Obrázky na stránke
PDF
[ocr errors][ocr errors]

Unwiffenschaftlichleit den Idealismus um so schmerzlicher treffen, «l« er die Vollendung der Wissenschaft anzustreben behauptet, und 8e selber zu seyn vorgibt, auch nur, um dieses zu leisten und seyn z» tonnen, vorweg annimmt, zwischen dem Denken und Seyn, dem Ich »nd den Dingen sey kein Unterschied, das Ich sey das Einzige, «lies andere nur von und in ihm. Alle Moral hebt der Idealismus auf, da er außer dem Ich keine Eristenz mehr anerkennt. Wie mil der Läugnung jeglicher Eriften; über dem Ich alle Religion vernichtet ist, bedarf ebenfalls keiner weitern Crposilion. Die Erscheinung, daß die Idealisten durch eine mehr oder minder bewußte Inconiequenz nicht alle Elhit und Religion aus ihren Schriften und ihrem Leben verbannt haben, kann, wie offenbar, das nicht widerlegen, was hier dem Idealismus als Princip und System znr Last gelegt worden ist.

j. 2. (Pseudo) Realismus.

Unter dem Realismus verstehe ich hier das Princip und System, wonach die Dinge bloß an sich, aber nicht für uns bestehen, sondern durch absolute Immanenz oder Transceiidenz jeglicher Wechselbeziehung mit uns entrückt und für unsere Ertenntniß so gut wie mibe vorhanden sind. Wie dieses System der Abstraktion des Sub» iects von dem als unbekannte und unermittclbaie Größe angeuemmenen Objec» wiederum nur den Egoismus, aus dem es hervorgegangen, zu befestigen dient, liegt klar am Tage. Wie der Morgen einer neuen herrlichen Zeit ward er indessen nicht bloß von den Unfrommen begrüßt, welche nun ihren Unglauben und ihre Indifferenz gegen alles Höhere und Religiöse wissenschaftlich gerechtfertigt wähnten, sondern auch von vielen Frommen, welche nach der Verlegung aller höhern Wahrheiten in dies unzugängliche Jenseits (Traneccndentalismus) leine weiteren Angriffe auf dieselben besorgen zu müssen, und sich des schweren Berufs der Verlheidignng derselben fortan enthoben glaubten.

Dieser Realismus ist aber unwissenschaftlich, in wiefern er ohne »eitere Begründung 1) die Eriftenz, 2) die Unerkennbarleit des Obiects annimmt und behauptet, 3) durch Behauptung der Unmöglichkeit einer objectiven Ertenntniß der Sache von vorne herein am alle Wissenschaft Verzicht leiste» und zum Scepn'cismus übergebt, bei allem Vorgeben, demselben, wie dem falschen Dogmatismus, den Todesftreich zu geben. Die Frage, ob die Beziehung des Obiects zum Sub>ect in Bezug auf die Erlennrniß nicht vom Object selbst vermittelt werden könne, ob das Object wie Subi'ect s^^ <>n,!l,enti,m. Gelt nämlich, nicht für uns aus seiner Transcendenz herabsteigen, aus seiner Latenz oder Immanenz her» vortreten, sich und seine Werle und seinen Willen kundgeben könne? diese Frage hat der Realismus, den wir bekämpfen, ganz unberührt und unbeantwortet gelassen, und so wiederum sich als nnwissen schaftlicken gezeigt.

Die Moral hebt der Realismus auf, da er die nnausfüllbare Kluft zwischen dem Subi'cct und Obiect ftatnirt. Wie soll ein ethisches Verhällniß zwischen dem Ich und den von seiner Erlenntniß fern abliegenden ix denkbar ,'cvn? Wenn es jedoch im Realismus zu einer Ethik gekommen ist, und, um nicht von dem menschlichen Geschlechte als Feind aller socialen Verhältnisse und der bestehenden Ordnung verfehmt zu werden, kommen mußte, so geschab es nur. Dank der Inconseauen;, womit man auf dem empirischen Wege das wiederum suchte und fand und sofort für wissenschaftlich gesucht und gefunden erklärte, was nach dem Princip, welches man zuerst aufgestellt hatte, als zu der Kategorie des Transcendentalen gebörig, für unerkennbar hätte gehalten werden muffcn, und Dank der Unwiffem'chaftlichkeit, mit welcher man eine theoretische und praktische Vernunft unterschied, um der letzter« die Sicherheit und Unfehlbarkeit für ihre Function im Gebiete des Willens und Handelns zuzuschreiben, welche man der erster« in Bezug auf ihre Function des Erkcnnens abgesprochen hatte. Ich sage: Dank dieser Unwiffenschaftlichleit; denn auf welchen Grund ist dieser Unterschied ftatmrt? Um die Ethik zu retten, und aus einem Umwege auch die theoretische Vernunft, der man vorhin alles Leben und Gut abgesprochen hatte, wiederum einigermaßen zu rehabilitiren. Das ist aber ein Motiv, warum, aber kein Grund, worauf ein solcher Unterschied gemacht werden kann. Mit welcher Vernunft, müssen wir fragen, ist der Unterschied der doppelten Vernunft gemach», mit welcher derselbe bewiesen oder

deducin worden, da die praktische angenommener Maaßen ja nicht denkend ermittelt und vermittelt, und die theoretische blind und trü gerisch feyn soll; und mit welcher sollen wir hinwiedcruin den Unterschied begreifen und den Beweis einsehen? Durch welche Vernunft ist die Kritik der Vernunft unternommen und die obige icharfe Unterscheidung vollzogen worden? Weiter, so das von der vrakllschen Vernunft als gut Gebotene von der theoretischen nicht zu erkennen, nicht mit Wahrheit und Gewißheit mit und aus seinem Grunde zu erkennen ist, wie kann es dann als Gutes vollbracht werden? Nur das Handeln in und nach der Wahrheit und Erkenntniß, so mit Freiheit, ist ein rechtes, gutes. Erkenne ich leine Wahrheit, so erkenne ich auch nicht das Gute, welches nur als Wahres gut ist. Was kann die praktische Vernunft gebieten, wenn sie nichts weiß, nicht theoretisch ist? Was und zu was ist rie tbeoretischc Vernunft, wenn sie nichts weiß und nichts will? ^b nicht vielleicht, da doch alle Gegensätze sich in einer höhein Einheit aufheben, die theoretische und praktische Vernunft auf enras Hinauelaufen, wie aus etwas hervorgehen dürsten, was weder »heoretische noch praktische Vernunft und überhaupt nicht Vernunft ist?

Vir der Realismus durch die von ihm statuirte Abstraction des Objectiven von dem Subject, durch die angenommene Latenz und Transcendenz der Wahrheit, durch die Erklärung, baß wir nur das empirisch Erscheinende, näher nur den Schein, und nicht die >3ache erkennen, kurz, wie er durch das sceptische Element, welches er in sich trägt, die Religion in ihrem Princip vernichtet, bedarf keines Beweises; und wie derselbe gar mit der höchsten Form der Religion, dem Ehriftcnthum, verträglich seyn soll, wie Mehrere dafür halten wollen, dieses einzusehen dürfen diese nicht Jedermann zumulhen. Das Chriftentftum lehrt leinen unbekannten, sondern einen — in und durch Christus — offenbar gewordenen Gott, lelm, wie durch und in ihm die Schätze göttlicher Wahrheit und Weisheit eröffnet und mitgetheilt worden sind, daß wir glaubend und darnach wissend sie erkennen, mit göttlich festem Glauben, mit der höchsten Gewißheit sie halten, das grade Gegentheil von der im (Pseudo) Realismus als unüberwindlich verkündigten Un

[ocr errors]
« PredošláPokračovať »