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Lessing und das Drama, von Wolfrom. 2. Stück. Programm des Dom-Gymnasiums zu Magdeburg. 1866. 24 S. 4.

Das erste, s. Z. im Archiv angezeigte Stück erschien 1860. Dies zweite Stück enthält Auszüge aus Lessings Beiträgen zur Historie und Aufnahme des Theaters," der „theatralischen Bibliothek," dem Briefwechsel mit Mendelsohn und Nicolai.

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Auslegung des Mährchens von der Seele und des Mährchens von der schöneu Lilie, nebst einer kurzgefassten Naturgeschichte des Mährchens überhaupt. Von Director Dr. Hartung. Im Programm des Gymnasiums zu Erfurt. 1866.

Das Mährchen, welches dem Verfasser mit dem Volks- und Kindermährchen überhaupt eins ist, leitet er mit Recht aus dem Heidenthum ab; es sind dämonische Gestalten der Vorzeit, die uns in den Sagen und Mährchen von neuem begegnen. In Appulejus Mährchen von Amor und Psyche sieht er die Tendenz einer Empfehlung der Mysterien, denen sich der Philosoph 'Appulejus zuneigte. Göthe's köstliche Dichtung erfährt hier nun einen neuen Versuch der Erklärung; er kann sich allerdings neben den unzähligen andern auch sehen lassen, ob er aber das Richtige trifft, steht noch dahin. Immerhin scheinen zu viele neuphilosophische Gedanken hineingetragen zu sein, und wenn auch der Faust hinlänglicher Beleg ist, dass Göthe eine Fülle von Abstractionen in concreten Bildern auszukramen oft sich bewogen fühlte, so scheint doch Manches in dieser Deutung nicht Göthisch zu sein. Doch es ist schwer hier sich zu entscheiden, wo der Geschmack eine so grosse Rolle spielt.

Ueber Wilhelm von Humboldt. Ein Vortrag von Prof. Dr. J. W. Steiner. Im Programm des Gymnasiums zu Kreuznach. 1866. 26 S. 4.

Die Abhandlung, eigentlich eine Rede zum Geburtstag des Königs 1864, ist reich mit Anmerkungen versehen, die ihr einen besondern Werth geben. Der Verf. war einige Jahre Lehrer eines Sohnes Humboldt's und stand während dieser Zeit und auch nachher mit ihm in Briefwechsel. Er gibt uns ein anschauliches Bild und erzählt manche weniger bekannte Einzelheit.

De Cypriano mago et martyre Calderonicae tragoediae persona primaria. Von Prof. Dr. Wil. Beyschlag. Programm

der Univ. Halle zum 22. März 1866. 13 S. 4.

Der wunderthätige Magus in Calderons Drama ist Cyprian. Die Märtyrergeschichte des Cyprian und der Justina war in der orientalischen und occidentalischen Kirche wohl bekannt, sie findet sich in den Martyrologien, bei Prudentius, und war von der Kaiserin Eudocia in 3 Theilen in einem heroischen Gedicht behandelt, wovon Photius einen Auszug gibt; diese Erzählungen versetzen den Cyprian nach Antiochia und in die Zeit des Diocletian. Eine ältere Erwähnung aber bei Gregor von Nazianz in der 24. Homilie erzählt ausführlich ebendasselbe von dem Bischof Cyprian von Carthago, Zeitgenossen des Decius. J. Fell, Herausgeber des Cyprian, und Hagenbach

in Herzogs Encyclopädie nehmen nun an, der Magier Cyprian sei eine erdichtete Person. Das ist nicht denkbar. Vielmehr sind von Gregor die zwei Cypriane vermischt. Quelle der Erzählung ist die Fayóćevois oder Confessio Cypriani, von Papst Gelasini I. für apokryph erklärt. Aus ihr schöpfte Eudocia für den zweiten Theil ihres Gedichts; die Quellen ihres ersten und dritten Gedichts, die Geschichte der Justina behandelnd, liegen vor in lateinischen Erzählungen griechischen Ursprungs, mit der Confessio Cypriani im Thesaurus Anecdotorum Vol. III von Martene und Durand herausgegeben. Und aus diesen drei Büchern hat unzweifelhaft Calderon geschöpft. Die Confessio ist bald nach Cyprian's Tod verfasst, war Gregor von Nazianz bekannt und ist ein lesenswerthes Zeitgemälde. Dass Eusebius unter den Märtyrern von Antiochia den Cyprianus nicht speziell aufführt, ist kein Beweis gegen dessen Existenz. Die abendländische Kirche feierte den Märtyrer von Carthago am 14., den von Antiochia zugleich mit Justina am 26. September. Calderon's Magus hat also einen historischen Grund.

Montesquieu's Esprit des lois, übersichtlich zusammengestellt

von Oberlehrer Dr. Hoffmann. Programm des Gymnasiums zu Bromberg. 1866. 19 S. 4.

Der nicht immer ganz leicht zu verfolgende Gang in Montesquieu's Schrift ist von dem Verf. klar dargelegt; einzelne seiner Grundsätze und Andeutungen sind durch vergleichende Citate deutlicher gemacht. Es verdient die Abhandlung daher ein Commentar zu Montesquieu genannt zu werden. Die hohe Bedeutung des Werkes in wissenschaftlicher und praktischer Hinsicht ist am Schlusse hervorgehoben, und man muss seinem Urtheile zustimmen, dass die in ihren Grundzügen hier bestimmte Repräsentativregierung wahrscheinlich die politische Religion der Culturvölker Europa's in der Zukunft werden wird.

Ein Denkstein, gesetzt den Manen des Dichters William Edmond

stoune Aytoun. Von Dir. Dr. Alex. Schmidt. Im Programm der städtischen Realschule zu Königsberg i. P. 1866.

Am 4. Aug. 1865 starb 54 Jahre alt in Edinburg.der Dichter Aytoun, als Professor der Beredsamkeit und schönen Literatur, um Deutschland verdient durch seine Bemühungen um Einbürgerung deutscher Literatur, in Schottland der populärste Schriftsteller seit Walter Scott, namentlich wegen seiner schottischen Cavalierbilder, 1848 erschienen, eines Cyclus von Romanzen, in denen er die Heldenthaten der Anhänger der Stuarts besungen, also eigentlich der protestantischen Stimmung seines Landes widerspricht, was um so mehr für ihren poetischen Werth spricht. Dem unter uns kaum dem Namen nach bekannten Dichter setzt die oben genannte Abhandlung den würdigsten Denkstein, indem sie in fliessender Uebersetzung die schwungvollen Cavalierlieder mittheilt

. Es sind acht an der Zahl: Edinburg nach der Floddener Schlacht (nach dem Tode Jacob's IV. 1513), der Uebersetzung nach zu urtheilen das beste der Gedichte; die Hinrichtung des Montrose (1650); das Herz des Bruce (des Königs Robert Bruce), Dundee's Begräbnissmarsch (Dundee fiel 1689), die Wittwe von Glencon (Macdonald von Glencon 1692 von der oranischen Partei niedergemacht), die Schotten-Inse(feiert die Heldenthat der Schotten im französischen Heere 1695 beim Rheinübergange), Karl Eduard zu Versailles am Jabrestage der Schlacht von Cul loden (1746), der alte schottische Cavalier.

Miscelle n.

Die Publicationen der Early English Text Society zu London.

Seit dem Jahre 1864 besteht in London eine Gesellschaft von Gelehrten, welche sich die Aufgabe gestellt haben, die Kenntniss der älteren Perioden der englischen Sprache durch Herausgabe bezüglicher Werke zu erleichtern. Vereinigungen gelehrter Männer zu einem ähnlichen Zwecke haben sich freilich schon früher gebildet; ich erinnere nur an die Percy-, die Camden-, die Shakespeare Society, an den Bannatyne Club und an dié Editionen der Philological Society. Ein bedeutender Theil aber solcher von Gesellschaften herausgegebener Werke ist dem grösseren Publikum nicht nur wegen der hohen Preise, sondern auch wegen der geringen Anzahl von Exemplaren, die gedruckt worden sind, unzugänglich; Manches ist sogar nur für „private circulation“ erschienen. Wichtige auf solchem Wege edirte Bücher sind öfters nicht einmal in den grösseren Bibliotheken Englands zu finden, so dass man nicht mit Unrecht sagen kann, sie bätten ebenso gut ungedruckt bleiben können. Abgesehen aber von der Seltenheit der Exemplare und der schweren Beschaffung solcher Bücher ist von vielen derselben der Preis ein so hoher, dass die bei weitem grössere Mehrzahl der dabei interessirten Personen von der Anschaffung Abstand nehmen muss. Um Beispiele anzuführen, erwähne ich, dass Marsh, der Verfasser von „The Origin and History of the English Language“ sich weder für Geld noch gute Worte ein Exemplar des Havelok verschaffen konnte, und dass der gewöhnliche Preis für „William and the Werwolf" or „The Early English Gesta Romanorum“ zweiundvierzig, Thaler beträgt. Professor Mätzner sollte für ein Exemplar von Dan Michel's Ayenbite of Inwyt, dem besten vorbandenen Werk im Kentischen Dialect aus dem Jabre 1340, nahe an dreissig Thaler bezablen.

Solche Vebelstände baben mehrere englische Gelehrte, welche von dem regsten Eifer für das Studium ihrer Sprache erfüllt sind und von dem Wunsche geleitet werden, die englischen Denkmäler der älteren und ältesten Litteraturepochen grösseren Kreisen zugänglich zu machen, vor drei Jahren bewogen, zu einer Gesellschaft, der Early English Text Society, zusammenzutreten.

Ihr Vorhaben ist, das durch Subscription erhaltene Geld zum Druck der werthvollen Schriftwerke der alten englischen Litteratur zu verwenden. Sie selber verzichten auf jeden persönlichen, pecuniären Vortheil,“) so dass bei den Preisansätzen der einzelnen Publicationen nur die Herstellungskosten an

*) As the Editors' services will be gratuitous, the mere cost of production (as printing, paper etc.) will be all for which the Subscribers will have to pay. (Aus dem dem „Arthur“ vorgedruckten Committebericht.)

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Papier, Druck, Abschrift von Manuscripten u. dergl. in Anrechnung kommen. Für 1864 ist es ihnen möglich geworden, vier bedeutende Werke zu dem Subscriptionspreise von sieben Thalern zu ediren. Selbstverständlich hängt die grössere oder kleinere Zahl der jährlich für diesen Preis erscheinenden Werke von der grösseren oder geringeren Betheiligung an der Subscription ab. Je mehr Subscribenten, desto mehr Werke jährlich für denselben Preis. So heisst es an einer Stelle des Rechenschaftsberichts der Gesellschaft: „The extent of the Society's operations will thus depend on the amount of Subscriptions obtained, and it is therefore the interest of each Subscriber to endeavour to enlarge the list.“

Im Jahre 1865 konnte es die Text Society schon ermöglichen, acht Werke herauszugeben, und mit Einschluss des Jahres 1866 beläuft sich die Zahl der bereits erschienenen Bücher auf einundzwanzig (bis Februar 1867), über deren Werth das am Ende dieser Besprechung beigegebene Verzeichniss urtheilen lässt.

In der Voraussetzung nun, dass bei dem immer wachsenden Interesse. für das Studium des Englischen dieses Erscheinen von Early English Litterature zu so woblfeilen Preisen von Vielen, die sich mit dem Englischen beschäftigen, mit Freuden begrüsst werden wird, babe ich es für angemessen gehalten, auf die Wichtigkeit dieses englischen Unternehmens aufmerksam zu machen. Soll aber die Sache einen recht gedeihlichen Fortgang haben, so ist es durchaus wünschenswerth, dass auch wir bier das Unsrige zur Unterstützung und Förderung des von den englischen Gelehrten mit solcher Uneigennützigkeit unternommenen Werkes beitragen. Dass eine recht allgemeine Theilnahme den Unternehmern nicht nur, wie sich von selbst versteht, wünschenswerth, sondern auch nothwendig ist, sprechen sie selber wiederholentlich in den Committeberichten aus. So heisst es in dem Report, welcher Hume’s grammatischem Werke vorgedruckt ist, folgendermassen: „The Committee rely with confidence on the Subscribers to use their best endeavours to increase the list of Members, in order that funds may not be wanting to print the material that editors place at their service.“ Indem wir uns nun auf diese Aufforderung beziehen, erlauben wir uns, allen Freunden der englischen Sprache, besonders allen denjenigen, welche die Sprache als solche zum Gegenstand ihres Studiums machen, den Wunsch auszusprechen, von den Publicationen der E. E. Text Society, falls sie durch Zufall noch nicht zu ihrer Ansicht gelangt sind, Kenntniss zu nehmen und theils durch persönliche Betheiligung, indem sie für jährlich sieben Thaler als Subscribers bei der Gesellschaft eintreten und dafür sämmtliche Jahrespublicationen zugesandt erhalten, theils durch Gewinnung Anderer für das verdienstliche Unternehmen zu wirken, seinen Bestand zu sichern, und durch Vermehrung der Zahl der Subscribers eine Vermehrung der jährlich zu edirenden Bücher zu ermöglichen.

Von vorzüglichem Werthe und von nicht zu unterschätzender Tragweite würde es sein, wenn die Lehrerbibliotheken der höheren Schulen, namentlich der Realschulen, sich durch Subscription in den Besitz der Jahrgänge der E. E. Text Society setzten.

És bedarf keiner Auseinandersetzung, dass gerade solche Anschaffungen von Seiten gelehrter Anstalten dem intensiveren Studium des Englischen bei uns ausserordentlich zu Hülfe kommen würden. Mancher Lehrer würde mit grosser Freude in der Bibliothek seiner Anstalt Werke vorfinden, die ibm die Mittel an die Hand geben, zu einer genauen Kenntniss der historischen Entwickelung der englischen Sprache zu gelangen. Historische Grammatiken, wie die von Fiedler-Sachs, von Mätzner und von Koch erhalten für den Besitzer ihren vollen Werth erst, wenn er einen Blick in die Quellen werfen kann, auf welchen die Arbeiten dieser Gelehrten zum Theil beruhen, wobei wir nicht unerwähnt lassen dürfen, dass die Anstrengungen der E. E. Text Society solche Quellen jetzt weit reichlicher und bequemer bieten, als sie meinem Erachten nach jenen Herren zu Gebote standen. Zwölf der bisher (Februar 1867) erschienenen Ausgaben sind ausserdem mit Glossaries versehen, welche den Werth der Bücher nicht unwesentlich erhöhen, wenngleich Halliwell's oder Wrights oder Coleridge's Wörterbücher dabei nicht gut zu entbehren sind.

Nach welchen Gesichtspunkten trifft die Early English Text Society die Auswahl der zu druckenden Bücher?

Aus dem ersten Jahresbericht ist ersichtlich, dass die Gesellschaft sich vorgenommen hat, „einerseits, die werthvollsten unter den englischen bisher noch nicht durch den Druck veröffentlichten Manuscripten sämmtlich zu ediren, andererseits, alle wichtigen älteren englischen Werke von neuem herauszugeben, welche ihrer Seltenheit oder ihres hohen Preises wegen von den weniger Bemittelten nicht gekauft werden können.“ Eine Begränzung der zu druckenden Werke war dann zunächst durch die Beschaffenheit des Inhalts gegeben. In Bezug hierauf ging die Gesellschaft in ihrem ersten Plane von der Absicht aus, alle Early English Romances, welche sich auf die Arthursage beziehen, zu drucken. Bald erweiterte man diesen Plan und beschloss, in den Publicationen auch die Dialecte und dadurch die lexikalische Erweiterung des älteren Wortschatzes ler englischen Sprache mit in den Bereich der Thätigkeit der Gesellschaft zu ziehen. Im Verlauf zweier Jahre gestaltete sich der gesammte Plan zu bestimmter Begränzung und zwar in der Weise, dass jetzt die Editionen der Gesellschaft in vier distincte Klassen zerfallen:

1) Arthur und andere romantische Dichtungen.

2) Werke, die geeignet sind, die Dialecte und die historische Entwickelung der Sprache kennen zu lehren.

3) Bibelübersetzungen und Bücher religiösen Inhalts.
4) Werke vermischten Inhalts.

Von grosser Wichtigkeit für das Studium der Sprache ist dabei, dass die Gesellschaft auf den nicht genug zu schätzenden Gedanken gekommen ist, die ältesten englischen Wörterbücher ebenfalls von drucken zu lassen. Erst dann, wenn diese Dirtionaries zu benutzen sein werden, wird man für Erklärung älterer Schriftsteller, 2 B. für Chaucer und selbst noch für Spenser und Shakespeare in gewissen Fällen einen Anhalt haben, welchen die bisher zugänglichen Hülfsmittel nicht in dem Grade gewähren konnten. Die durch die E. E. Text Society ermöglichte Benutzung dieser ältesten Lexika wird ferner nicht nur für Verständniss der Autoren, sondern auch für Klärung der etymologischen Forschungen auf dem französisch-englischen Gebiete wichtige Resultate vermitteln. Auch die romantischen Dichtungen, deren Herausgabe die Text Society hauptsächlich Sorgfalt zu. wendet, werden nicht bloss dem Studium des Englischen, sondern auch der genaueren Kenntniss der französischen und deutschen Litteratur des Mittelalters zu Gute kommen. Ferner ist hervorzuheben, dass die Gesellschaft sämmtliche bisher ungedruckt gebliebene Werke jener Sprachperiode, die man gewöhnlich Semi-Saxon zu nennen pflegt und welche für die Zeitbestimmung des Eindringens klassischer und französischer Wörter so wie für die allmäliche Veränderung der Flexionsendungen im Englischen von Bedeutung ist, ihren Textausgaben einreihen wird. Nächst dem wird auch das Angelsächsische gebührende Berücksichtigung finden, und die dahin gebörigen Texte werden von Uebersetzungen im neueren Englisch begleitet sein, wie überhaupt alle Texte von circa 1250. Eine derartige Publication mit der Uebersetzung en regard liegt bereits vor in „Hali Meiden had. An Allitterative Homily of the Thirteenth Century.“ Diese Ausgabe ist von Cockayne besorgt (1866).

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