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$. 2. Möglid leit der Offenbarung. 1) Daß Gott der Creatur nicht route offenbaren fönnen, was er ift und wil, und was sie ist und rou, wer mödte das im Ernste bebaupten? Sollte die Unmöglichfeit der Offenbarung auf Seiten Gottes gesucht werden, so müßte man dessen Macht und Recht, dessen Weisheit und Güte läugnen; und wollte man eine Unmögs lidfeit der Offenbarung von Seiten des Menschen annehmen, so müfte man ihn für einen Gott erflären, daß er wegen seiner Höhe, oder für ein Thier, daß er wegen seiner Niederfeit keiner Offenbarung fähig wäre, so müßte man ihn als relatives, perfectibeles, ins Unendliche perfectibeles Wesen verläugnen, was fein Vernünftiger thun fann. 3ft von Seiten des unendlichen Subjects, von welchem, und des endlichen Subjects, welchem die Offenbarung werden soll, feine Unmöglichkeit derselben zu erkennen, so fann auh wegen des Objects feine Schwierigkeit erhoben werden. Dieses Object ist eben nur was Gott ist und will, die Creatur ift und soll, nidt mehr und nicht weniger. Oder weiß die Creatur, was Gott ihr von fich offenbaren und für sie und von ihr wollen kann, welde Pflichten er ihr auferlegen will, welchen Cult er von ihr verlangt, an welche Bedingungen er die Ertheilung und Erhaltung und Herstellung seiner Gnade, und die fünftige Seligfeit

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5) Für die Möglichkeit der Offenbarung ist der sensus communis, das judicium humanae naturae; denn alle Völker berufen sich auf Offenbarung, halten sie also für möglich.

6) Die Liebe ist ihrem Begriffe nach communicativ; nun ist Gott die Liebe, die Mittheilung seiner als Wahrheit aber Offen

barung.

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$. 3. Nothwendigkeit der offenbarung. Daß die Menschheit ihren Zweck hat, den sie erreichen fou, fönnte nur da in Abrede gestellt werden, wo mit läugnung eines personligen Gottes als freien und bewußten Urhebers aller Dinge alle Teleologie aus denselben weggeläugnet wird. Wo aber ein persönlider Gott anerfannt wird, muß auch die Teleologie der Dinge, besonders der Intelligenzen, angenommen werden, wie umgefehrt mit der Teleologie auch nothwendig ein persönlicher Gott anerfannt wird. Damit aber die Menschheit ihren Zwed erreiche, dazu gehört eine gehörige, flare und gewisse Erkenntniß des Zwedis und der erforderlichen Mittel. Aus fich fönnte die Menschheit im allgemeinen weder diesen Zwec noch die Mittel mit der erforderliden Klarheit und Gewißheit erkennen, denn hierzu gehörte ein von Natur fräftiger, durch eine gute Schule und fortwährende Uebung entwidelter Verstand, ein mit diesem entwidelten fräftigen Berstande muthig unternommenes, und mit reinem Gemüthszustande, bódster Liebe, mit aller Begeisterung für das Eine, was Noth ist, für die Wabrheit und das Recht, unermüdet fortgeseßtes Durchforsøen des Selbft, der Geschichte, der Natur, und Gottes, furz

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5) Für die Möglichkeit der Offenbarung ist der sensus communis, das judicium bumanae naturae; denn alle Völfer berufen sich auf Offenbarung, balten sie also für möglich.

6) Die Liebe ist ihrem Begriffe nad communicativ; nun ist Gott die liebe, die Mittheilung seiner als Wahrheit aber Offenbarung.

7) Die Geschichte zeigt mit der Wirflichkeit der Dffenbarung deren Möglichfeit. Daß er offenbaren kann, und wie er offenbaren fann, ist demnach fein Problem mehr.

Hinsichtlich der Möglichkeit der sogenannten mittelbaren Offenbarung kann feine besondere Sowierigkeit erhoben werden; denn bas leuchtet wohl von selbst ein, daß Gott, wenn er einem Mens iden seine Offenbarung bat zu Theil werden lassen, er sich dess selben bedienen fann, um sie Andern fund zu thun. Offenbar ist solches nicht außer der Macht, noch wider die Weisheit und die Güte Gottes.

9. 3. Nothwendigkeit der Offenbarung. Daß die Mensdheit ihren Zwed hat, den sie erreichen soll, fönnte nur da in Abrede gestellt werden, wo mit läugnung eines persönlichen Gottes als freien und bewußten Urhebers aller Dinge alle Teleologie aus denselben weggeläugnet wird. Wo aber ein persönlider Gott anerkannt wird, muß auch die Teleologie der Dinge, besonders der Intelligenzen, angenommen werden, wie umgekehrt mit der Teleologie auch nothwendig ein persönlicher Gott anerfannt wird. Damit aber die Menschheit ihren Zwed erreiche, bazu gebört eine gehörige, flare und gewisse Erkenntniß des Zwecks und der erforderlichen Mittel. Aus fich fönnte die Menschheit im Allgemeinen weder diesen Zwed noch die Mittel mit der erforderlichen Klarheit und Gewißheit erfennen, denn hierzu gehörte ein von Natur fräftiger, durch eine gute Schule und fortwährende Uebung entwidelter Verstand, ein mit diesem entwidelten fräftigen Berstande muthig unternommenes, und mit reinem Gemütbszustande, bödster liebe, mit aller Begeisterung für das Eine, was Noth ist, für die Wahrheit und das Recht, unermüdet fortgeseptes Durchforschen des Selbft, der Geschichte, der Natur, und Gottes, kurz

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