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10.

potis, also ehe der Regen kommt. 14. Genium curare, sich gütlich thun.

15. Spanferkel. Od. III, 18. Faune Nympharum. Versmass Sapphisch. Lied an Faunus, den Schutzgott der Landwirthschaft, der Feldfrüchte und der Viehzucht, also mit Rücksicht auf des Dichters Landgut. Das ländliche Hauptfest der Faunalien war am 5. December, wo der Gott die Feldfluren verliess und seinen Opferdank empfing, während an den Iden des Februars sein Kommen begrüsst wurde (incedis abeasque v. 3). Das Lied braucht übrigens keinem der beiden Feste unmittelbar zu gelten; der Dichter als nunmehriger Gutsbesitzer schliesst sich nur dem Faunus-Cult an und stellt das Seinige unter des Gottes Schutz und Segen; und so konnte auch jeder andere Besitzer in das Lied einstimmen, und hat es gewiss gern gethan.

v. 1. Faunus zugleich ein muthwilliger Gott, vor dem die Nymphen flohen; übrigens sind die Eigenheiten eines Gottes zugleich sein Wohlgefallen, womit er sich gerne charakterisiren hört, wie Merkur mit seiner diebischen Schlauheit Od. I,

3. lenis, also nicht verwüstend. '- 5. si, religiöse Formel bei Gelübden für Erhörung des Gebetes. 6. der Weinkrug, persönlich mit Beziehung auf Bakchus; vgl. Od. III, 21, 21, wo Bakchus, Venus und die Gratien zum Festmahl gehören.

Od. III, 21. Onata mecum. Versmass Alcäisch. Der Dichter spricht in unmittelbarer Anschauung des edlen Weinfässchens, worin Massiker aus dem Jahrgange von Horazens Geburt (65) enthalten, und zwar in dem Moment, das wohlbewahrte Fässchen aus dem Weinlager hervorgenommen werden soll; und warum ? weil Corvinus feinere Weine herbei befiehlt (jubente Corvino v. 7)! Das wäre ein schöner Ukas, wenn das etwas anders heissen sollte, als: ,weil heute

end Corvinus mein Gast ist, dessen 'Besuch mir ein Festund Freudentag ist (bonus dies), für den mir mein Kostbarstes nicht zu gut sein darf.“ Und wie musste der ausgewählte Wein erst recht für Corvinus gewürzt werden durch überraschende Beimischung dieser Ode! Gerade die Gleichalterigkeit des Fässchens erregt dem Dichter beim Hervornehmen desselben die Vorstellung von den verschiedenen Wirkungen desWeins, wie er sie in seinem Leben bei sich oder andern erfahren, und dieser scheinbar disharmonische Anschlag löst. sich dann durch köstliche Uebergänge in den schönsten harmonischen Preis des Weines und eine harmonisch fröhliche Nacht auf. Der echt Horazische Charakter der Ode mit ihrer zum Scherz geneigten Herzlichkeit that dem edlen Corvinus gewiss wohler als ein etwaiger Preisgesang. M. Valer. Messala Corvinus, 20 Jahre älter als Horaz, war eine der bedeu

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tendsten Persönlichkeiten, ausgezeichnet durch Beredsamkeit und Kriegsführung, durch Wissenschaft und Charakter; er stand, wie Horaz, auf Seiten des Brutus, sollte sogar nach der Schlacht bei Philippi an dessen Stelle den Oberbefehl übernehmen, zog sich aber zurück, kam, gleich Horaz, wieder nach Rom, wurde im J. 31 mit Augustus Consul, machte als solcher die Schlacht bei Actium mit, vollführte später einen siegreichen Feldzug nach Aquitanien, feierte 24 einen Triumph, und lebte dann seinen wissenschaftlichen Studien. Von Horaz wird er öfter genannt, besonders als Redner.

v. 1. nata, mit Rücksicht auf den Wein. Manlius sc. Torquatus. 5. nomine, Intention, Zweck. 9.. madet, erinnert an „uvidus vino“. 10. horridus, abstossend, wie einer, dem nicht beizukommen, 12. caluisse gegenüber der kalten, unbeugsamen Strenge. 13. lene tormentum, schönes Oxymoron.

15. Bakchus weiss scherzend die Herzen zu öffnen und die Zungen zu lösen (Lyaeus). 18. riresque, dem „anxiusentsprechender, als dem ,pauperi. cornua als Symbol des entgegentretenden Muthes. 19. post te, nach deinem Genuss. 22. ,,die eng verschlungenen". -- 23. producent, hinziehen

“ (das Gelage) bis an den Morgen.

Od. III, 23. Coelo supina s. Versmass Alcäisch. Solche Klänge aus dem Heidenthum, wie in dieser Ode, zeigen, wie tief die reinen Wahrheiten in die Würde der menschlichen Natur gelegt sind. Die fromme, demüthige Sorge der haushälterischen ländlichen Phidyle (peides

Jai) wegen der Geringfügigkeit ihrer Opfergaben erhebt den Dichter zu der lyrischen Lichthöhe, aus welcher er ihr zusprechen kann, dass es nicht die Grösse der Gabe, sondern die Reinheit und Frömmigkeit des Herzens sei, die den Göttern wohlgefalle.

v. 1. supinas, die Gebetshaltung der Alten, wie zum Empfang von oben. 2. das monatliche Haus- und Heerdopfer.

10. vorzügliche Eichelmast im Waldgebirge, und fette Albanische Grasweide für die grossen Festopfer in Rom. 14. bidens, mit beiden Zahnreihen, also völlig ausgewachsen. 15. Rosmarin u. Myrtenzweig für die kleinen Götterbilder. 17. immunis sc.

culpae. 19. mollivit, aorist. Perfect; das alterthümliche Futur mollibit in sehr vielen Handschriften. ,,Einfaches Mehl mit Salzkorn gegenüber einem prachtvollen Schlachtopfer (hostia), wodurch die opfernde Hand den Göttern nicht wohlgefälliger (non blandior) werde, da sie vor allem auf die immunitas und pietas sähen. Uebrigens verschiedene Erklärungen. sumptuosa, als Nominativ dem strengen Horazischen Metrum entgegen.

Od. III, 24. Intactis opulentior. Versmass Asclep. II.

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Die Ode ist wahrscheinlich concipirt in unmittelbarem An. blick von luxuriösen Prachtbauten, wie die ersten Verse sie andeuten, wobei dann durch erweiterte Reflexionen, namentlich über entgegengesetzte Zustände, die zu Grunde liegende lyrische Stimmung erregt wurde; es ist ein Erguss des sittlichen und patriotischen Unwillens über die Habgier, den Luxus und die ganze Sittenlosigkeit der damaligen Römer, nicht als Satire, nicht als Epode, sondern als eine durchaus von positiv lyrischem Standpunkte ausgehende Ode. Denn nicht das Object, nicht die Verkehrtheit und Entartung, die der Dichter schauet und geisselt, sondern seine eigenen sittlichen und patriotischen Empfindungen sind hier die Motive der Lyrik. Uebrigens kehrt der Gehalt dieser Ode öfter wieder, bildet vielfach einen Grundton der Horazischen Poesie.

v. 1. intactis, dias Innere von Arabien und Indien war den Römern nicht erschlossen. 3. die Bauten und Anlagen ins Meer hinein. 4. die verbürgteste Lesart ist Ponticum. 5. Zeichen der Festigkeit und Unabwendbarkeit in den Schieksalsschlägen (cf. Od. I, 35, 17). 9. campestres, auf ihren Steppen, die Nomadenscythen. 11. Getae, ein kriegerischer thracischer Volksstamm, hier mit ähnlicher Lebensart, wie die Sueven bei Cäsar, sich abwechselnd im Bebauen des Feldes.

18. gegen die Stiefkinder ganz als wären's die eigenen Kinder. 19. regit, auf Grund ihrer reichen Mitgift. 24. peccare, sich verfehlen, euphemistisch entschuldigender Ausdruck für das nefas adulterii; also man benennt und betrachtet das Böse noch von der rechten Seite.

27. pater urbium; auf den hohen Ehrentitel Pater patriae.“ 30. Anerkennung erst nach dem Tode. 40. alles aus Habgier; Armuth gilt als Schande; darum wird kein Mittel zum Reichthum gescheut. — 45. im Triumphzug als Opfer und Tempelschatz. 47. proximum, also aufs schleunigste fort damit

. 55. wie es sich für einen jungen freien Römer gebührte; statt dessen griechische Amusementspiele oder gar Hazard, während (zugleich causal für das Verhalten des Sohnes, quum m. Conj.) der Vater keine Schlechtigkeit scheut, um zusammenzuscharren; denn dem Habgierigen dünkt der gewonnene Reichthum immer noch mangelhaft; der Millionär will Doppelmillionär werden u. s. W.; aber der Friede kommt nie; der Tod freilich, womit die Ode begonnen, desto sicherer.

Od. III, 25. Quo me, Bacche. Versmass Asclep. II.

Immerhin mag die Ode durch irgend ein besonderes Ereigniss, kriegerisches oder friedliches Verdienst des Augustus (man hat namentlich an die Nachricht von dem Siege über Kleopatra gedacht) hervorgerufen sein, aber sie darf weder in

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specieller Beziehung zu diesem Ereigniss denn sonst hätte es näher angedeutet werden müssen –, noch als blosser Vorgesang zu einer bestimmten andern Ode denn sonst hätte auch d as schärfer hervorgehoben werden müssen sondern muss ihrer ganzen Fassung nach als ein in sich selbst geschlossenes Ganze aufgefasst werden.

Es ist eben der „egregius(der in Allem herrliche) Cäsar, der in seiner ganzen Erscheinung den Dichter (vielleicht auf einsamem Spaziergange an einem Waldbache v. 13) mit jener hinreissenden Begeisterung erfüllt, worin zwar die Phantasie immer weiter und weiter vorwärts will, nach Art der Bacchantinnen, aber der zusammenfassende Ausdruck für alles das, was vom Dichter gedacht und empfunden und gewollt wird, gleichsam versagt. Der poetische Ausdruck für diesen Zustand ist dann aber selbst in erhöhetem Massstabe der Ausdruck für das, was die Begeisterung erregt und was der Dichter intendirt hat, hier also für jene Hoheit des Augustus, die ihn der Apotheose würdig macht. Aehnliches öfter bei Horaz. v. 1. tui plenum („des Gottes voll" Schiller).

2. antrum, poet. Grotte, ein „specus jucundus vel sacer“. 7. dicam, ob Futur oder Conjunctiv, immer drückt es hier nur den Drang zu solchem Liede aus. 9. stupet, weil unbewusst so hoch gestiegen. 12. lustratam, durchwandert in bacchantischer Weise. 14. Naiadum, Nymphen an Quellen und Flüssen, an denen auch Bacchus weilet und hinführt. 19. deum, schöner als etwa te; gerade nach der Anrede sieht er fortan nur den voraufziehenden Gott, dem er als solchem nacheilt, welches Nacheilen als Schluss der Ode sich für die Phantasie fortsetzt.

Od. III, 29. Tyrrhena regum. Versmass Alcäisch. Eine Einladung an den Mäcenas, bei der heissen Sommerzeit (es ist bei uns die sogenannte Badesaison) doch einmal die Sorgenlast der Staatsgeschäfte, womit er ja doch die Zukunft nicht meistern und nicht erschauen könne, etwas abzulegen und aus dem Gewühle der Stadt zum Dichter aufs Land zu kommen; alles sei für seinen Empfang bereit; und das Einladendste für diesen Aufenthalt der Dichter nennt es nicht, aber er bringt es bereits factisch dem Mäcenas entgegen; es ist der heitere, genügliche, immer reich sprudelnde, bald hoch emporsteigende, bald lieblich rieselnde Dichtersinn des geliebten Einladenden. Nach solcher Einladung wie wird Mäcenas hingeeilt sein, um zugleich mündlich für solch ein, mit Liebe und Sorgfalt durchgearbeitetes Meisterwerk der Poesie, wie es diese Ode ist, dem Freunde zu danken.

v. 1. Tyrrhena s. Od. I, 1, 1. – 7. contempleris, von

seiner hohen Wohnung auf den Esquilien aus. 8. Telegonus, Sohn der Circe, Erbauer des hochgelegenen Tusculum. 10. molem, ein Thurmbau an des Mäcenas Wohnung, zu weiter Aussicht. 12. ein charakteristischer Vers für eine Grossstadt.

17. pater, Cepheus, im Juli während der Nachtzeit. Procyon der kleine Hund, und Leo das Gestirn des Löwen im Juli bei Tage. 21. etc. schöne Zeichnung eines schwülen Sommertages. 28. der Parther Phraates durch Tiridates vertrieben und durch die Scythen wieder zurückgeführt; cf. Od. I, 16, 4. 33. fluminis, zunächst der Tiber, wie v. 35 zeigt. 49. saevo, wegen des rücksichtslosen plötzlichen Wechsels. 56. sine dote, erweckt das schöne Bild der Vermählung von Tugend und Armuth. 57. non est meum, wie bei den reichen Kauffahrteiherren. — 62. tunc etc. von der Schiffahrt übergehend in das Bild vom Lebensschifflein und der innern Gemüthssicherheit; schöner, sich in die Zukunft fortspinnender Schluss.

Od. III, 30. Exegi monumentum. Versmass Asclep. I.

Schon das entsprechende Versmass weiset auf die Eingangsode des 1. Buches hin und charakterisirt die vorliegende Ode als Schlussode der ganzen Sammlung, wie die letzte Ode des 2. Buches gleichfalls eine Schlussode war, dort als begeistertes Gefühl des anwachsenden und als Vorgefühl des künftigen unsterblichen Dichterruhmes, hier als ruhiges Meistergefühl der vollendeten Gesammtheit seiner Lyrik, gleichsam wie nach Vollendung eines grossen Epos. Objectiv sieht der Dichter die Sammlung seiner Oden vor sich liegen, weiss, was für eine Anerkennung die einzelnen gefunden, und welche Bürgschaft für die Zukunft diese Anerkennung in sich trägt, und so steht er vor seinem eigenen Werke im Bewusstsein der Unsterblichkeit desselben als echter Künstler, nicht mit stolzer Demuth, sondern mit demüthigem Stolze, indem er die Berechtigung zum Stolze der Muse zutheilt und für sich nur das Zeichen des treuen Musensohnes, den delphischen Lorberkranz aus der Hand der Muse erbittet.

v. 2. situ, bezeichnend für das bergartig hoch und fest Gebaute der Pyramiden. 3. impotens sc. sui, sich nicht mässigend, unbändig cf. Od. I, 37. 10. 6. multa, soviel als der grösste und beste Theil, sc. der Dichter in seinen Werken. 7. usque, ins Unbegränzte, immerdar, immer jung und

8. dum, so lange; denn Rom galt als ewig, daher gerade das Religiöse (pontifex) hervorgehoben. - 10. dicar etc.; gerade hier bei dem Hochgefühle seines immerwährenden Ruhmes ist der Blick nach der heimatlichen Gegend seiner armen Kindheit, nach dem unscheinbaren, fast verachteten Apulien,

neu.

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