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Miscellen.

Ueber die nur in Verbindung mit Präpositionen auftretende Relativform qui im Französischen.

Ueber diese Form, mit deren richtiger Auffassung auch die Lehre von der Rection der französischen Präpositionen eng zusammenhängt, finden sich in den am meisten gebräuchlichen Schulgrammatiken immer noch so widersprechende Angaben, dass es vielleicht nicht überflüssig sein dürfte, dieses qui einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Durch dasselbe ist z. B. der sonst treffliche Knebel veranlasst worden, in § 37, c und § 65 seiner Schulgrammatik zu behaupten, dass die französischen Präpositionen den Nominativ regieren. Ist das aber nicht ein arger Verstoss gegen die Grundsätze der allgemeinen Grammatik? Schmitz (Französische Grammatik in möglichster Vollständigkeit und Einfachheit, S. 64) giebt die Regel: Der Accusativ que geht keine Verbindung mit Präpositionen ein. Daher werden qui und quoi in Verbindung mit Präpositionen sowohl fragend als bezüglich gebraucht." Schmitz nimmt also wohl an, dass die französischen Präpositionen den Accusativ regieren und dass auch qui ein solcher Accusativ sei. Plötz lehrt in seinem Elementarbuche (S. 166): Die Präpositionen regieren keinen Casus;" in seiner Schulgrammatik spricht er von deren Rection gar nicht, macht aber in Nr. 38 des Anhangs folgende Bemerkung: „Dem Latein lernenden Schüler mag man die Regel geben: Die französischen Präpositionen regieren den Accusativ, da man ihm sagen und an Beispielen deutlich machen kann (pont von pontem, dent von dentem u. s. w.), dass die französische Form des Nomens aus der lateinischen Accusativform entstanden ist. Doch muss man dann gleich hinzufügen, dass die Accusativform des Relativs que (aus quem) im Neufranzö sischen niemals mit einer Präposition steht." Borel in seiner Grammaire française § 120, 11, sagt: „La plupart des prépositions sont immédiatement suivies de leur régime, qui, pris isolément, offre la forme d'un régime direct, mais qui, avec la préposition, remplit la fonction d'un régime indirect;“ und dann in der Anmerkung: „Il est très-remarquable, que dans le pronom rela tif c'est la forme du sujet qui, et non la forme du régime direct que, qui figure avec la préposition. Und so liesse sich die Zahl der von den für die Schule schreibenden Grammatikern aufgestellten Ansichten über dieses qui leicht vermehren; möge es genügen, in den angeführten die Hauptrichtungen angedeutet zu haben.

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Von den historischen Grammatikern unterscheidet Diez (Grammatik der romanischen Sprache, II, 104) einen Accusativ que und einen präpositionalen Casus qui (vgl. III, 352); Mätzner (Französische Grammatik mit besonderer Berücksichtigung des Lateinischen, S. 175) gibt als Accusativ des Relativs an: „que; qui mit Präpositionen," glaubt also auch, dass die französischen Präpositionen den Accusativ regieren.

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Sollte sich die Sache nun nicht folgendermassen verhalten.

Man unterscheidet bei allen andern Arten des französischen Pronomens zwischen conjoints und absolus ; warum nicht auch beim Relativ? Allerdings muss sich, dem ganzen Wesen des Relativs entsprechend, ein solcher Unterschied bei dieser Pronominalgattung im Französischen darauf beschränken, dass das absolute Relativpronomen seine absolute Kraft nur dann zeigen kann, wenn es in Verbin,lung mit Präpositionen steht. Gerade wie bei dem absoluten Personalpronomen gelehrt werden muss, dass man dasselbe nur braucht 1) in Antworten und Vergleichungen, wo das Pronomen ohne Zeitwort steht; 2) nach c'est, ce sont; 3) wenn auf das persönliche Fürwort entweder seul, même, eine Ordnungszahl, eine Apposition oder ein relatives Fürwort folgt; 4) nach Präpositionen: so liegt es in der Natur der Sache, dass für den Gebrauch des absoluten Relativ pronomens nur der vierte Fall übrig bleibt. *) Dem „praepositionalen Casus“, den Diez annimmt, würde man dann also nur einen angemesseneren Namen (absolutes Relativpronomen) geben; denn wollte man einen „ nräpositionalen Casus“ für das Relativpronomen annehmen, so müsste man am Ende dasselbe für das Personalpronomen thun (moi wäre dann der präpositionale Casus für me, toi für te u. s. w).

Leider feblt es uns noch immer an einer wirklich brauchbaren Schulgrammatik, die für das Französische etwa dasselbe leistete, was Curtius für das Griechische gethan hat. Wenn ich auch nicht der Ansicht bin, dass eine solche, auf wissenschaftlichen Grundsätzen basirte Grammatik bereits bei dem Elementarunterrichte im Französischen zu Grunde gelegt werden müsse - Manches aus derselben dürfte sich jedoch auch hier schon besser verwertben lassen, als man gewöhnlich thut so balte ich doch dafür, dass wenigstens der Unterricht in der Prima, und nicht bloss des Gymnasiums, sondern auch der Realschule, ein Eingehen auf die historiscbe Grammatik nicht abweisen darf, dass er vielmehr den Forschungen der Wissenschaft Rechenschaft tragen muss. Natürlich kommt es auch hier darauf an, überall das richtige Mass zu treffen.

Für eine solche, in die Wissenschaft einleitende Schulgrammatik würden nun die bei unserm qui in Betracht kommenden Punkte etwa folgendermassen dargestellt werden können:

1. Die französischen Nomina sind zum grössten Theile *) aus der Accusativform der entsprechenden lateinischen Nomina abgeleitet. Das französische Nomen ist darum aber kein Accusativ oder irgend ein anderer Casus, sondern eine abstracte Wortform. Die Casusverhältnisse werden theils durch die Stellung dieser Wortform im Satze (Nominativ und Accusativ), theils durch Präpositionen (Genitiv und Dativ) ausgedrückt. Nur bei den Pronoms personnels und relatifs conjoints haben sich Reste wirklicher Casusflexion erhalten (me, te, se, lui, le, la etc. que).

2. Da die abstracte Wortform also an und für sich keinen Casus darstellt, kann auch keine französische Präposition einen Casus regieren. Es steht racb jeder wirklichen Präposition eben nar eine abstracte Wortform, dess balb zurh nie einer der noch erbaltenen wirklichen Casus (me, te etc. que).

3. Das Relativ ist, wie alle andern Pronominalgattungen, entweder corijoint oder absolu. Die Pronoms relatifs conjoints qui (Masculioum und Femininam) und que (Neutrum) haben noch einen Rest alter Casusflesion, nämlich den Accusativ que (Masculinum, Femininum und Neutrum', der aber, nach der unter 2 gegebenen Regel, nie nach einer Präposition stehen kann. Die Präpositionen verbinden sich nur mit der abstracten Wortform der Pro

*) Im Altfranzösischen findet sich indess auch qui für den Acousativ que, aber ebenso selten, wie que für den Nominativ qui.

**) Der Zusatz zum grössten Theile“ ist nöthig wegen genre - traitre, muire, moindre u. s. w.

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noms relatifs absolus, qui und quoi (aus dem Accusativ des conjoint que gebildet, wie moi aus me), worauf sich, der Natur des Relativs entsprechend, der Gebrauch der Pronoms relatifs absolus dann auch beschränkt.

Krotoschin.

Franz Schwalbach.

Der Nachlass Mazzuchelli's.

Im Anfange dieses Jahres ist in die päpstliche Bibliothek des Vaticans eine etwa dreissig Bände umfassende Sammlung von Manuscripten gekommen, welche für die Geschichte der italienischen Literatur wichtig ist. Unter den Italienern, welche sich mit Erforschung ihrer vaterländischen Literatur beschäftigten, nimmt im vorigen Jahrhundert eine der ersten Stellen ein der Brescianer Graf Giammaria Mazzuchelli (geb. 28. October 1707, gest. 19. November 1765), ein reichbegabter, fleissiger Gelehrter, welcher sich ebenso sehr durch die von ihm veröffentlichten Schriften, als durch den anregenden Einfluss, den er auf Andere in und ausserhalb seiner Vaterstadt auszuüben verstand, grosse Verdienste erwarb. Der persönliche literarische Einfluss auf seine Umgebung gipfelte in der von ihm in Brescia gegründeten Conversazione Letteraria, einer Art literarischen Kränzchens, dessen Mitglieder sich vom 18. April 1738 an, freilich mit grossen Unterbrechungen, bis 1762 wöchentlich einmal in seinem Hause versammelten. Giambatista Scurella nennt dies in seiner Vorrede zum 3. Band der „Physica General.“ nicht mit Unrecht „ueluti omnium literarum et literatorum domicilium." Seine zahlreichen kleineren Schriften sind mit geringen Ausnahmen Vorstudien zu seinem grossartig angelegten Hauptwerke, vor dessen Vollendung ihn der Tod ereilte. Sie sind mit Hinzufügung der wünschenswerthen literarischen Notizen in der bald nach seinem Tode pseudonym erschienenen Biographie aufgezählt, welche den Titel führt: Vita costumi e scritti del Conte Giammaria Mazzuchelli Patrizio Bresciano, in Brescia MDCCLXVI. Der am Schluss der Widmung an den Venezianer Grafen Giannandrea Giovanelli genannte Verfasser „Nigrelio Accademico Agiato“ ist Gio. Batta. Rodella, welcher als Akademiker jenen fingirten Namen annahm. Die Biographie zeugt nicht von grossem Talent des Autors, doch sind die Lebensnachrichten genau und zuverlässig zusammengestellt, freilich nicht ohne widerliche und inhaltsleere Lobhudelei, wie sie damals Unsitte war. Jedenfalls liest dieser Versuch sich noch besser, als die servil geschriebene Biographie der Gemahlin Mazzuchelli's von dem Geistlichen Guadagnini, welche in demselben Jahre in gleichem Verlage unter dem Titel erschien: „Orazione in lode della Signora Barbara Chizzola moglie del Conte Giammaria Mazzuchelli Patrizio Bresciano composta dal Signor D. Giambatista Guadagnini Arciprete di Civitade e indivizzata a Nigrelio Accademico Agiato." Die Uebersicht der gedruckten (S. 86 bis 112) und handschrifltlich (S. 112 bis 115) erhaltenen Werke Mazuchelli's findet sich im Anhange des Rodella'schen Buchs. Die sechs veröffentlichten Bände seines, besonders durch Anregung des Canonicus Paolo Gagliardi unternommenen Hauptwerks, betitelt: Gli Scrittori d'Italia, cioè Notizie Storiche e Critiche inturno alle Vite ed agli Scritti de' Letterati Italiani del C. G. Mazzuchelli Bresciano; fol. Brescia 1753 fgg., umfassen nur die Schriftsteller, welche mit den Buchstaben A und B beginnen. Ihr Werth für die italienische Literaturgeschichte ist allgemein_bekannt. Die handschriftlich hinterlassenen Vorarbeiten Mazuchelli's erstreckten sich natürlich gleichzeitig auch auf die übrigen Autoren; einigermassen druckfertig ausgearbeitet sind sie nur für die Buchstaben C und D und einen Theil von E, für die andern Lettern des Alphabets aber sind besonders schätzenswerthe Nachweise über die Quellen vorhanden, woraus die Nach

richten über die einzelnen Autoren 'zu schöpfen sind; bei einein Bearbeiter des Nachlasses wird sich das „facile est inuentis addere“ sicher bewähren. Nächstdem bietet der weitschichtige Briefwechsel des Grafen ein erhebliches Interesse dar. Der ganze Nachlass war lange Zeit hindurch aus Italien fort, in den Händen eines Nachkommen, des Grafen Giovanni Mazzuchelli in Brünn in Mähren, welcher ibn vor Kurzem der Bibliotheca Vaticana zum Geschenk machte. In einem trefflich stilisirten, separat gedruckten Artikel hat der verdiente Scritora der Vaticana, Giuseppe Spezi, Professor der griechischen Literatur an der römischen Universität der Sapienza, dem Ge. ber zunächst kurz gedankt; ein genaueres Verzeichniss des Nachlasses lässt sich augenblicklich noch nicht zufügen, da der Secretar des um die mathematischen Wissenschaften hochverdienten Fürsten Baldassare Boncompagni, Namens Narducci, mit Abfassung eines detaillirten Berichts darüber beschäftigt sein soll

, dessen Veröffentlichung in Bälde bevorzustehen scheint. Für deutsche Gelehrte, welche sich mit dem Studium der italienischen Literaturgeschichte beschäftigen, und denen es möglich ist, in den nächsten Jahren Rom zu besuchen, ist diese kurze Anzeige bestimmt. Die Benutzung des Apparats wird ohne Zweifel in derselben Weise gestattet werden, wie die aller übrigen Manuscripte der Vaticana. Rom, am 10. Mai 1866.

W. Studemund.

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Esch Grimm, im Wörterbuche III. p. 1140, sagt unter Esch: „Dem östlichen Niederdeutschland (Hannover, Holstein etc.) scheint der Ausdruck fremd und wenn ihn Niebuhr verwendet erinnerte er sich seiner wohl aus Möser und wandelte das n richtig, in ein f. Diese Meinung unsers grossen Meisters möchte nicht ganz richtig sein. Niebuhr, der Sohn eines Hadlers, kennt ibn aus seinem Stammlande. An der Südseite Otterndorfs liegt eine Interessentenweide, die noch beute Esch genannt und, wie aus den Redensarten , nachdem, über den Esch gehen“ zu vermuthen sein möchte, sogar männlich gebraucht wird, natürlich im biesigen Niederdeutschen. Früher wird hier zwischen dem Medemflusse und dem Walle ein kleines Thor gewesen sein, denn noch jetzt spricht man von einer Eschpforte.

J. Vollbrecht.

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Verbesserungen und Nachtrag zur vorigen nummer; artikel :

über was für ein.“ Pag. 400: statt goth. hvilecks oder hvêlliks lies „hvileiks oder hvêleiks.“

Pag. 401: 2. 14, v. ob: 2. 16, 20 u. 25: statt des „W“ in waswereiner, wer ist zu setzen : digamma aeolicum.

Vor die worte In Schlesien kann man ganz ähnlich“ etc. füge man ein: „So lange das a in „wäsereiner“ lang ausgesprochen wurde, war das bedürfniss einer interpolation nicht vorhanden; sobald aber, wie es jetzt auch noch der fall, das a kurz, und das s dadurch in der aussprache vollständig, zur ersten silbe gezogen wurde: wăs-er-einer,“ entstand eine leicht fühlbare, unbequeme lücke zwischen „was“ und „er,“ ein hiatus im eigentlichsten sinne, der sich als „f«-laut absetzte und so gewissermassen versteinerte.

Felix Atzler,

Bibliographischer Anzeiger.

Allgemeines.

0. Lorenz, Catalogue général de la librairie française pendant 25 ans. I. Livr. (Paris, Leipzig, Brockhaus.)

13 Thlr.

Lexicographie.

12. & 13. Lfrg. à 20 Sgr.

N. J. Lucas, Deutsch-engl. Wörterbuch, 15. Heft. (Bremen, Schünemann.) 15 Sgr.

K. F. W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexicon. (Leipzig, Brockhaus.)

Literatur.

W. Wackernagel, Sechs Bruchstücke einer Nibelungenhandschrift aus der mittelalterlichen Sammlung zu Basel. (Basel, Georg.) 16 Sgr. Ph. Wackernagel, Das deutsche Kirchenlied. 15. & 16. Lfrg. (Leipzig, à 20 Sgr. W. Lindemann, Geschichte der deutschen Literatur. (Freiburg, Herder.) 12 Sgr. E. Labes, Charakterbilder der deutschen Literatur. (Jena, Fischer & Hermsdorf.) 20 Sgr.

Teubner.)

H. Smidt, Theodor Körner. Ein Dichter- und Heldenleben. (Neu-Ruppin, 12 Sgr.

Oehmigke.)

A. Hédouin, Goethe, sa vie et ses oeuvres, son époque et ses contemporains. (Bruxelles, Lacroix.) 3 fr. 50 c. L. J. Stein, Rückert's Leben und Dichten. (Frankfurt, Sauerlaender.) 5 Sgr. K. Windel, Graf Friedr. Leopold Stolberg. (Frankf. a/M., Verl. f. Kunst u. W.) 3 Sgr.

R. Springer, Schiller's Jugendjahre. (Neu-Ruppin, Oehmigke.) 12/2 Sgr. O. F. Gruppe, Leben u. Werke deutscher Dichter. Gesch. der deutschen Poesie in d. 3 letzten Jahrh. 2 Bd. 5. & 6. Lfrg. (München, Bruckmann.) 162 Sgr. E. W. Sievers, William Shakspeare. Sein Leben und Dichten. 1. Bd. (Gotha, Berser.) 2 Thlr. Sgr. (New-York & Lon

A. O. Kellog, Shakespeare's delineations of insanity.

don.)

7 s. 6 d.

J. Hannay, a course of english literature. (London, Tinsley.) 7 s. 6 d. Ch. B. Turner, Our great writers. A course of lectures upon english literature. vol. II. (Petersburgh, Münx.) 2 Thlr. R. Warrens, Germanische Volkslieder der Vorzeit. (Hamburg, Hoffmann & Campe.)

12 Thlr,

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