagor.

126, über die beiden Lesarten und ihre Schwierigkeiten mündlich; die Lesart ,campum etc. nur in einer einzigen beachtenswerthen Handschrift; aber wie hineingekommen? (durch Horaz?) -- 127. interpellet, prohibeat.

Sat. I, 7. Proscripti Regis. Ein lustiges Erlebniss aus des Dichters Militärzeit im Lager des Brutus. Rupilius mit dem Zunamen Rex (wie heute „König“) aus Präneste war als Prätor zu Rom proscribirt worden und zu Brutus nach Asien geflohen. Eine Gerichtsscene, die er dort mit dem Klazomenier Persius durchmachte, wird vom Dichter drastisch vorgeführt, wobei der Zuname „Rex“ natürlich mit herhalten

Ob auch Horaz von dem Charakter des Rupilius etwas zu leiden gehabt, bleibt fraglich. Unter den Satiren wird diese wohl als die älteste betrachtet.

v. 1. Rupilius; hier in der Mitte von was für Wörtern!

2. hybrida, Mischling von griechisch asiatischem Vater und römischer Mutter. 3. lippis, der Dichter scherzt auf sich selbst. 8. Sisenna und Barrus nicht näher bekannt; vielleicht in Komödien oder Lucilischen Satiren; praecurreret in der Rennbahn. – 9. ad Regem, zur Hauptperson, ironisirend.

10. hoc etenim etc. bei Processleuten gehts gerade wie bei Homerischen Kampfhelden; bei gleicher Stärke kein Nachgeben, bei ungleicher ein Vertrag. 20. compositun sc. par. Bithus und Bacchius, zwei ausgezeichnete Gladiatoren, die nach vielen Siegen zuletzt gegen einander auftraten und sich gegenseitig tödtlich verwundeten. 22. ridetur sc. de exposita causa. 26. sidus, das Feld-ausdörrende Hundsgestirn.

27. da, wohin selten ein Beil kommt. 28. dem poetisch-rhetorischen Redestrom des griechisch gebildeten Persius entgegnet Rupilius mit bäuerischer Grobheit. Vergleich mit dem Schimpfen Latein-Dichter, III.

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muss.

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eines Winzers (vindēmiator metrisch viersilbig), wenn ihn beim verspäteten Rebenschneiden ein Vorübergehender mit dem Zuzuf Kukuk" ärgert, was Sitte war. 34. reges, zunächst Cäsar, aber bei dem Namen Brutus zugleich Anspielung auf Tarquinius.

Sat. I, 9. Ibam forte. Eine fast dramatisch vorgeführte Scene, die zwar in dem vorliegenden Falle zu einer lustigen Katastrophe führt, die aber zugleich zeigt, wie es dem Dichter fortwährend mit solchen Andringlingen erging, nachdem es einmal bekannt geworden, wie viel er bei dem allvermögenden Mäcenas gelte. Gerade durch Horaz, den aus niedrigem Stande so hoch Emporgekommenen, glaubten zumal die Schöngeister und Literaten sich Zutritt verschaffen zu können. Die gegenwärtige Satire war wohl ein gutes Schutzmittel dagegen, so dass das Schlusswort servavit zugleich ein servabit in sich schliesst. Was für schmeichelhafte Schlaglichter im Verlaufe der Satire auf Mäcenas und seine gewählten Kreise fallen, ist als Dank und Verehrung Seitens des Dichters zu beachten. Das Jahr der Abfassung um 36-34 v. Chr.

v. 1. über die breite sacra via s. Epod. 4, 7. — 2. nugae, res otiosae im Gegensatze zu eigentlichen negotiis, also auch Dichterphantasieen. 5. cupio etc. Formel fürs Abschiednehmen; noch abweisender ist das zuvorkommende num quid vis? 7. noris nos, „Deine Bekanntschaft.“ dem begleitenden Diener. 11. Bolanus nicht näher bekannt; als Charakterperson damals sofort verständlich. 18. cubat Sc. aegrotans. hortos, die von Cäsar dem Volke vermacht waren, am Fusse des Janiculus.

22. Viscos, zwei Brüder (cf. Sat. I, 10, 83), Dichter und feine Kritiker; der Vater hochangesehen bei Augustus. 23. Varius der bekannte Epiker (Od. I, 6). 25. Hermogenes Tigellius ein von Horaz öfter erwähnter Sänger. 26. also Versmacher, Tänzer und Sänger da drängt's den Dichter zu der folgenden Frage, deren Ironie aber der Prahler nicht versteht. 7. quîs (quibus) die deines Erwerbs bedürfen. 28. composui, euphemistisch für „begraben“. Das Folgende spricht der Dichter für sich. 29. confice, mach ein Ende, gib den Todesstoss; so bei Gladiatoren. 30. puero, also wohl bald, nachdem Horaz vom Vater nach Rom gebracht worden. 31. feierlicher Vers, worauf dann um so komischer Seitenstechen, Husten und Podagra. – 33. quandocunque, irgend einmal, über kurz oder lang. 35. Vestae sc. templum, am Forum, von der sacra via aus links; in der Nähe das puteal Libonis , Geldgeschäfte betrieben wurden. quarta etc. zwischen 9-10 Uhr. 36. vadatus, der Ankläger, der sich hat Bürgschaft

10. puero

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stellen lassen. 28. me, wegen des Hiatus bloss verkürzt. 39. stare, in judicio. 42. praecedere, also nun gar vorauf.

44. paucorum. er wählt sich nur wenige aus und ist überhaupt ein Mann von Verstand. „Also bleib du nur fort!“ Aber das „mentis sanae“ bezieht der Glücksritter bloss auf den klugen Gebrauch des Glücks; und das „paucorumversteht er dahin, als bedürfe Horaz noch Beihülfe, um zu den paucis zu gehören. Uebrigens hier verschiedene Auffassung des Gesprächswechsels. 54. velis etc.; eine Schelmerei von Horaz, als wollte er dem Mäcenas einen Spass bereiten, welchen die Antwort des Begleiters als voraussichtlich gelungen erscheinen lässt. 61. Fuscus, s. Od. I, 22. 64. lentissima, erklärt sich durch dissimulare in v. 66. 69. tricesima sab. bata, wird hier wohl nichts weiter als Neumondsfest bedeuten; Fuscus antwortet schalkhaft, als wolle Horaz Handelsgeschäfte machen, ihm etwa den Begleiter verhandeln. 71. religio, religiöse Skrupel, bis zum Aberglauben. 76. antestari, zum Zeugen anrufen; die Annahme geschah durch Hinhaltung des Ohrläppchens, gleichsam um genau zu hören. - 78. Apollo, gleichsam ein Wunder, ein guter Gott, für den Dichter der Dichterpatron.

Sat. I, 10. Lucili, oder Nempe incomposito. Die Satire schliesst sich an den Tadel an, den der Dichter in der 4. Satire über Lucilius ausgesprochen, und verbreitet sich dann über seine ganze Stellung zu den damaligen Poeten und Kritikern. Die 8 ersten Verse, über deren Echtheit und Angemessenheit viel gestritten worden, fehlen und finden sich in guten und besten Handschriften; darin liegt aber auch der klarste Beweis, dass sie aus ältester Zeit stammen, wie es anderseits aller innern Wahrscheinlichkeit widerspricht, dass bei einem Horaz eine fremde Hand willkürlich einen solchen neuen Eingang der Satire gemacht oder eine solche Auslassung vorgenommen. Der Inhalt der 8 Verse zeigt, dass sogar ein Verehrer des Lucilius, der angesehene Grammatiker Cato, eine verbesserte Ausgabe desselben bearbeitete, während ein anderer, für damals gewiss handgreiflich genug gezeichneter, für uns aber unbekannter Anhänger des Alten (vielleicht aus der Schule des Orbilius, Epist. II, 1, 71) lediglich über Horaz und seine Aeusserungen losstürmte. Beides mochte beim ersten Abfassen und Erscheinen der Satire von Wirkung sein, haftete aber zu sehr an Momentanem und Persönlichem, ohne allgemeineren Gehalt, so dass Horaz so lässt sich wohl anneh

bei einer späteren Ausgabe seiner Satiren, die 8 Verse einfach strich, und frisch genial ex abrupto mit „Nempe anfing. Die 8 Verse aber blieben in vielen Handschriften verbreitet.

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mann.

cessen.

v. 1-5. „Den ungelenkigen Versbau habe ich getadelt, den scharfen Witz und Gehalt aber anerkannt“. 6. Laberius ein sehr beliebter Mimendichter, wobei es natürlich auf Eleganz der Sprache und Verse nicht ankam, sondern auf Reiz und Lachen. 11. tristi, gleichsam mit düsterem Blick.

12. feierlich und wie begeistert; als eigentliche Poesie fasst Horaz die Sermonen nicht auf. 13. wie ein "feingebildeter Welt

17. stabant, valebant. 18. simius, gegenüber dem eitlen pulcher; es ist der Sänger Demetrius (v. 79). 19. Licinius Calvus und Catullus bekannte Dichter von Liebesliedern. 21. quîne, wie doch? 22. Pitholeon nicht bekannt; wohl aber wird ein Dichter Pitholaus von Sueton genannt. 23. utraque, Griechisch und Latein. 26. Petillius war des schweren Verbrechens angeklagt, vom Haupte des Juppiter Capitolinus die goldene Krone gestohlen zu haben; da galt es tüchtige Vertheidiger, nicht Amusements. 28. Pedius Poplicola und Messala Corvinus, Brüder durch Adoption, ausgezeichnete Redner und Sachwalter, daher bei schweren Pro

30. Canusium, Stadt in Apulien, wo gemischte Sprache, wie vielfach in Grossgriechenland. — 32. Quirinus als echter Vertreter des Römischen. 35. Graecorum sc. poetarum. 36. Alpinus ein auf seine Heimat Cremona bezüglicher Beiname des schwulstigen Dichters Furius Bibaculus, der eine Aethiopis (Memnon) und über Cäsars Gallischen Krieg (Rhenus) schrieb; jugulat in seiner Schrift. 38. aede sc. Musarum, wo Vorlesungen gehalten wurden; Tarpa, einer der Kritiker dabei. 40. Personen aus des Terentius Komödien, deren auch Fundanius schrieb. Pollio, Tragiker (in Trimetern), Varius Epiker, von Virgil damals zunächst nur die Eklogen bekannt. 46. hoc, Satiren, worin sich auch Varro Atacinus (geb. 82) versuchte. 48. inventore, Lucilius. 53. Attius (Accius), berühmter Tragiker (geb. 170). mutat, mutandum censet. 55. ohne sich selbst für grösser auszugeben. 57. „ob am Dichter, oder am Gegenstande der Grund der harten Verse 'liege“. 62. Cassius Etruscus ein nicht näher bekannter Vielschreiber, verschieden von dem tüchtigen Cassius Parmensis. 64. ambustus beinahe verbrannt. 66. intacti, die Satiren. 74. paucis, wenige, aber würdige. 77. Arbuscula eine ausgezeichnete Mime. 78. Pantilius, ein schlechter Dichter, nicht näher bekannt. Demetrius s. v. 18. Fannius Quadratus, schlechter Dichter, ohne Zweifel von dem Sänger Tigellius begünstigt. 81. Plotius s. Sat. I, 5, 40. – 82. Valgius Rufus, Elegieendichter, im J. 12 Consul. Octavius Geschichtschreiber. 83. Fuscus Aristius s. Od. I, 22. Viscorum S. Sat. I, 9, 22. 85. S. v. 28. - 86. über diese ein

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