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2. Ein Vocal vor einem andern Vocal ist kurz (vocalis ante vocalem brevis); dies, čo, věho; selbst lange Silben können dadurch verkürzt werden; pračustus. Ueber die Ausnahmen siehe die Grammatik; diei, aulāi , Pompēi, fio (fierem), sowie über die Genitivendung ius und die griechischen Wörter.

3. Alle einsilbigen Wörter, die auf einen Vocal ausgehen, sind lang; z. B. ē, dē, nē, si. Kurz sind die encliticae: que, vě, cě, pse, ptě, tě (tutě) und das fragende ně. Ueber die Vorsilben di, re, o und pro s. d. Grammatik.

4. Einsilbige Wörter auf einen Consonant sind lang, wenn sie Substantive oder Adjective sind; ausgenommen cor, vir, fel, měl, ós (ossis); sonst sind sie kurz, ausgen. crās, hic (hier), hūc, sic, ēn, cūr, quin, sīn u. nõn; hic (dieser) anceps.

5. Zweisilbige Perfecta und Supina haben den Stammvocal lang. Ausgenommen: bibi, dědi, fidi, stěti, stiti, túli, scidi; dătum, rătum, sătum, itum, litum, quitum, cîtum, situm, rútum.

6. Abgeleitete und zusammengesetzte Wörter richten sich nach der Quantität der Stammwörter. Verschiedene Ausnahmen.

§. 3. Regeln über die Endungen. 1. Vocalendungen: a ist kurz. Lang im Abl. Sing. 1. Declin., im Imperat. der

1. Conj., und bei den Inflexibeln, ausg. ità u. quiă. e ist kurz. Lang im Abl. Sing. 5. Declin., im Imperat. der 2.

Conj. (m. A.), und in den Adverbien von us und er, mit Aus

nahme von beně, malè und einigen andern. S. Gramm. i ist lang. Kurz in nisi und quasi; anceps in: mihi, tibi, sibi,

ibi und ubi. Merk ibidem, ubīque; utinam, utique. o ist lang. Kurz in ego, duó, octo, modo, cito; bei andern

anceps. Auch o im Nom. 3. Decl. und im Praes. der Conj. wird wohl kurz gebraucht. u ist lang.

y (ys) kurz. 2. Consonantische Endungen. Alle consonantischen Endungen sind kurz, mit Ausn. derer auf s, worüber Folgendes. as ist lang, mit Ausnahme von anås. Bei griechischen Wör

tern richtet es sich nach dem Griechischen z. B. hērošs. es ist lang. Kurz im Sing. der Wörter auf es ītis und

idis; sowie der zweisilbigen auf es - ētis; auch ěs (du bist),

peněs (bei). Im Griech. wie bei as z. B. Arcaděs. is ist kurz. Lang im Plur. der Declinationen (rosis, nobis,

trīs), und in 2. Pers. Sing. der Conj., wo im Plur. langes i. os ist lang; ausser in compos und impos. us ist kurz. Lang bei den weibl. Wörtern der 3. Decl. mit

langem u im Genit. (virtīs) und bei der 4. Decl. in den zusammengezogenen Formen (Plur. und Gen. Sing.)

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HORAZ

Oden, Epoden, Satiren, Episteln. .

Latein-Dichter, I]I.

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1. Horaz und seine Werke. Die Gedichte des Horaz schliessen sich ihrer Natur nach fast durchgehends an seine persönlichen Verhältnisse und Erlebnisse an. Daher bieten sie zugleich die reichste und sicherste Quelle, woraus wir Kenntniss von seinem Leben und seiner Persönlichkeit empfangen, wie es anderseits für das volle Verständniss der Gedichte so werthvoll ist, die Zeit und Gelegenheit der Abfassung zu ermitteln. Die „Vita Horatii" von dem Geschichtschreiber Sueto’n ist nur eine kleine Skizzc; freilich mit einigen werthvollen Einzelheiten.

Quintus Horatius Flaccus wurde geboren am 8. December 65 vor Chr. zu Venusia, einer römischen Colonial. stadt in Apulien an der Gränze von Lucanien, unter dem Consulate des Manlius Torquatus und des Aurelius Cotta. Sein Vater war ein Freigelassener, jedoch schon vor der Ge. burt des Sohnes, so dass dieser gesetzlich als Freigeborener galt. Die Mutter scheint früh gestorben zu sein. Von Geschwistern geschieht keine Erwähnung. Die Talente des Knaben mochten sich frühzeitig bemerklich machen; daher verliess der Vater seinen ländlichen Grundbesitz in Venusia, und siedelte nach Rom über, wo er als Erwerbsquelle das Amt eines ,,Coactors d. i. eines Geldeinziehers bei Auctionen übernahm. Es war ihm alles darum zu thun, seinem Sohne die vollständige höhere Ausbildung zukommen zu lassen, wie sie den Söhnen aus den ersten Familien zu Theile wurde. Zugleich aber wollte er persönlich an seiner Seite bleiben, um über seinen Lebenswandel und seine Sittenreinheit zu wachen. Mit welcher Sorgfalt und Erfahrenheit er das that, darüber

icht sich der Dichter selbst mit dankbarster Anerkennung aus (Sat. I, 4, 96 etc. u. I, 6, 65 etc.).

Etwa in seinem 19. oder 20. Lebensjahre begab sich Horaz zur Vollendung seiner wissenschaftlichen Ausbildung nach Athen. Ein solcher Aufenthalt in Griechenland war damals für die römischen Jünglinge gleichsam eine Universitätszeit, nachdem in Rom die Gymnasialstudien, namentlich die grammatisch - literarischen, vollendet waren. Während nun Horaz in Athen seinen weiteren Studien, besonders den philosophischen, oblag, geschah in Rum die Ermordung Cäsars am 15. März 44 v. Chr. Alsbald brach der Bürgerkrieg aus, und als im September der republicanische Führer Brutus nach Athen kam, wusste er die dort studirenden römischen Jünglinge für die republicanische Freiheitsidee mächtig zu entflammen und als begeisterte Mitkämpfer zu seinem Heere heranzuziehen. Horaz, dessen geistige Begabung ohne Zweifel hervorleuchtete, wurde sogar zu einem Tribunus militum (Oberst, Legionscommandeur) ernannt. Ob er als solcher dem Brutus auch nach Asien gefolgt und mehrere Schlachten mitgemacht, ist zwar nicht sicher bekannt, aber wahrscheinlich. In der unglücklichen Schlacht bei Philippi (42) entkam er durch Flucht, indem er, wie er selber erzählt, seinen Schild im Stiche liess (Od. II, 7, 10.). Er entzog sich darauf dem Kriegsdienste, und benutzte die allgemeine Amnestie, welche den freiwillig sich Unterwerfenden angeboten wurde, um nach Rom zurückzukehren. Dort war sein Vater bereits gestorben, und da es ihm an ausreichendem Vermögen fehlte, so erwarb er sich eine mit Einkünften versehene amtliche Stellung; er wurde Scriba Quaestorius (Quaestursecretär). Sein dich terisches Talent und seine wissenschaftliche Bildung brachten ihn jedoch bald in Bekanntschaft mit den angesehensten Männern, namentlich mit den damals hochstehenden Dichtern Varius und Virgiliu s. Diese führten ihn denn auch bei Mäcenas ein, welcher bekanntlich den Mittelpunkt des politischen und geistigen Lebens zu Rom bildete. Zwar fühlte sich derselbe anfänglich bei der äusserlich unscheinbaren Persönlichkeit des damals 25jährigen Horaz wenig von ihm angezogen; allmählich aber, besonders wohl seit der gemeinsamen Reise nach Brundisium (37 n. Chr. Satir. I, 5.), steigerte sich das Verhältniss zu vertrautester

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