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theils als briefliche Mittheilung, theils und zumeist mit allgemeinen Reflexionen, Belehrungen und Lebenserfahrungen.

Die Gedichte des Horaz wurden schon sehr bald nach seinem Tode auch beim höheren Schulunterrichte benutzt, der ja wesentlich in Lectüre und Erklärung griechischer und römischer Schriftsteller bestand. Daher wurden auch frühzeitig erklärende Anmerkungen (Scholien) dazu verfasst, wovon jedoch die ältesten verloren gegangen. Die ältesten noch erhaltenen Scholien sind von Porphyrion (um 200-250) und von dem etwas älteren Acron, unter dessen Namen jedoch auch manche spätere sich zusammengefunden haben. Handschriften der Horazischen Gedichte gibt es eine sehr grosse Menge, etwa 250; keine jedoch älter als bis ins 9. Jahrhundert. Die erste gedruckte Ausgabe (Editio princeps), ohne Angabe von Ort und Jahr, stammt aus Italien, zwischen 1470–72. Die hauptsächlichsten Bearbeiter während des 16. Jahrhunderts sind Fabricius, Lambinus, H. Stephanus, Cruquius. Daneben und bis auf den heutigen Tag Ausgaben und Erklärungsschriften unübersehbar; unter andern von Dan. Heinsius (1612), Bentley (1711), Cuningam (1721), Baxter (1752), Oberlin (1788), Wakefield (1794), Ernesti (1800), Fea (1811), Bothe (1821), Döring (1803—28), Pottier (1823), Jani, Jahn, Kirchner, Orelli, Mitscherlich, Obbarius, Meineke, Düntzer, Nauck, Dillenburger, Ritter. Ueber Peerlkamp und seines Gleichen s. 8. VI.

2. Die Versmasse des Horaz. Das Ausführlichere über den Versbau, in soweit es nicht durch die Lectüre des Phädrus, Ovid und Virgil eingeübt ist, findet sich in den lateinischen Grammatiken, daher die Bekanntschaft mit den einfachen Versarten, sowie das Verständniss von Anakrusis (Aufschlag), Basis (voraufgehender Versfuss), Cäsur, Diäresis, katalektisch, akatalektisch, hyperkatalektisch, logaödischer Reihe (Daktylen in Trochäen übergehend) u. dgl. hier vorausgesetzt wird. Manche einzelne Eigenthümlichkeiten bei Horaz, sowie verschiedene Bezeichnungen und Auflösungen der Verse, müssen dem mündlichen Unterrichte überlassen bleiben.

A. Allgemeines. 1. Die Satiren und Episteln sind allesammt in Hexemetern geschrieben, die jedoch einen ganz andern (gleichsam sermonischen) Charakter tragen, als die heroischen bei Virgil, daher sie auch anfangs schwieriger zu lesen erscheinen. Das gewöhnliche elegische Distichon (Hexameter mit Pentameter) kommt bei Horaz nicht vor.

2. Von den Epoden haben die zehn ersten alle dasselbe Versmass, nämlich den jambischen Trimeter mit dem epodisch nachfolgenden Dimeter. Von den sieben übrigen sind hier nur zwei (Epod. 13 u. 16) aufgenommen, deren Versmass bei den Anmerkungen zu finden (Archiloch II. u. Pythiamb. II.).

3. Von den Oden haben ausser sieben alle übrigen entweder 1. das kleinere Sapphische, oder 2. das Alcäische, oder 3. das Asklepiadeische Versmass, letzteres jedoch in fünf verschiedenen Strophenformen. Das Nähere unter B. Im zweiten Buche der Oden findet sich bei den elf ersten das Alcäische Versmass genau alternirend mit dem Sapphischen. Die sieben Oden mit abweichendem Versmass (wovon jedoch I, 7 u. 28 wieder gleich) sind: I, 4. 7. 8. 28. II, 18. III, 12. IV, 7. Das Versmass bei den betreffenden Anmerkungen.

4. Wo statt der Kürze eine Länge stehen kann, hat Horaz fast durchgehends die Länge vorgezogen, also lange Anakrusis, spondeische Basis, schwere trochäische Dipodie ('U').

5. Abgesehen von dem regelrechten vierzeiligen (tetrastichischen) Strophenbau ist auch bei den übrigen Oden ausser einer einzigen (Od. IV, 8) die Anzahl der Verse durch 4 theil. bar, daher man auch diese Oden als vierzeiligen Strophenbau bat fassen wollen.

6. Von den Versfüssen kommt bei Horaz ausser dem Iambus, Trochäus, Spondeus und Daktylus nur noch der Choriambus (uu) und bei einer einzigen Ode (III, 12) der Ionicus a minori --) vor. B. Die Sapphisebe, Alcäische und Asklepiadeische Strophe.

Die Verse. Die bei der Sapphischen, Alcäischen und Asklepiadeischen Strophe vorkommenden Verse mit besondern Namen sind; Persas atqne وب - ب ب

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Integer ب ب ب ب ا - ب - :e der Sapphische

a. der Adonische: -uu', Aúgur Apollo. Dimeter dactylicus catalecticus in disyllabum.

b. der Pherekratische: Británnos. Spondeische Basis mit dem Adonicus. c. der Glykonische:

Luis, Rómanaé fidicén lyraé.

Basis, Choriambus, Iambus (oder Basis mit Ordo logaoedicus simpl. dactyl. dupl. troch. catalect.).

d. der kleinere Asklepia deische: Luwu, Maécenás atavís édite régibus. - Basis, 2 Choriamben, lambus (also choriambisch erweiterter Glyconeus).

e. vitae scelerisque púrus. Dimeter trochaicus mit Ordo logaoedicus simpliciter dactylicus dupliciter trochaicus. Die Caesur nach der ersten Kürze des Dactylus statt nach der Länge ist bei Horaz selten.

f. der Alcäische: Lui-vu'w Odi profánum vulgus et árceo. Anacrusis, dimeter trochaicus, ordo log. simpl. dact. dupl. troch. catalect.

Die Strophen. 1. Die Sapphische Strophe besteht aus 4 Versen (tetrastichisch), nämlich 3 Sapphischen und 1 Adonischen (s. oben unter e u. a). U'

( ' Sie findet sich in 26 Oden: I, 2. 10. 12. 20. 22. 25. 30. 32. 38. · II, 2. 4. 6. 8. 10. 16. III, 8. 11. 14. 18. 20. 22. 27. IV, 2. 6. 11 u. Carm. saeculare.

2. Die Alcäische Strophe, besteht aus 4 Versen (tetrastichisch), von denen 3 verschieden sind (tricolon); nämlich 2 Alcäische (siehe oben unter f), dann trochäischer Dimeter mit voraufgehender Anacrusis, und dann logaödische Reihe mit 2 Dactylen und 2 Trochäen ;

ULU(bis) -- LU

ب

(ter) ب ب ب ب

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ب ب ب ب ب را

Sie findet sich in 37 Oden: 1, 9. 16. 17. 26. 27. 29. 31. 34. 35. II, 1. 3. 5. 7. 9. 11. 13. 14. 15. 17. 19. 20. III, 1. 2. 3. 4. 5. 6. 17. 21. 23. 26. 29. — IV, 4.9. 14. 15.

3. Die Asklepiadeische Strophe. Sie erscheint in 34 Oden, jedoch in 5 verschiedenen Formen:

I. monostichisch (VATÓ. OTIXov) mit fortlaufenden asklepiadeischen Versen (s. oben unter d); nur in 3 Oden: I, 1. III, 30. - IV, 8.

II. distichisch, Glyconischer Vers (s. oben unter c.) im Wechsel mit dem Asklepiadeischen; in 12 Oden: -1, 3. 13. 19. 36. III, 9. 15. 19, 24. 25. 28. IV, 1. 3.

-UL III. tetrastichon dicolon; drei Asklepiadeische Verse mit darauffolgendem Glyconischem; in 9 Oden: I, 6. 15. 24. 38. II, 12. III, 10. 16. IV, 5. 12. L-LUU!!

ü? (ter)

ب ب ب ب ب ' '

IV,

IV. tetrastichon tricolon: 2 Asklepiadeische Verse, 1 Pherekratischer, (s. oben unter b), 1 Glyconischer; in 7 Oden: I, 5. 14. 21. 23. III, 7. 13.

13.
JULI LUULUS (bis)
--

U'
V. Asclepiadeum majus, der kleinere Asklepiadeische
Vers noch um einen Choriambus vermehrt; monostichisch; in 3
Oden: I, 11. 18.

IV, 10.

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' ب '

ب ب ب ب ب ب ب : .

Tú ne quaésieris, scíre nefas, quém mihi, quém tibi.

Die Strophen der 7 abweichenden Oden sind: Od. I, 4 Archiloch. IV. Od. I, 7 u. 28 Alcmanicum. Od. I, 8 Sapph. majus. Od. II, 18 Hipponact. II. - Od. III, 12 Ionic. a min. Od. IV, 7 Archiloch. I.

3. Geschichtliches Vor

während der Lebonszoit des Horaz. Christ. 65. Horaz geboren den 8. Dec. Consul Torquatus u. Cotton 60. Erstes Triumvirat. Consul Metellus. 58. Wahrscheinlich Horaz nach Rom mit seinem Vater. 45. Horaz nach Athen zur Fortsetzung seiner Studien. 44. Cäsars Ermordung. Brutus und Cassius nach Griechenl. 43. Triumvirat von Octavian, Antonius, Lepidus. 42. Schlacht bei Philippi. Tod des Brutus und Cassius. 41. Horaz zurück nach Rom. Sext. Pompejus in Sicilien. 40. Der Perusinische Krieg. Der Brundisische Friede. 39. Friede mit Sext. Pompejus. Horaz bei Mäcenas eingeführt. 38. Neuer Krieg mit S. Pompejus, der Seeräuber aufnahm. 37. Horazens Reise nach Brundisium. Octav. mit Anton. in Tarent. 36. Octav. nach Besiegung des S. Pompej. nach Rom zurück. 35. Phraates d. Partherkönig vertrieben. Tiridates an seine Stelle. 34 oder 33 erhält Horaz das Sabinum von Mäcenas. 32. Grosse Kriegesrüstungen zwischen Octavian und Antonius. 31. Schlacht bei Actium am 2. September. 30. Octav. in Aegypten. Phraates zurück, Tiridates nach Syrien. 29. Octav. feiert in Rom Triumphe und schliesst den Janustempel. 28. Octav. weibt den Tempel des Apollo Palatinus. 27. Octav. genannt Princeps u. Augustus. Rüstungen gegen den

Orient, gegen die Britten und gegen die Cantaber. 26. Aufruhr der Cantaber. 25. Augustus gegen die Cantaber. Aelius Gallus gegen die Ara

ber. Marcellus heirathet die Julia, Tochter des Augustus. 24. Aug. kehrt siegreich aus Spanien u. schliesst wieder d. Janus. 23. Tod des hoffnungsvollen jungen Marcellus. 22. Augustus nach Sicilien. 21. Augustus weiter nach Griechenland, überwintert in Samos. 20. Augustus nach Asien. Phraates unterwirft sich. Tiberius

nach Armenien. 19. Augustus nach Rom zurück. Virgil stirbt. 17. Die grosse Säcularfeier. 15. Die Rhäter und Vindelicier von Drusus und Tiberius

überwunden. Augustus in Gallien. 14. Augustus in Germanien, Gallien und Spanien. 13. Augustus im 3. Jahre seiner Abwesenheit nach Rom zurück. 12. Agrippa stirbt. 10. Nachdem die Dacier, Geten und Germanen von Drusus

und Tiberius besiegt, wird der Janus zum drittenmal

geschlossen. 8. Mäcenas stirbt und bald darnach am 27. Nov. auch Horaz.

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