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Vultur, Berg in Apulien an der Gränze Lucaniens, bei Hora zens Geburtsort Venusia (daher altricis). 13. foret, gleichsam aus Absicht der Tauben als Vorzeichen für den Beruf des Knaben. 14. Acherontia, Bantia, Forentum, Orte am Vulturgebirge. 21. vester, „ganz der Euerige, von euch begleitet und euch verehrend“. Sabinos, Horazens Landgut; Praeneste, Tibur u. Bajae, Lieblingsorte zum Aufenthalt, im stillen Landleben, und mitten im Getümmel des Badelebens. 26. die Flucht bei Philippi (Od. II, 7, 13); der Baumsturz (Od. II, 13; III, 8); Gefahr zur See, worüber nichts Näheres bekannt. 30. navita, gegenüber viator. 33. die Britanner als grausam gegen anlandende Fremde; Coucaner, ein wilder Volksstamm im nördlichen Spanien (Cantabrien); Gelonen, Scythen im Don (Tanais). 40. der Berg Pierus in der Nähe des Olympus, den Musen heilig. 43. turmam, die Giganten. 45. Qui, sc. Juppiter. 51. fratres, die Söhne des Aloeus, Otus u. Ephialtes. 53-56. Namen der gewaltigsten Giganten, theils zur Häufung, theils mit treffender Zeichnung. 57-64. die neue, geistigere Götterwelt unter Juppiter; daher Pallas zuerst, und dann am längsten verweilend bei Apollo v. 60-64. 58. avidus, kampfbegierig, ungestüm vorwärts, dem Feuer ähnlich. 61. Castalia, Quelle auf dem Parnassus. 61. Patara, Stadt in Lycien, ehemals mit einem Orakel. 69. testis, durch die erfolgten Strafen an den Frevlern, in deren Schilderung die Ode so trefflich für weiteres Nachdenken ausläuft.

70. sententiarum, könnte prosaisch scheinen, aber gerade dadurch feierlich erhaben mit prophetisch bewusster Sicherheit.

71. Orion verfolgte die Diana; virginea, die Gewalt der Jungfräulichkeit gegen den Frevler. 73. suis, ihre eigenen Kinder, die Giganten. 77. Tityos verfolgte die Latona; ein Geier frisst in der Unterwelt an seiner Leber. – 80. Pirithous, Freund des Theseus, wollte die Proserpina entführen; er liegt an ewigen Ketten.

Od. III, 5. Coelo tonantem. Versmass Alcäisch. Die vorhergehenden Oden haben bereits 1. die erwünschte und nothwendige Erneuerung des römischen Volkes und Geistes, sowie 2. den Beruf des Augustus für eine solche Umschmelzung der Dinge so allseitig entfaltet, dass nunmehr der Dichter ohneweiters den Augustus als den Stellvertreter Gottes auf Erden zu verkünden wagen darf (Juppiter im Himmel, Augustus unter seinem Schutze auf Erden), zumal da auch nach aussen hin gegen die gefährlichsten Feinde Sicherheit geschafft und der che me wieder zu Ehren gebracht worden. Dadurch wird des Dichters Blick auf den gewaltigen Gegensatz geführt, den das römische Volk der letzten Zeiten gebildet

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habe zu den alten Helden und Patrioten in der Zeit eines Regulus, natürlich mit der Nebenbeziehung, dass gerade Augustus diese Regulus - Natur wieder erneuern werde. Darum schliesst sich der äussere Inhalt und besonders der fesselnde Schluss der Ode so enge an die Gestalt und die Rede, das Auftreten und das glorreiche Ende des Regulus (250 v. Chr.).

v. 1. credidimus, „wir haben geglaubt und glauben noch; der Glaube an einen Gott im Himmel steht fest,,; tonantem, als das klare Zeichen einer höheren, überirdischen Macht. — 3. im J. 27 rüstete Augustus gleichzeitig Feldzüge gegen die Parther und gegen Britannien; der Dichter sieht den Erfolg als gesichert an. 5. Crassus hatte im J. 51 gegen die Parther Feldzeichen und Heer verloren, wovon die Reste bei den Parthern blieben. 9. die Marser und Apulier besonders rüstige Soldaten. 10-12. äusserst schöne Zeichnung für die Würde und Ewigkeit Roms. — 15. trahentis, „er zeigte, wie ein solches Beispiel Verderben nach sich ziehen werde“. 23. non clausas, echt römische Anschauung. 25. scilicet, ironisch für das Gegentheil. 34. Marte altero, in einem zweiten, folgenden Kampfe. 37. ein solcher kann nicht Krieg und Frieden, gleichsam nicht Schwarz und Weiss mehr unterscheiden. 40. altior, höher gestiegen. 41-48. herrliche Schilderung, mit dem staunenden Nachblick auf den egregius exsul. 45. auctor und firmator consilii. --- 45. Venafrum (in Campanien) und Tarent, die herrlichsten Gegenden; um so treffender der ganze Vergleich, der überdies den Gegensatz des reichen Cliententhums gegen die alte einfache Patriotenzeit schlagend hervorhebt.

Od. III, 6. Delicta majorum. Versmass Alcäisch. Eine Donnerode, wahrhaft wie von oben eingeflüsst! Religion und Heiligkeit der Ehe, Gottesverehrung und geordnetes Familienleben, sind die Stützen des Staates; wo diese Principien unterwühlt werden, da folgt Strafe und Verderben. „Je mehr du dich der Gottheit unterordnest, desto höher steigst du in deiner Herrschaft; und wo das Familienleben besudelt ist, da fliesst der Schmutz in Volk und Vaterland".

v. 1. majorum, die gottlosen Zeiten, die dem Beginn der Bürgerkriege voraufgingen, besonders seit Marius und Sulla. Augustus that Vieles für die Herstellung der Tempel und des Cultus. 9. Monaeses u. Pacorus, Heerführer der Parther gegen die Römer.

10. mit Verachtung des Religiösen. 12. renidet, gleichsam höhnisch-stolz dazu lächeln, so kostbaren Römerschmuck zum einfachen heimischen (torquibus exiguis) zu tragen. 14. Dacus et Aethiops, die Volksstämme im Heere des Antonius und der Cleopatra. 21. molus Ionicos,

die üppigen Jonischen Tanzbewegungen; artibus, das Coquettenwesen; de tenero ungui, von früher Kindheit, von Kindsbeinen an. 40 etc. Schöne Schilderung des anrückenden Feierabends, wo daheim der Herd besorgt wird. 45 etc. „Schlimm ist's allmählich geworden, und es wird noch immer schlimmer werden, wenn nicht die beiden Grundübel, der Verfall der Religion und des Familienlebens, beseitigt werden“.

Od. III, 8. Martiis caelebs. Versmass Sapphisch. Horaz war am 1. März (30 v. Chr.) beinahe von einem umstürzenden Baume erschlagen worden, worüber Od. II, 13 handelt. Zum Andenken an die glückliche Rettung bereitet er im nächsten Jahre ein kleines Fest und ladet dazu den Mäcenas ein und zwar wahrscheinlich ihn allein, wie die joviale Mittelstrophe (v. 13-16) andeutet. Nun war aber der erste März ein allgemeines Fest der verheiratneten Frauen (die Matronalien), weil an diesem Tage der Tempel der Juno Lucina geweiht worden. Natürlich gab das dann überhaupt in den Familien der Verheiratheten ein häusliches Fest. Indem nun Mäcenas vom unverheiratheten Horaz eingeladen wurde und gewiss nicht an den Jahrestag des Baumsturzes dachte, musste er sich natürlich wundern, was denn der Junggesell vorhabe. Zur grösseren Belebung mag man sich denken, dass Mäcenas, ohne etwas Festliches zu ahnen, bei Horaz eintritt und nun plötzlich eine förmliche Festanstalt mit Weihrauch, Blumen, Rasenałtar, Opferfeuer, und zugleich ein altes Fässchen Wein vortindet; und da mag denn Horaz ihn mit dieser Ode, die er dafür absichtlich gemacht hatte, gleich empfangen, und so die trauliche Sitzung belebend und scherzlustig (v. 13-16) eingeleitet haben.

v. 5. utriusque, Griechisch und Latein, Sprache und Literatur, und nirgends ein Motiv zu solchem Feste zu finden. 7. Libero; Bakchus als

begeisternder Gott ei n Patron der Dichter. 12. Vulcatius Tullus war Consul 66 v. Chr., also ein Wein für Horazens Geburtsjahr im J. 65; die Rettung beim Baumsturz war gleichsam eine neue Geburt. 17. Mäcenas führte bei der Abwesenheit des Augustus im Orient (31-29) die Obhut über Rom; die Dacier unter Cotiso, sowie die Scythen wurden im J. 29 durch M. Crassus, und in demselben Jahre die Cantaber durch Statilius Taurus besiegt; die inneren Zerwürfnisse der Parther durch Phraates u. Tiridates gesteigert im J. 30. 26. privatus, Mäcenas war nie eigentlicher Beamter, hier bei Horaz aber erst recht als geselliger Privatmann.

Od. III, 12. Miserarum est. Versmass lonicus a minori ( ----). Die Ode ist wohl sicher einem griechischen Original nachgebildet, und zwar besonders als Versuch desselben Versmasses. Neobule liebt den schönen, gewandten

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Hebrus von Lipara (äolische Insel nördlich von Sicilien), aber sie wird von ihrem Oheim (Vormund) strenge daheim gehalten, wo sie denn in ihrer Verliebtheit oft genug ihre häuslichen Arbeiten fahren lässt. Anderseits empfängt der rüstig männliche Sinn des Hebrus sein Licht, gleichsam als Gegenbild zu dem gleichfalls indirect gezeichneten Sybaris in Od. I, 8.

v. 1. miserarum sc. puellarum , „Arme Mädchen!“. 5. Minerva, Patronin der weiblichen Kunstarbeiten, besonders der Gewebe. 8. Bellerophon tödtete mit Hülfe des Pegasus die Chimäre. Durch das glänzende Lob des Hebrus und nun gar am Ende durch den Gedanken an die gefährliche Eberjagd wird die Liebe der armen Neobule noch mehr gestachelt.

Od. III, 13. O fons Bandusia e. Versmass Asclep. IV.

Begrüssung eines lieblichen, umschatteten Felsenquells, dem der Dichter für den folgenden Tag eine besondere festliche Weihe bereiten will mit Wein und Blumenschmuck und dem Opferblut eines Böckleins. Es wird ein Lieblingsplätzchen für den Dichter werden, und so die Quelle gleichsam mit zu den Musenquellen zählen. Ohne Zweifel ist es eine Quelle beim Sabinum (eine gleichnamige findet sich auch bei Venusia ; vielleicht also übertragen, wie das bei Namen öfter geschieht).

v. 1. Der Genitiv Bandusiae deutet auf die Quellnymphe und vermittelt die Opferidee. 2. Weinspende, und Blumen gestreut. 7. rivos, das als Bach abfliessende Wasser. 9. canicula, das heisse Hundsgestirn in den Hundstagen. 10. nescit, wegen der Lage und der Beschattung. 13. fies, durch mein Lied (me dicente). 14. cavis etc.; mit wie wenig Worten welch reiche Schilderung!

Od. III, 16. Inclusam Danaen. Versmass Asclep. III.

Die Ode enthält als Grundgedanken einerseits eine Abweisung von grossem Reichthum als einer unheimlichen, das wahre Lebensglück störenden Sache, und anderseits eine Lobpreisung des mässigen Mittelstandes, der da, ohne Mangel fühlen zu lassen, allzeit das Genügen biete. Einen solchen ausreichenden Wohlstand hatte aber Mäcenas dem Horaz gewährt, und darum wendet sich der Dichter an ihn, gerade da, wo seine eigene Persönlichkeit hervortritt (v. 20). Wohl mochten nun manche Neider des Horaz spöttelnde Anspielungen machen auf den geringen Werth des Sabinums, und wohl mochte bisweilen auch Mäcenas oder indirect gar Augustus dem Horaz einen grösseren und glänzenderen Besitz anbieten, sowohl der Leute wegen, als auch aus wirklichem Drange des Herzens. Allem diesem gegenüber spricht nun der Dichter seine Gesinnung und Empfindung aus, und gewiss zu vollgültiger Erhebung des Mäcenas, wie zum Verstummen der mäkelnden Neider.

Es

v. 1. Danae, Tochter des argivischen Königs Acrisius, Mutter des Perseus; die bekannte Sage, dass Juppiter, da der Vater aus Furcht vor einem empfangenen Orakelspruch sie in einem Thurme verschlossen hielt, als goldner Regen zu ihr gekommen, wird also hier von Horaz bildlich auf die Allgewalt des Goldes, auf die Sicherheit der Bestechung ausgelegt. Nach dem Naturmythus hat man die Danae als die verschlossene Erde zu betrachten, zu welcher der Himmelssegen durch einen goldigen Frühlingsregen herabsteigt. – 12. Augur Argicus, Amphiaraus, dessen Gattin Eriphyle sich durch Geschenke des Polynices dazu bringen liess, ihren Gatten zur Theilnahme am ersten Thebanischen Kriege zu bewegen, obgleich er als Seher seinen Tod voraussah. 14. Macedo, Philippus; bekannt ist sein Ausspruch, dass alle Festungen einnehmbar seien, in die ein goldbeladener Esel eingehen könne. 15. navium duces, soll auf einen damaligen Flottenführer Menodorus sich beziehen; es genügt aber hier die Allgemeinheit, durch den Gegensatz von Meer und Land. 33. Calabrae, besonders Tarent; Laestrygonia, das Land der Lästrygonen in der Gegend von Formiä; Gallicis, die Triften am Po. 41. Phrygien und Lydien; Alyattes, Vater des Crösus.

Od. III, 17. A eli vetusto. Versmass Alcäisch. ist derselbe Aelius Lạmia, dem Od. I, 26 mit ähnlichem momentan poetischem Antiug gewidmet ist. Die gens Aelia war eine plebejische; um so mehr hat die, nur durch ein .ferunt motivirte, vielleicht durch Horaz frisch erfundene ZurückfühTung des Familiennamens Lamia auf einen Lästrygonenkönig Lamus, als den sagenhaften Erbauer von Formiae und Beherrscher des üppig fruchtbaren Lirisgebietes, bei der damaligen Liebhaberei für solche Herleitungen, etwas freundschaftlich Scherzhaftes, was sich auch gleich durch den seltsamen Gebrauch von vetustus“ ankündigt; jedenfalls scheint die Zeichnung des Formianergebietes zugleich auf einen echten Formianer bei dem vom Dichter gleichsam octroyirten Festschmaus des folgenden Tages (vielleicht in Formiä selbst) zu deuten, der in lustigster Weise lediglich durch das, abermals lediglich durch Krähenzeichen angekündigte, schlechte Wetter motivirt wird. Dass sich in solchen momentanen Dichterergüssen auch Ideelles und Symbolisches spiegelt, liegt eben in dem Wesen der echten Poesie, die im Individuellen ihr leibliches Leben hat, das vom geistigen bewegt und getragen wird.

v. 1 etc. Ueber die verschiedene Interpunction der Ode und die Conjectur ducit der mündliche Unterricht. -'7. Marica, eine Schutzgöttin der schönen an Campanien stossenden Gegenden am Lirisfluss, besonders von Minturnä. 13. dum

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